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Hommage zum 100. Geburtstag von Gian Carlo Menotti

07. September 2011 (HL-Red-RB) Das nicht kleine Werk des italo-amerikanischen Komponisten Gian Carlo Menotti (1911 – 2007) hat kaum Eingang in das Repertoire des deutschsprachigen Musiktheaters gefunden. Es gilt, was ein anderer zeitgenössischer Komponist unlängst gesagt hat: Solche neuen Kompositionen erleben nach der Uraufführung eine Serie von fünf, sechs Aufführungen. Ins Repertoire gelangen sie nicht. Menotti war kein Neuerer, aber allem Neuen aufgeschlossen. Als Erster schuf er eine Radiooper, ebenso als Erster eine Fernsehoper. Sein Klangwerk aber bleibt dem Herkömmlichen verhaftet, ist großen Vorbildern geschuldet – ja, es ist nicht zu überhören: Menotti war ein genialer Eklektiker.

Anlässlich seines 100. Geburtstages in diesem Jahre 2011 hat der ORF aus seinen Archiven einen Mitschnitt einer Aufführung der Placido Domingo 1986 gewidmeten Oper „Goya“ im Rahmen des Festivals „Klangbogen“ im Theater an der Wien aus dem Jahre 2004 – in Anwesenheit des greisen Komponisten - hervorgeholt. Das Label Arthaus Musik hat die DVD in sein Programm aufgenommen (NTSC 101 576). Der Däne Kasper Bech Holten sieht in Goya die Verkörperung von Freiheit und Grenzen des Künstlers. Seine Inszenierung – deren musikalische Leitung der Amerikaner Emmanuel Villaume hat – stellt den Dualismus des Künstlers Francisco Goya und der raffiniert-berechnenden Cayetana Herzogin von Alba gegenüber. Die Geschichte hat Menotti – der sein eigener Librettist ist – frei erfunden.
Und so stehen Placido Domingo – eigentlich für die ersten beiden Teile äußerlich schon zu alt, aber sängerisch und darstellerisch auf der Höhe seiner Kunst – und die überragende Michael Beredt im Mittelpunkt der Aufführung. Alle anderen Mitwirkenden – sieht vom überzeugend agierenden FestivalChor Klangbogen Wien unter dem Chordirektor Mathias Köhler ab- - sind nur zum Teil ironisierend dargestellte Randfiguren.
Menotti hat herrlich sangbare Melodien geschaffen. So ist diese Aufzeichnung eine würdige Erinnerung an diesen bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Horst Schinzel
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