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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Lübeck kämpft für seine Kitas - aber wo sind die Kinder dafür?

10. Mai 2010 (HL-Red-RB) Meinung: Vergessen die Statements, den "KiTas gingen die Kinder aus". Konsequenz auch der Hansestadt Lübeck, dem "modernen" Wunsch nach frühen Kindergrippen nachzukommen, und statt der "Entlassung" Fachkräfte für genau diese - und aus meiner Sicht verfrühten Herauslösung von Kleinkindern aus häuslicher Vertrautheit und in der Regel von Mutter und Vater einer Ersatzpflege, die auch an die frühen Mayas erinnert - zuzuführen. "Satt und sauber" ein veraltetes und wieder hervorgeholtes Motto etwa bei "Behinderten", die kurz davor waren, auch "Zuwendung" zu bekommen, die aber der "Gesundheitsreform und entsprechenden Tendenzen - weil nach der Stoppuhr nicht mehr möglich" auf der Strecke bleiben musste. Genau das mutet man nun Kleinkindern, nein - sogar Babys zu, die keine Chance in der Vertrautheit einer Familie mehr bekommen kann, weil heute "moderne" Partnerschaften oder nicht einmal solche ihnen die natürliche Entwicklung nicht mehr ermöglichen. Unsinn von der Frau "am Herd" zu sprechen. Und meine Frau und ich sind stolz, dass sie - trotz beruflicher Karriere als Chefsekretärin - den Ruf (nicht Job) einer Familien-Managerin ergriffen hatte, um drei Kindern die beste Zukunft zu ermöglichen, die es gibt: Familie. Heute bekommt sie dafür 150 Euro Rente. Für diese 21 Jahre "Beruf" bekommen andere, die nie in das (west)deutsche Rentensysgtem eingezahlt haben, eine tolle Altersversorgung.

Wer heute als Mutter arbeiten gehen muss und Kinder nicht betreuen kann, weil das "Geld nicht reicht bei normalem Sozial-Anspruch", hat die Politik - wohl auch aus eigener verkorkster Erfahrung - nicht etwa finanzille Sicherheit gegeben, sondern Wege aufgezeigt, die es viel schlimmer machen: Abschied von der Familie. Wer arbeiten gehen will, obwohl "zu Hause" mehr als genug erfüllende Aufgaben warten, und die Einkünfte zwingen im Grunde nicht dazu, die sollen acu dafür - bezahlen. Kindergeld und entsprechende Leistungen sind im übrigen nicht dafür vorgesehen, mehrfach im Jahr nach "Mallorca" zu fliegen. Da allerdings muss ich "Hartz IV" grüßen, obwohl "wenig Kinder", wenig Spielraum dafür...

Ein Wirtschaftsbetrieb wie die "Diakonie", der sich auch im Lila der Kirche modern präsentiert, hat längst den Pfad des Ursprungs verlassen. Hier steht m. E. Bilanz vor - christlichem Gedanken. Klar - die Zeiten haben sich geändert. Aber der Gedanke Jesu Christi nicht...

Lesen Sie, liebe Gäste in Lübeck-TeaTime, nun - wenn auch spät, weil nach meinen Vor-Gedanken, was heute u.a. unter Federführung der "Diakonie" bedeutet. Sicherlich alles aus "gewisser" verfolgbar. Nur ein Gedanke fehlt: Der "Grundlage", immer noch die Familie", verdient in erster Linie politische Aufmerksamkeit und damit Förderung. Alles andere, nämlich was nun folgt, ist - Ersatzlösung, bei aller d a n n "Berechtigung":

"Uns reicht’s!" steht auf einer Postkarte des Aktionsbündnisses "Unsere Kinder – unsere Zukunft", mit dem die Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften sowie weitere Organisationen gegen geplante Kürzungen der Landesmittel im Kitabereich protestieren.
Auch in Lübeck können Mitarbeitende von Kindertagesstätten und Eltern eine solche Postkarte unterschreiben, die am 19. Mai an die Kieler Landesregierung übergeben wird. Am Montag formulierten die Hansestadt, Kitaträger und Elternvertretung im Rahmen eines Pressegesprächs ihre spezielle Lübecker Haltung zu den drohenden Kürzungen in Schleswig-Holstein.

