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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

20. Juli 1944: Attentat auf Hitler - Blick über 50erJahre hinaus

20. Juli 2017 (HL-Red-RB) Wer zeitgeschichtlich interessiert ist, wird in diesen Tagen einiges an Dokumentationen zum "20. Juli 1944" im Fernsehen gefunden haben: Der Tag des Attentats von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf "Reichsführer" Adolf Hitler. Lübeck-TeaTime hat seit Erscheinen regelmäßig auf diesen Tag hingewiesen. Dieses Jahr wird darüber hinaus ein weiterer Blick bis in die 1950er Jahre getan, wenn auch ein nur ganz bestimmter - und mit auch "lokalem" Hintergrund.

Das Attentat bekanntermaßen nicht die Tat eines "Einzelgängers", sondern eines oder auch mehrerer Kreise, die jedoch ohne Erfolg blieb. Die "berühmte" Aktentasche mit der Bombe, allein gelassen und kurz vor dem "wichtigen" Augenblick zufällig und damit entscheidend zur Seite geschoben, detonierte zwar. Adolf Hitler überlebte jedoch nur leicht verletzt und traf kurz darauf am Tatort, seinem Hauptquartier, der ostpreußischen "Wolfsschanze, den italienischen Diktator Mussolini.

In "Wikipedia" ist im übrigen folgendes nachzulesen:
"Das Attentat vom 20. Juli 1944 ist als bedeutendster Umsturzversuch des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus in die Geschichte eingegangen. Die Beteiligten der Verschwörung stammten vor allem aus dem Adel, der Wehrmacht und der Verwaltung. Sie hatten vielfach Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Unter den mehr als 200 später wegen der Erhebung Hingerichteten waren ein Generalfeldmarschall (Erwin von Witzleben), 19 Generäle, 26 Oberste, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre sowie der Chef des Reichskriminalpolizeiamts; des Weiteren mehrere Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten. Voraussetzung für den geplanten Machtwechsel war ein erfolgreiches Attentat auf Adolf Hitler. Die von Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einer Aktentasche unter dem Lagetisch in der Wolfsschanze platzierte Sprengladung tötete den Diktator jedoch nicht. Diese Tatsache und das Zögern beim Auslösen der „Operation Walküre“, des Plans zum Staatsstreich, ließen den Umsturzversuch scheitern."

In Wikipedia ist ausführlich dargestellt, welche Folgen sich aus dem fehlgeschlagenen Attentat ergeben haben - vor allem eine Vielzahl von Hinrichtungen. Einer der Ersten der Attentäter selbst, an den mit diesem Beitrag auch in Lübeck-TeaTime erinnert werden soll.

Allerdings sollte in dem Zusammenhang auch der Name "von Kortzfleisch" in Erinnerung gerufen werden. Dies zu Joachim Otto August Achatius von Kortzfleisch, zu dem es in WIKIPEDIA weiter heißt: ..." (* 3. Januar 1890 in Braunschweig; † 20. April 1945 bei Wulwesort, Sauerland) war General der Infanterie der deutschen Wehrmacht.
Im März 1943 wurde Kortzfleisch dann zum Befehlshaber im Wehrkreis III in Berlin ernannt. Als solcher kam er direkt mit den Ereignissen des 20. Juli 1944 in Berührung. Durch seine regimetreue Haltung trug er e n t s c h e i d e n d zum Scheitern des Widerstandes bei, indem er die Walküre-Befehle für den Wehrkreis trotz massiven Drucks seitens der Verschwörer nicht unterzeichnete, weshalb der Linzer Oberstleutnant i. G. Robert Bernardis einen Teil dieser Aufgabe übernehmen musste und dafür gehängt wurde.

Vielleicht eine späte Rache des "Adels", der über den Sohn und Kronprinzen Kaiser Wilhelms II. die Machtübernahme Hitlers unterstützt hatte, wobei dieser davon ausging, unter diesem "Präsident" zu werden. Hitler ließ ihn jedoch in seinem Erfolg fallen.

Bemerkenswert ist, dass Kortzfleisch ein angeheirateter Schwager von Stauffenbergs Cousine Olga von Üxküll (verheiratet mit Fredy von Saucken) war. Bei deren Hochzeit am 28. Oktober 1943 trafen sich ... nicht weniger als fünf Widerstandskämpfer des 20. Juli, nämlich Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, Nikolaus Graf von Üxküll-Gyllenband, Peter Graf Yorck von Wartenburg und Caesar von Hofacker.
...
Kortzfleisch wurde am 2. März 1945 zum Befehlshaber der Rheinbrückenköpfe der Heeresgruppe B unter Generalfeldmarschall Walter Model und geriet mit dieser im weiteren Verlauf der Kriegshandlungen in den so genannten Ruhrkessel. Am 20. April 1945 unternahm er mit einer Handvoll Soldaten den Versuch, sich durch die feindlichen Linien zu schlagen. Der Trupp wurde jedoch von einer US-Patrouille in der Nähe von Schmallenberg-Wulwesort entdeckt und umzingelt. Kortzfleisch kam der Aufforderung sich zu ergeben nicht nach, sondern riss den Arm zum Hitlergruß hoch und wurde daraufhin durch einen Schuss in die Brust getötet.

Auf dessen Sohn Siegfried (* 5. Juli 1929 in Dresden; † 27. Juli 2014 in Lübeck) war ein deutscher evangelischer Theologe und Journalist, war zeitweilig verheiratet mit (Lübecker Marien-Pastorin) Ina, geb. Brinkman verheiratet und lebte seit 2008 in Lübeck. Auf beide soll hier nicht weiter eingegangen werden. Über diese sind aber hinreichende und auch interessante Ausführungen in WIKIPEDIA zu finden. Vor allem auf Siegfried von Kortzfleisch bezogen - eine Vita, die über das Thema der Anschlags-"Täterkinder" auch einen Blick auf "Opferkinder" vermittelt. Noch in den 1950er Jahren Letztere verehrt, die anderen missachtet - etwa in Schulen, in denen das im Grunde überwundene Nazi-Regime nachhaltig weiter wirkte und "Täterkinder" nicht selten weiter zu leiden hatten. Ein Themenbereich, der es lohnt, selbst einmal zu recherchieren. Quellen - wie WIKIPEDIA - gäbe es dazu hinreichend.

Eben wie die diesseitige Recherche, die Erkenntnisse erbracht hat, die - obwohl kein Geheimnis - weitgehend unbekannt sind oder einfach nicht vermittelt wurden oder werden.

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