Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

PR Werbung Verbrauchertipps

Brücken über den Nordostsee-Kanal als technische Denkmäler

04. Januar 2011 (HL-Red-RB) Es ist ausgesprochen selten, dass einem Buch die Ehre zuteil wird, Grundlage eines Beitrages im „Schleswig-Holstein-Magazin“ des NDR zu werden. Jürgen Jensen – langjähriger Kieler Stadtarchiv und Direktor des dortigen Stadt- und Schifffahrtsmuseums – hat es mit seinem im Heider Boyens-Verlag erschienenen Buch „Kieler Kanalbrücken“ geschafft. Ein Buch, das in seiner Gründlichkeit ganz ungewöhnlich ist.
Es greif zurück auf den 1874 eröffneten „Eiderkanal“ – im 19. Jahrhundert dann Schleswig-Holsteinischer Kanal genannt - , dessen Klappbrücken im holländischen Stil bei Levensau, Knoop und Holtenau nicht nur landschaftsbildprägend geworden sind, sondern auch einen gewichtigen Beitrag zum aufkommenden Tourismus geleistet haben. Als technische Sehenswürdigkeit wurden sie rasch zu einem beliebten Ausflugsziel des städtischen Bürgertums.
Als der Nordostsee-Kanal vorwiegend aus strategischen Gründen zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand, mussten die unterbrochenen Eisenbahn- und Landstraßeverbindungen wiederhergestellt werden. Nachdem man sich anfänglich mit Drehbrücken – die letzte verschwand erst vor rund 35 Jahren in Rendsburg – und Fähren beholfen hatte, wurde bald klar, dass die den wachsenden Verkehrsbedürfnissen nicht genügte. Bei Levensau entstand nach Plänen von Hermann Muthesius – dem Namensgeber der Kieler Kunsthochschule – 1894 die damals größte deutsche Bogenbrücke. Bei der Gestaltung der Torbauten hat der Kaiser persönlich mitgewirkt.
1912 kam in Holtenau nach Entwürfen von Friedrich Voß die Prinz-Heinrich-Brücke hinzu – eine Richtungsweisende Stahlkonstruktion. Beide Brücken haben den Krieg überdauert, nicht aber die moderne Zeit. Die Levensauer Brücke ist grundlegend modernisiert worden, eine zweite Brücke ihr an die Seite gestellt. Dennoch sind ihre Tage gezählt. Sie wird der irgendwann anstehenden Kanalverbreiterung wichen müssen. Die Prinz-Heinrich-Brücke gar ist ganz abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden.
Die flüssig erzählten Berichte werden durch umfangreiches Karten-Skizzen- und Entwurfsmaterial sowohl durch viele zeitgenössische Bilder und Fotografien ergänzt.
So ist eine Monografie über einen wichtigen Teil der schleswig-holsteinischen Technologiegeschichte entstanden.
Jürgen Jensen, Kieler Kanalbrücken, Heide, 2010, Boyens Medien.

Horst Schinzel
HS-Kulturkorrespondenz
Postfach 347 * 23 693 Eutin * Tel 04521 790 521 * Mobil 0176 4801 3589 * fax 04521 790 522

Impressum