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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Gaffen am Unfallort : Auch Kritik an Medien- und Polizeiarbeit

23. März 2010 (HL-Red.). Meinung: Das "Gaffen" am Unfallort wird mit vollem Recht kritisiert. Aber was ist mit der polizeilichen Akzeptanz, Medien am Unfallort "mit-arbeiten" zu lassen, und was mit Fehlern in der polizeilichen Unfall-Aufnahme? Dazu eine Meinung von Lübeck-TeaTime, der ein Original-Foto aus einem Unfall in der Lübecker Fregattenstraße zugrunde liegt:





Dieses Foto habe ich am 24. Juni 2008 "im Auftrag - also auf telefonischen Hinweis hin" und in durchaus m. E. angemessenem Abstand für ein anderes Medium gemacht. "Kollegial weil in Ortsnähe und "andere es auch machen") angefordert. Das würde ich heute ablehnen - auch nicht gegen Honorar: Ganz einfach - weil ich denke, dass "das niemand wirklich sehen will", obwohl Medien das behaupten. Außerdem kommen solche Fotos in der Regel aus dem strafbaren (!) Abhören des Polizeifunks zustande, das heutzutage - auch, weil Medien oftmals Monopolstellung haben - eher, von der Polizei offensichtlich als "Kavaliersdelikt" geduldet und damit ungeahndet bleibt. Mir wurde auf Nachfrage erklärt, dass "das ja alle machen". Warum werden der Presse nicht wie früher von der Leitstelle Hinweise an die Medien gegeben, die deren Arbeit legalisieren würde. Warum wird die Presse nicht "glashart" befragt, woher sie "vom Geschehen" so rasch wussten - und mitunter schneller vor Ort sind/waren als sogar die Einsatzkräfte? Diese Beantwortung erspare ich mir allerdings.

Passt also absolut und zudem als Ergänzung zum vorheringen Minister-Thema "Gaffen.

Zum von mir gezeigten Foto eine weitere Kritik, die mich in gewisser Institution nicht "beliebter" gemacht hat: In der Polizeimeldung zum gezeigten Unfall war vom städtischen Fahrzeug "am Straßenrand" die Rede. Zu erkennen: Das Fahrzeug stand zumindest nach dem Unfall teilweise auf dem zuvor vom Kind befahrenen Fahrradweg. War das wichtig? Wie sah also dazu die polizeiliche Unfallskizze aus, die auch für die Schadenshaftung entscheidend gewesen ist. Selbstverständlich kann es sein, dass das Fahrzeug ursprünglich tatsächlich am "Straßen/Fahrbahnrand" gestanden hatte. Auf dem Foto hinten links jedenfalls eindeutig zu sehen - teilweise abgestellt - auf dem Fahrradweg.

Meine Mail-Nachfrage (mit Foto) dazu wurde leider nicht beantwortet. Es kann also nur gehofft werden, dass der Standort des städtischen Fahrzeugs für den Unfall nicht mitentscheidend war - und vor allem das "verunfallte Kind" (eine wie andere merkwürdige Sprachschöpfungen), das den Fahrradweg (deswegen?) verlassen hatte, ohne bleibende Schäden wiedergenesen ist.

Was also schlimmer: Gaffen - reißerische Medienarbeit oder ggf. oberflächliche polizeiliche Unfallaufnahme?

Das alles fragt sich
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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