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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Stadtverkehr(t): Was ist nur aus den Linien 9 und 19 geworden?

19. Dezember 2009 (HL-Red.) Lübeck-Lupe/Meinung: In diesen Tagen habe ich persönliche Erfahrungen mit der "neuen" Linien-Politik des Lübecker Stadtverkehrs gemacht. Mag sein, dass zwischenheitlich auf vielseitigen Protest hin irgendwelche (vorhersehbaren?) zusätzlichen Busse Richtung Uni/Fachhochschule und zurück laufen. Am Dienstag jedenfalls bin ich zu Familia Schwartauer Landstraße mit Linie 1 gefahren und entschied mich, da dort ein bestimmter Artikel nicht mehr vorrätig war, zur Stockelsdorfer Filiale, wo der Artikel für mich reserviert wurde, auszuweichen. So stieg ich Fackenburger Allee aus, um an der Adlerstraße in die Linie 9 umzusteigen. Abgesehen davon, dass diese Station unnötig weit und nicht parallel zur Richtung Innenstadt liegt, war wohl der 9er gerade "weg".




Foto (Reinhard Bartsch): Die Haltestelle (rot gekennzeichnet) Richtung Stockelsdorf entspricht d. E. noch den Notwendigkeiten für das frühere Arbeitsamt. Das gibt es längst nicht mehr. Platz gegenüber der Haltestelle Richtung Stadt ist ausreichend vorhanden. Und bitte nicht sagen, an den Lindenarkaden könne man auch umsteigen. Die Praxis zeigt, dass da Busse Richtung Schwartau/Stockesdorf nicht immer erreicht werden.
Eine nähere Haltestelle Adlerstraße (von der Haltestelle Fackenburger Allee/z.B. Linie 1) gäbe da mehr Chance...


Ergebnis: 37 Minuten Wartezeit, die Verspätung eingerechnet. Fünf Minuten Kaufzeit dann in Stockelsdorf, sieben Minuten, um wieder die Linie 9 an der Marienburgstraße Richtung Stadt zu erreichen. Im "Schweinsgalopp" also unter dem Eindruck, sonst erneut ca. 30 Minuten warten zu müssen.

Ich muss dazu sagen, dass mich absolut nicht interessiert, ob Stockelsdorf oder Bad Schwartau nicht genügend Zuschüsse leisten, um diese Linie zu stützen. Aber eine solche wichtige Linie halbstündlich laufen zu lassen, ist - nicht "pardon" - eine absolute Unverschämtheit. Die (einzige) Linie 1 über die Schwartauer Allee mit Ziel Bad Schwartau und zurück fährt wenigsten im 20-Minuten-Takt.

Aber die Linie 9 als ebenfalls einzige Linie (die Linie 7 dazu zu zählen ist m. E. "albern" weil mit Riesenumweg) und dazu mit Endpunkt etwa Uni- Klinik noch als zertifizierten Service bezeichnen zu lassen, ist - ummenschlich. Wissen Sie im Lübecker Stadtverkehr überhaupt, "warum" eine Verbindung zu einer Klinik besonders "sensibel" anzusehen ist, scheint nicht zutreffend. Sicher fahren Entscheidungsträger nicht Bus - sondern Auto.

Heute durfte ich, püntklich zu 14.57 Uhr am ZOB erneut "gut" 30 Minuten warten, bis die erwartete Linie 9 kam. Von einer Linie 19 auch nichts zu sehen. Was mich dabei ärgert, ist nicht die Verspätung, die sicherlich an den Wetterverhältnissen lag, sondern das unzeitgemäße "Schweigen" in Bus und am ZOB. Hätte man in (meiner) Linie 6 auf Verspätungen hingewiesen - etwa, dass Fahrgäste auf die Linien 6 oder 4 ausweichen oder darin bleiben sollten, um von der Ratzeburger Allee zumindest die Uni-Klinik locker zu erreichen. Das kann erwartet werden. Auch, dass am ZOB am Steig informiert wird, sollte man ohne Linien-Kontakt zuvor dahin gefunden haben.

Geht nicht, geht doch: Yes we can. So aber empfindet man sich als "Transport-Vieh" (in der Politik heißt man analog "Stimm-Vieh"). Geben Sie, "lieber Stadtverkehr", Ihre Service-Zertifizierung zurück. Sie haben diese nicht verdient. Sie sollten sich diese erst "erdienen". Ob das Fahrpersonal im Anzug mit Krawatte etwa gekleidet ist - völlig unwichtig. Service ist etwas anderes.

Tipp: Fragen Sie doch mal Ihre BusfahrerInnen. Die kennen die Probleme aus erster Hand. Die - und auch ich - könnten Ihnen Einsparmöglichkeiten im Abendverkehr etwa sofort nennen. Auch die Linie 16 am Sonntag am ZOB - in diesem Zusammenhang genau umgekehrt - enden zu lassen, widerspricht auch jeder sorgfältigen Analyse. Stellen Sie doch bei Umfragen die richtigen Fragen - und klicken nicht nur Fahrgastzahlen. Und lassen Sie besagte "Conducteure" zu Wort kommen.

Was schrieb ich als "Headline" (so heißt es heute wohl): Stadtverkehr(t). Und versprochen: Ab sofort gibt es regelmäßig kleine Erlebnisse und Kritiken. Aber auch Lob - selbstverständlich. Unterwegs bin ich genug mit Ihren Linien. Aber so geht es nicht. Das ist keine kompetente Arbeit - zudem unterstützt auch noch durch erneut erhöhte Fahrpreise.

Weniger nette Grüße an den SL,
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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