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Rezension: Erich Ludendorff – Deutschlands erster Diktator

14. Juli 2011 (HL-Red-RB) Für die heutige Generation liegen die Ereignisse vor hundert Jahren – der Vorabend des Ersten Weltkrieges, der Krieg selbst und der Zusammenbruch im Herbst 1918 mit dem Entstehen der Ersten Deutschen Republik – weit zurück. So weit, dass Namen wie der des General Erich Ludendorff weitgehend vergessen sind.
Gerade einmal jene, die sich mehr für die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren, bringen diesen Namen mit zwei gescheiterten Putschen in Zusammenhang: Dem Kapp-Lüttw9iz-Putsch 1920 und Hitlers Marsch auf die Münchener Feldherrnhalle. An beiden hatte Ludendorff unrühmlichen Anteil.
Dabei war der 1865 in Hinterpommern geborene Offizier im Ersten Weltkrieg zeitweilig der mächtigste Mann im Deutschen Reich. Überaus begabt – auf der Kadettenanstalt in Plön hat er mehrere Klassen übersprungen -, wurde Ludendorff früh in die Generalstabsausbildung berufen und wurde dann im preußischen Generalstab der Jahre vor Kriegsausbruch ein wichtiger Mitarbeiter des Generalstabschef Moltke.
Zu Beginn des Krieges machte sich der Offizier rasch einen Namen, als er gleichsam im Alleingang und aus Versehen die belgische Festung Lüttich einnahm. Als in höchster Not Hindenburg berufen wurde, um die in Ostpreußen eingedrungenen Russen abzuwehren, wurde Ludendorff sein Generalstabschef Als solcher hatte er maßgeblichen Anteil am Sieg bei Tannenberg und an dem an den Masurschen Seen. Als „Ober Ost“ – Oberkommandierende im Osten – bewährten sich die beiden Offiziere in der Folge, wobei Ludendorff in den eroberten Gebieten ein erfolgreiches, wenn auch strenges Besatzungsregime etablierte. Schon in dieser Zeit schwebte ihm „Neuland“ für seine „Feldgrauen“ vor.
Als im Sommer 1916 Generalfeldmarschall von Falkenhayn als Chef der Obersten Heeresleitung abgewirtschaftet und das Vertrauen des Kaisers verloren hatte, wurden Hindenburg und Ludendorff – letzterer als Generalquartiermeister – an dessen Stelle berufen. Im Osten und Süden hatten sie beachtliche Erfolge. Rumänien wurde besiegt, russische Offensiven gewehrt Nach der Oktoberrevolution diktierte Ludendorff dem jungen Sowjetstaat den Frieden von Brest-Litowsk. Zu dieser Zeit schwebten Ludendorff die deutsche Superherrschtaft bis nach Innen vor – insofern nahm er Hitler vorweg.
Und auch mit seiner Formel vom Totalen Krieg war er ein Vorläufer späterer Großmachtideen. Im Westen versagte er. Weder erkannte er die Bedeutung der Panzerwaffe noch sah er rechtzeitig, welch enorme Menschenmasschen die USA auf den Kontinent zu werfen in der Lage waren. Innenpolitisch wurde Ludendorff mehr und mehr zum Militärdiktator. Nach dem Sturz des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg mussten sich Innen- und Außenpolitik nach ihm richten. Nur: Die erwartete totale Mobilmachung auch der Wirtschaft ließ sich nicht umsetzen. Noch im Sommer 1918 träumte Ludendorff von einem Siegfrieden, für den er in einer sinnlichen Sommeroffensive seine letzten Reserven verschliss. Der ersten großen Panzeroffensive hatte er dann nichts mehr entgegenzusetzen und musste regerecht um einen Waffenstillstand betteln. Als die erste demokratische Reichsregierung unter Max von Baden sah, dass Ludendorff das Haupthindernis für einen Waffenstillstand war, ließ sie ihn fallen.
Manfred Nebelin, Ludendorff – Diktator im ersten Weltkrieg,München 2011, Siedler-Verlag.


Horst Schinzel
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Verlag: Siedler
Manfred Nebelin

Ludendorff
Diktator im Ersten Weltkrieg


Cover ü/Verlag

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 752 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
ISBN: 978-3-88680-965-3
€ 39,99 [D] | € 41,20 [A] | CHF 58,90* (empf. VK-Preis)



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