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Agentur für Arbeit Lübeck

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"Geheimakte"BauprojektBalticSchule - Anwohner-Info Fehlanzeige

26. Juli 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Eigentlich gehört es zu Umgangsregeln, dazu nicht nur zwischen Menschen untereinander, sondern auch wie im gegebenen Fall zwischen einer Stadtverwaltung und Anwohnern eines betroffenen Bereichs, wenn vor allem Bauarbeiten nicht erst den „Lärm“ oder andere Beeinträchtigungen auslösen, sondern vom „ersten Planungsschritt bis Ende der Bauausführung“ sollte informiert werden.
Da wunderte frau/man sich, dass im Februar der erste Teilbereich – von. Bäume, Gehölz und Sträuchern auf dem – und nun genannten - Baubereich Baltic Schule /ehemalige Otto-Passarge-Schule gerodet wurde.

Erlaubt von den Bestimmungen zu Baum- und Heckenschnitt nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes zwar, die erst – und vorverlegt seit diesem Jahr vom 15. auf den 01. März und bis 30. September - die Schonzeit einläuten, und nach denen nur unter besonderen Bedingungen „geschnitten“ werden darf. Auf Stock schon gar nicht. Was passierte aber: Der Bewuchs lag also „flach“, grobe Stücke wurden zerkleinert und abgefahren, Buschwerk und Stubben allerdings blieben liegen. Gefahr für Bodenbrüter der Vogelwelt wie Rotkehlchen also, nicht nur ihren Lebensraum , sondern noch schlimmer, ihre neu gebauten Nester, so in diesen Hinterlassenschaften, dann auch noch durch spätere Abfuhr zu verlieren. Wer nun bei Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Fachbereich der Hansestadt Lübeck geglaubt hätte, im notwendigen Umfang zu den offenkundig beginnenden – und Maßnahmen informiert zu werden: Fehlanzeige.



Das einzige, was passierte: Der Abtransport von auf dem Boden liegenden Schnitt pp. wurde veranlasst. Die Antwort leider nur „...das beauftragte Unternehmen führt dies unverzüglich durch, sondern baldmöglich“. Das eigentlich unverständlich, begann nun schon die Nist- und Brutzeit der Vögel. Kein Wort leider dazu, hier würde eine Baumaßnahme begonnen, die zwei Jahre (!) andauern wurde. Leider auch keine informierende Berichterstattung seitens der Medien, von einem Hinweis, im Bereich der Baltic Schule würden 6,8 Millionen verbaut für Sanierung & Co, vielleicht noch der Hinweis, die Possehl-Stiftung würde diese komplett finanzieren.
Ab 04. Juli die nächste Aktion durch den „Bereich Grün“ mit Schnittarbeiten im Bereich Stichweg Korvettenstraße/zukünftige der Baustelle bis zum Bolzplatz Stichweg Fregattenstraße/Baltic Schule. Mein Hinweis auf das Verbot der Schnittarbeiten innerhalb der nun geltenden Schonzeit wurde - kurz nach Beginn der Arbeiten bereits – abgetan mit „...ab Jehann (Johannis) und Juli“ wäre das erlaubt. Der Anruf bei der städtischen Naturschutzbehörde blieb drei Tage auf Anrufbeantworter. Ein Rückruf von dort kam nicht. Immerhin, als längst zu spät, weil der Schnitt passiert war, der Hinweis, ein dafür „Gärtner“ verantwortlicher sei erst „dann und dann“ wieder da und man würde das abklären. Meine eigentliche Frage, ob die Hansestadt Lübeck nicht an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden sei, fand dann Klärung, es sei tatsächlich verbotswidrig geschnitten worden. Vor allem im Bereich Bolzplatz sogar statt eines Schonschnittes - auf Stock. Damit – und eben nicht nur dort - also Lebensraum und Nahrung jetzt bis in den Winter – dezimiert. Eine „kleine“ Katastrophe für die Vogel- bis Insektenwelt.




Diese "Verhüllung" wurde noch vervollständigt über die gesamte Zaunlänge. Aber eine Christo-Verhüllung ist dann doch etwas anderes...


Dann ab 13. Juli die Aufstellung des Bauzauns, bei dem dieser „verhängt“ wurde. Wenn ein Theater etwas beginnt, hebt sich der Vorhang. Hier umgekehrt – hier ist dieser gefallen. Warum? Keine Ahnung: Sollen die SchülerInnen nicht über den Zaun hinaus schauen können – oder Passanten nicht, was das gearbeitet wird?

Schließlich am 20. Juli Motorengeräusche von großen Baufahrzeugen wie­ Bagger und LKWs: Die Baustraße von der Karavellenstraße über einen Teilbereich des Parkplatzes Baltic Schule, den Stichweg bis an den Bauzaun ehemalige Otto-Passarge-Schule wurde hergerichtet. Und seit dem finden umfangreiche Erdarbeiten bis hin zur Erneuerung bauüblicher Untergründe wie Mauerwerk mittels Bitumen-Anstrich statt.








Die - nahezu peinlich - unterbretterten Fenster zeigen eindrucksvoll, dass hier eine Sanierung längst überfällig ist

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Vergebliche Bemühungen wie über die Homepage HL unter Bauwesen "Erteilte Aufträge" brachten mir keinen Recherche-Erfolg. Die Nachfrage bei der Hansestadt wurde inzwischen, also heute, "überholt", so dass nun mehr über das Bauprojekt bekannt wurde. Eigentlich hätte ich gerne sogleich bei den wirklich beginnenden Bauarbeiten berichtet, nur fehlten eben die Fakten dazu. Die waren im Bericht zuvor zu lesen, so dass ich die hier nicht wiederholen muss.

Bleibt abschließend festzustellen, dass es dennoch "nett" gewesen wäre, den Anwohnerinnen und Anwohnern beipielsweise mit einer kleine Feierstunde auf dem Schulhof vor dem Eingang der Baltic Schule das Bauprojekt vorzustellen und auf das Kommende vorzubereiten. Schade, denn das wurde bereits auch bei kleineren Projekten so gehalten. Bei einem "Millionen-Projekt" - wie hier - wäre das allemal angemessen gewesen.

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