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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Leserbrief zu "Üble Unart - unzureichende Wegereinigung"

15. Dezember 2008 (Lübeck). Zu diesem Lübeck-TeaTime-Beitrag erreichte uns folgender "Leserbrief":

Üble Unart - unzureichende Wegereinigung
04. Dezember 2008. In diesen Tagen überall in der Stadt zu sehen: Die Bürgersteige und Gehwege werden oftmals nicht ausreichend von Herbstlaub gereinigt. Der Laub-Matsch hat durchaus eine ähnliche Wirkung wie Schnee oder Eis: Fußgänger können leicht ausrutschen. Vor allem, wenn Bürgersteige "schräg" zur Straße verlaufen. Das ist übrigens in ganz bestimmten Stadtteilen Lübecks sehr oft zu sehen. Das gilt auch für das Schnee-Räumen. Bekanntermaßen sind zuständig zunächst Haus- und Grundstückseigentümer, wenn diese auch diese Pflicht (z. B. auf Mieter) übertragen können. Oder - wie das nachfolgende Foto zeigt - ein Reinigungsdienst beauftragt wird.

Nur was nützt es, wenn in Bereichen wie an dieser Treppe "Selbstfahrer" maschinell reinigen - und eindeutig zu bequem sind, abzusteigen, um eine solche Gefahrenstelle von Hand zu beseitigen. Hier kann man gehen wie man will - in die Blätter geht's immer.

Betroffen ist in diesem Fall eine großes Lübecker Wohnungsbauunternehmen - das natürlich darauf aufmerksam gemacht werden soll.

Leserbrief:
"Sehr geehrte Redaktion von "Lübeck-TeaTime",
vielen Dank für Ihren Beitrag- Sie sprechen mir aus der Seele!

Auch wenn dieses ein scheinbar eher "kleines" Problem im Vergleich zu anderen politischen, sozialen oder wirtschaftlichen "echten" Problemen darstellt, so zeigt es doch, dass die Gewinnmaximierung und Optimierung aller Prozesse mal wieder zum Leidwesen des "kleinen Mannes" führt, also letztlich uns alle - mehr oder weniger zeitnah - betreffen wird!

Ich hoffe, dass die aktuell gültige Einstellung "Geiz ist geil" endlich wieder beginnt aufzuhören: Informationen und Beratungen werden in Fachmärkten eingeholt, dann aber alle möglichen Produkte, ob medizinischer, technischer bis hin zu finanzmärktischer Art, werden NACH der Beratung über das Internet "gegooglet" oder über "billiger.de" abgeschlossen, Fachkräfte durch " angelernte Billiglöhner" ersetzt, "Job-Hopper sind Hipp!"...
Gleichzeitig wird sich aber dann darüber aufgeregt, dass es in der Umgebung keine Verbrauchermärkte gleich welcher Art mehr gibt ,man in die Zentren der Städte bzw. weit außerhalb in Industriegebiete fahren muss, um seine Besorgungen machen zu können ( zusätzlicher Fahrt-, Zeit- Gesamtmehraufwand nebst Umweltbelastung mal ganz außen vor gelassen ) oder, dass man selbst dem gewohnten Hausmeister nicht mehr wegen eines Defektes ansprechen kann- denn englisch allein reicht in der heutigen globalen Zeit eben nicht mehr aus...

Wundert es da noch, dass die Einzelhändler, wirkliche Fachmärkte ( und nicht Großmärkte, die sich mangels Beratungskompetenz schnell angelernter unterbezahlter Kräfte nach außen für einen solchen vermeintlich vermarkten! ) ihre Personaldichte abbauen und an der absoluten Grenze Ihrer Margen ( oder drunter! ) ihre Produkte feilbieten müssen - denn auch das "Handeln" des Preises ist ja wie auf Basaren schon lange üblich und wird von den dafür typischen Printmedien noch geschürt, gar gefordert... aber ist ja nicht deren Problem, denn die machen durch den Verkauf dieser "Information" ja auch ihren Millionengewinn! Also nur eine "Gewinnverschiebung"?

"Geiz ist geil" - solange es nicht vor der eigenen Tür ist! Dies ist aber über kurz oder lang eine Sackgasse, die auf jeden wieder in sehr sehr unangenehme Art und Weise zurückkommen wird - oder wer glaubt, dass "made in germany" in Deutschland oder international weiterhin eine verkaufsträchtige Ware ist? Die Idee aus Deutschland, in Billigländern produziert, zu Billigpreisen hier verkauft... ich frage mich nur, welcher Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Pendler oder neben der Berufstätigkeit schon heute gezwungener 400-€-Jobber diese Produkte dann noch nachfragen kann? Den oberen Zehntausend ist es egal, die kaufen das was sie wollen wo sie wollen- was ist aber mit dem Mittelstand- ach ja, den gibt es ja in zunehmenden Maße gar nicht mehr, scheine ich grad vergessen zu haben.

...Obwohl: das gelobte Finanzwesen kann es bestimmt marketingmäßig toll aufgemacht uns mit 0%-Finanzierung dann doch wieder schmackhaft machen. USA-Verhältnisse der jüngsten Zeit lassen Grüßen!

Ist "Geiz geil" oder die Überschuldung? Oder ist es die in privaten TV-Sendern zur besten Zeit übertragenen Lösung des Problems: die Möglichkeit der Privatinsolvenz... denn nach 6 Jahren kann man ja wieder von vorn anfangen aus dem Vollen zu shoppen und "tappt" dann eben wieder in die "Schuldenfalle". Nach reichen folgen eben wieder magere und darauf wieder reichere Zeiten.

Also: fegen wir vor den eigenen Türen, am besten auch vor denen der Nachbarn oder gleich neben der hohen Miete auch für die Wohngesellschaft... -
"Geiz ist geil", nur langfristig für wen?

Niels Wisgott"

Lübeck-TeaTime bedankt sich bei Niels Wisgott - immerhin ein Gast aus dem fernen München!

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