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Agentur für Arbeit Lübeck

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Morgen 4. Advent & Heiligabend - Koordination Geschmackssache?

23. Dezember 2017 (HL-Red-RB) In eigener Sache & Meinung: Eigentlich hatte ich mir die weiter textlichen Vorbereitungen zum morgigen „Sonntag“, so nenne ich den erst einmal, denn nicht nur der 4. Advent wird uns erfreuen, sondern dazu kommt einer der sicherlich schönsten Festtage des Jahres – der Heiligabend. Aus welchem Grund auch immer, da halte ich es mit dem Preußenkönig Friedrich dem Großen und seinem Zugeständnis „ chacun à son goût - jeder nach seinem Geschmack“, also einem „Warumund wie auch immer“.
Es treffen also für mich – und dazu in durchaus ähnlicher Weise – zwei Anlässe auf e i n e n Tag zu. Sicherlich nicht einmalig, denn die Daten im Kalender wiederholen sich, wenn auch zumeist nicht früher, sondern später. So die Super-Vollmonde, aber was schreibe ich – sind wir auf dem Mond? Nein, es sind solche etwa wie morgen, wenn der 4. Advent und Heiligabend auf einen Tag treffen. Da fragt frau/man sich, wie und in welcher Reihenfolge diese begangen werden können oder sollten. Oder einfach so, wie es kommt?

Denke nein. Denn erst einmal sollten wir unterscheiden zwischen den Vorbereitungen zum Heiligabend und der Bescherung, wenn da andere Daten wie Nikolaus oder Dreikönigstag das nicht bereits geregelt haben oder werden. Morgen, wenn das Doppelfest gefeiert wird, zwingt schon die zeitliche Trennung von besagter Vorbereitung und Wahrnehmen, wie es angemessen sein dürfte. Vielleicht ist es sinnvoll, rasch greifbarer Nähe die „Hügel oder Berge“ an Geschenken, da erinnere ich mich an Loriots Entsorgungsversuch, den Verpackungsmüll einfach auf den Flur werfen zu wollen, aber beim Türöffnen bereits von dem der Nachbarn begraben werden.

Aber eines nach dem anderen: Nach „Würstchen mit Kartoffelsalat“ als Heiligabend - Menue oder, bei aller Ehre meiner Mutter gegenüber, und nun kommen mir Gedanken in mir auf, mit denen ich eigentlich so nicht gerechnet hatte. Nämlich, dass es Zeiten gegeben hat, in denen frau/man sich nach solchem geradezu gesehnt hätte: Eine Zeit, an die sich sicherlich noch viele Menschen erinnern, sprechen sie jedoch davon, wird das jedoch lieber abgetan und verdrängt. Ist es mir jedoch wert, und gemeint sind dabei alle die Mütter, die das erleben, nein erleiden mussten mit ihren Lieben. In diesem Fall die Zeit von Flucht und Vertreibung in den Wirren des II. Weltkrieges, in der meine Mutter mit uns von Ostpreußen über das vereiste Haff mit dem Treck, also mit Pferd und Wagen, vor der Roten Armee fliehen mussten. Vertrieben, also nicht nur geflohen, wenn der gewisse Unterschied gerade in heutiger Zeit auch oftmals Politiker nicht klar zu sein scheint, um das einmal klar zu stellen. Im schlimmsten Jan-Wintermonat 1942 kaum noch etwas zu essen. Eine oftmals Katastrophe für Säuglinge, ich war gerade ein Jahr alt, die mit Glück im Mund der Mutter aufgetaute, auf den Schnee bedeckten und vereisten Feldern am Rande der Fluchtwege gefundene und damit rohe Rübenstücke zu essen bekamen, und viele von ihnen nicht überlebten. Soweit ich hörte, von unserem ganzen Treck nur noch ein Altersgenosse. Selbstverständlich erinnere ich mich daran nicht, aber ich möchte in diesen Tagen durchaus darauf aufmerksam machen, dass (Kriegs-) Gräuel keine besseren sind, wenn sie nicht von „rechts“ kommen. Schon Lenin und Stalin haben das gezeigt, und auch ein gewisser Napoleon hat sich auch nicht mit Ruhm auf seinen Rückzügen dabei „bekleckert“.

Zurück zur „Rübe, die jahrelang als Erinnerung an solche Zeiten bei uns als Eintopf nervten. Irgendwann dann doch „Würstchen mit Salat“ einkehrten. Heute, ich gebe es zu, in meiner späteren eigenen Familie durch Räucherlachs, mit dem skandinavischen Angelmesser von Hand geschnitten und sogleich in den Mund gesteckt, eine andere Art Delikatesse Tradition wurde. Im Stillen von mir aber immer dabei, und an dieser Stelle, Erinnerung und liebevoller Dank an meine Mutter. Und zugleich ein Dank an alle Mütter, die solche schlimmen Dinge nicht nur erlebt haben, sondern darin inmitten mit ihren Kindern leben müssen. Das gibt es wohl und wird es immer geben – die Menschen haben nicht dazugelernt und werden es auch nie. Vor allem allen voran diejenigen, die ihre Macht in Gewalt ausarten lassen. Bequem auf dem „Sessel in der Etappe“, meinetwegen auch in anderem, dafür sicheren Abstand zum Geschehen.

So breche ich nun diese Gedanken ab und werde dennoch einen Weg finden, der mich zurückführen wird – in die weiteren Vorbereitungen von schließendem Advent und sich öffnender Weihnachtszeit.

Als hätte ich es gewusst - mein Gedankenstrom ebbt nicht ab - und von wegen "Strom": Einen Unterschied gibt es doch. Und gut so, dient dieser doch unsere Sicherheit. Den guten alten Adventskranz etwa auf dem Tisch werden wir weiter mit Kerzen bestücken, die dann als "offenes Feuer" leuchten dürfen. Mit dem Tannenbaum halten wir es dann doch seit langem anders: an diesem strahlen E-Kerzen. Aber ein wenig altmodisch sind wird doch, auch wenn angeblich die Technik "aufgeholt" sein soll: Wir haben zwar auch eine LED-Kette, aber zur Ehre kommt immer noch die gute, alte herkömmliche mit dem lieblichen Warmton...

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