Bei der Kinderbetreuung ist in der Hansestadt eigentlich vieles auf einem guten Weg: Die Stadt baut Kitaplätze aus, richtet Eltern-Kind-Zentren für Familien mit besonderen Bedürfnissen ein, hat die Frühe-Hilfe-Projekte abgesichert, will das Budget für Kinderbetreuung erhöhen. Der Lübecker Bildungsfonds, in den auch städtische, Landes- und Bundesmittel mit einfließen, stellt jährlich rund 1,5 Millionen Euro für die Versorgung und Bezuschussung von Mittagessen an Schulen und Kitas sowie für die Ausweitung der Sprachförderung und weitere Bildungsangebote zur Verfügung. "Es gibt in Lübeck ein differenziertes Bild", betonte deshalb Pastor Kai Gusek, Geschäftsführer der Gemeindediakonie und des Ev. Kitawerks, des größten Trägers in der Hansestadt. "Deswegen wird es hier keine Transparente mit dem Slogan ,Jetzt reicht’s’ geben – denn das könnte das Protest gegen die Lübecker Politik missverstanden werden, die hier vorbildlich handelt." Doch Träger und Eltern müssen fürchten, dass vieles, was schon erreicht oder auf den Weg gebracht wurde, durch den neuen Kieler Haushaltsplan wieder gekippt wird.

Den Kürzungen zum Opfer fallen könnte zum Beispiel das dritte beitragfreie Kitajahr. Die angestrebte Verkleinerung der Gruppen, die bessere Qualifikation des Fachpersonals, die warmen Mahlzeiten sind ebenfalls in Gefahr. "Schon seit 2003 sind jährlich 60 Millionen Euro Landesmittel für die Kommunen festgeschrieben", betonte Bürgermeister Bernd Saxe. "Das bedeutet ohnehin schon jedes Jahr weniger Geld für die Kitas. Denn die Ausgaben für Miete, Energie, Gehälter und den Ausbau der Betreuung werden mehr." Er forderte als Sofortmaßnahme, diese gedeckelten Landesmittel auf 80 Millionen Euro zu erhöhen. "Das kann aber nur ein erster Schritt sein", so Saxe. Jan Lindenau vom Landeshilfeausschuss betonte, die Rücknahme des dritten beitragfreien Kitajahrs würde für die Familien eine jährliche Mehrbelastung von 2000 Euro bedeuten. Auch die Sprachförderung stehe zur Debatte. "Das Land stiehlt sich scheibchenweise aus der Verantwortung", lautet sein Fazit. "Wir müssen die präventiven Maßnahmen stärken, um spätere Folgekosten zu vermeiden." – "Die Zeichen der Zeit stehen nicht auf Kürzen, sondern auf ein Aufstocken der Mittel", appellierte Dr. Angela Jenisch-Anton, Vorsitzende der Stadtelternvertretung, an die Verantwortlichen. "Das kann die Stadt nicht alleine leisten."

Von einem "direkten Zusammenhang zwischen einer möglichen Kürzung des Landesmittel und einem Absinken der Qualitätsstandards in den Kitas" sprach Joachim Karschny vom Dachverband Freie Träger Lübeck e. V.. "Besser qualifiziertes oder zusätzliches Personal kann dann nicht mehr finanziert werden." Yvonn Hürten, Geschäftsführerin des Caritasverbandes, gab die "immer größere Arbeitsdichte an den Kitas" zu bedenken, auch bedingt durch "ständig steigende Anforderungen". Verschärfend käme in den nächsten 20 Jahren ein Fachkräftemangel dazu. Gleichzeitig aber soll der Betreuungsschlüssel für Kinder unter drei Jahren erhöht werden. "Wer soll es denn stemmen?", so ihre Frage.

Jetzt gilt es, vor der gemeinsamen Protestaktion am 19. Mai in Kiel und der Bekanntgabe des neuen Kürzungsvorschläge am 25. Mai möglichst viele Kita-Mitarbeitende und Eltern zu mobilisieren. "Schreiben Sie alle ein Postkarte", lautete am Schluss die einhellige Aufforderung. Diese gibt es bei den Kitas. Informationen des Aktionsbündnisses gibt es im Internet unter www.unsere-kinder-unsere-zukunft.de .

Quelle: HL-live/Oda Oertel"

Autor:
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime



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