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Agentur für Arbeit Lübeck

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Das Märchen von der Schaukel am Himmel

22. Dezember 2017 (HL-Red-RB) Auch "nur Wohlergehen" ist nicht nur selbstverständlich in dieser Welt. Lübeck-TeaTime-Herausgeber Reinhard Bartsch schrieb einmal diese kleine "Geschichte" und bemerkt dazu vorab: Heiligabend - erst einmal ein normaler Tag, der jedoch in einen ganz besonderen Abend übergehen wird. Eine auch "Geschichte" zwischen den Gedanken, dass nicht alles selbstverständlich ist. Nicht einmal, dass ein Kind auf einer Schaukel - schaukeln kann, so sehr es sich das auch wünschen mag. Ein Wunsch vielleicht sogar auf seinem Wunschzettel...

Das Märchen von der Schaukel am Himmel
"Einst, als man nicht nur in der Weihnachtszeit all' die vielen Sterne am Himmel glitzern und glänzen sehen konnte, die Sonne jeden Tag ihren Lauf in glutroter Farbenpracht frühmorgens begann und sich abends in betörendem Farbenspiel zur Ruhe begab, war es für einen kleinen Jungen die größte Freude, den Himmel zu bestaunen. Das teilte er mit vielen anderen Kindern, aber es faszinierte ihn besonders des Nachts, wenn sich Sternschnuppen funkensprühend einen Weg durch das Silber der Sterne als Himmelsboten bahnten. Dabei glaubte er, seine Mama schliefe einen tiefen, tiefen Schlaf. Tatsächlich aber hatte sie das längst bemerkt, und wenn sie ihn dabei durch den Türspalt seines Zimmerchens beobachtete, ging ein Lächeln über ihr Gesicht und fand Verständnis für sein heimliches Glück. Denn eines unterschied ihren Jungen von den meisten anderer Kinder: Er war sehr krank, dass keine noch so gute Medizin der Welt ihn zu heilen vermochte. Nicht ein Fünkchen Hoffnung war gegeben, wieder so gesund zu werden, um mit all den anderen draußen fröhlich herumzutollen. Das wusste nicht nur seine unendlich besorgte Mutter, sondern er auch selbst. Dabei ging der Junge sehr tapfer damit um, und sie machte ihm jede Freude, die ihr nur möglich war.
Am Tage, wenn die Sonne hell am blauen Himmel lachte, saß er am Fenster seines kleinen Zimmers und schaute hinaus. Die warmen Sonnenstrahlen lachten ihm zu, und er erfreute sich mit großen Augen an den blühenden Büschen , den bunten Blumen und den piepsenden Vögelchen vor dem Haus. Er vergnügte sich selbst am Spiel der schaukelnden Kinder auf der nahen Wiese: Hei, ho, auf und ab, und hin und her!
Er fragte seine Mutter schon lange nicht mehr, warum, und gerade er, am Spiel der anderen draußen nur noch zusehen konnte. Sie grämte sich im stillen, auch wenn sie immer wieder tröstete, dass sich eines Tages alles zum Guten wenden werde. "Warte nur und hab' Geduld. Der liebe Gott, der weiß um dich und lässt dich eines Tages wieder auf die herrlich bunte Wiese. Dann kannst du schaukeln, schaukeln nach Herzenslust - so lange, wie du es nur willst!", versprach sie immer aufs neue, auch wenn sie dabei in ihrem schmerzenden Herzen sehr, sehr traurig war.
Der Junge aber ließ es sich nicht anmerken, dass er es viel, viel besser wusste. Er war es eigentlich auch, der ihr Mut und Kraft gab, nicht zu verzweifeln, sondern sogar Mut zu schöpfen, dass er auf wundersame Weise gesunden könnte: "Auch wenn der liebe Gott dort droben noch so fern ist - er sieht auf mich herab und hat mich lieb!"
Eines grauen Tages aber, der Himmel hatte sich verhangen, erbarmte sich der Allmächtige. Er holte das Kindlein zu sich und schenkte ihm den ganzen Himmel: "Deine Sehnsucht, mit der Schaukel fröhlich durch die Luft zu schwingen, soll wirklich werden auch für dich. Denn ich habe ich ein Geschenk für dich, das viel, viel länger währt, als nur das Lebenslicht des Menschen: Du sollst eine Sternschnuppe sein, die nie verglüht, und die des Nachts das Universum bis in die Unendlichkeit voller Freude durcheilt. Am Tage aber sind alle bei dir, die du von Herzen liebst. Alles Glück, das ich dir auf Erden vorenthielt, wirst du nun mit ihnen teilen! Und zur Weihnachtszeit sollst du den Stern von Bethlehem begleiten, damit den Weg er immer findet, und es endlich Frieden wird auf Erden!"
Der Mutter drunten, der vor Kummer fast das Herz zerbrochen war, ließ Er im Traum die Glückseligkeit ihres Kindes miterleben: Die Sternschnuppe, die von Stund' an des Nachts funkensprühend von einer Seite des Himmels zur anderen sauste. Gar so, als schaukelte es schwungvoll von einem Stern zum anderen: Hei, ho, und auf und ab, und hin und her!
Nun wusste sie, dass alles Leid auf Erden für ihren Buben zu Ende war, für ihr Kind, das jauchzend, die Arme ausgebreitet, durch den Himmel stob - bis zu dem Augenblick, da Gott ihr gnädig war, und es sie oben über dem Firmament endlich an sein fröhliches Herzchen drücken durfte: Hei, ho, und auf und ab, und hin und her!"

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