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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

TodestageDr.Poppinga/Dr.Adenauer 16./.19.04.:Zeitzeugen Mauerbau

15. April 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Nach der Phoenix - Sendung heute um 21 Uhr „Das Jesu Rätsel“ Doku 2014 – nicht gesehen – dafür Historiy, ab 21.45 Uhr, um zu den vorgesehenen Beitrag festzustellen – ausgerechnet eine Doku über „Dr. Konrad Adenenauer“, den ich selbst noch als Kind und Jugendlicher bis hin zu meiner ersten beruflichen Tätigkeit in Bonn bzw. Köln als Bundeskanzler „erlebt“ habe, wohl mehr ein Zufall. Ich wuste zwar um seinen Todestag 19. April 1967 (Rhöndorf), der sich also in wengien Tagen zum 50. Mal jährt.
Nicht bewusst und in Erinnerung die auch sehr kritischen Ausführungen zu dessen vor allem Wirken zum und nach Ernennung zum Bundeskanzler, wie diese in der Doku zum Ausdruck kamen. Darauf will ich nicht eingehen bis auf eine Passage, die einfach „unberücksichtigt“ geblieben ist, nämlich die Reaktion oder auch Nicht-Reaktion des Bundeskanzlers auf den Berliner Mauerbau 1961. Warum „übersprungen“ - aber bewertet – aus welchen Gründen auch immer.
Denn interessant zu wissen, dass nicht nur die Amerikaner davon überrascht wurden, sondern auch die Deutschen. Der Einzige, der hautnah und vor Ort war – Willy Brandt, seines Zeichens Regierender Bürgermeister von Berlin. Nicht nur das - er hatte "zufällig?" politischen aus den USA. Was zwischen denen ob der Mauer-Überraschung strategisch lanciert wurde, was auch immer. Jedenfalls für den Bundeskanzler, der davon „in Rhöndorf“, auf der rechten Rheinseite nahe dem linksrheinischen Bundeshaus, nicht nur eine Überraschung, sondern mangels Informationen und zeitgerechter Einbindung in die Verhaltensüberlegungen und -maßnahmen der Alliierten zumindest zunächst ein Problem hatte. Zwar von seinem Minister Ernst Lemmer informiert, machte das lange Schweigen der USA ihm als Bundeskanzler der Bundesrepublik gegenüber angemessene Entscheidungen über das, was zu tun sei, zunächst unmöglich. Wenn er dann einen "eigenen" Weg dazu ging, typisch für ihn, der so oft nicht immer nur oder zumindest gleich "Freunde" damit gefunden hat - dafür jedoch lange Zeit großen und vor allem internationalen Erfolg.

Woher das zu wissen? Nun, Dr. Anneliese Poppinga, persönliche Sekretärin des Bundeskanzlers und damit Zeitzeugin, hat die „Wahrheit“ erlebt und darüber auf Einladung der Jungen Union, des CDU-Ortsverbandes Marli-Brandenbaum-Eichholz, der Kommunalpolitischen Vereinigung swie der CDU-Bürgerschaftsfraktion der Lübecker CDU im Audienzsaal des Lübeker Rathauses am 05. September 2001 berichtet.





Ich war als Pressevertreter dabei und habe nicht nur diesen Vortrag gehört, sondern sogar das Original - Manuskript der Vortragenden im Anschluss zur freien Verfügung übergeben bekommen.
Da ich über meinen damaligen Pressebericht noch verfüge, stelle ich diesen noch einmal vor. Das für mich in Stich lassen des Bundeskanlers durch die USA ist wohl mit dem Berliner Regierenden Bürgermeister politisch abgesprochen gewesen, wie aus dem besagten Vortrag zu schließen. Aus der Sicht des Bundeskanzlers hat Letzterer sogar die Sachlage dazu sehr aus eigener Sicht "verkündet". Eine Gegendarstellung jedenfalls blieb dem Bundeskanzler durch Verweigerung des Fluges nach Berlin verwehrt.

Jedenfalls wurde zum späteren Besuch des US-Präsidenten J. F. Kennedys in Berlin dieser, Willy Brandt und Dr. Konrad Adenauer nebeneinander stehend im Fahrzeug und auf der Aussichtsplattform an der Mauer gegenüber dem Brandenburger Tor , vom smartem, jungem Mann, dem die Zukunft gehört, wie auch immer Willy Brandt, und dem greisen Bundeskanzler gesprochen, Letzterem gegenüber jedenfalls kaum Löbliches ausgesprochen, vielmehr den Eindruck vermittelt, der Bundeskanzler hätte auf den Mauerbau nicht angemessen reagiert.

Womit ich bei meiner Recherche heute jedenfalls absolut nicht gerechnet hatte, war die Feststellung, dass Dr. Anneliese Poppinga am 16. April 2015 verstorben ist, sie also morgen ihren Todestag hat. Da ich jedoch mit diesem Bericht nicht am Ostersonntag auf diesen Tag bzw. deren Vortrag damals in Lübeck aufmerksam machen möchte, nun als Abschluss für den heutigen Redaktionstag. Zumal wieder einmal gezeigt wurde in der genannten Doku, dass zwar nicht unbedingt erwartet werden kann, dass solche „vollständig“ sein kann. Aber „jemand“ angemessenes Handeln abgesprochen wird, obwohl die dazu notwendige Grundlage, in diesem Fall bedingt durch ungemessenes Ver- und Hinhalten der USA dem Bundeskanzler gegenüber, und das „Sagen“ hatten diese damals in Dedutschland eindeutig noch, nicht gegeben war.

Nun zu meinem Bericht aus 2002:
„Adenauer-Mitarbeiterin im Audienzsaal zum Mauerbau vor 40 Jahren:
US-Verweigerung des Berlin-Fluges verhinderte neuen Aufstand
Mindestens 30 Jahre hüten rechtliche Vorschriften politische Geheimnisse. Die in Lübeck geborene Dr. Anneliese Poppinga, Mitarbeiterin Dr. Konrad Adenauers von 1958 bis 1967, und damit auch in den Zeiten des Mauerbaues in Berlin, brach ihr Schweigen 1994 mit ihrem Buch „Das Wichtigste ist der Mut - Konrad Adenauer - die letzten fünf Kanzlerjahre“. In diesen Tagen gab sie im Audienzsaal des Lübecker Rathauses auf Einladung der CDU Gelegenheit, Näheres über diesen brisanten Abschnitt des Kalten Krieges zu erfahren.
Noch 1958 war es dem damaligen amerikanischen Präsidenten Eisenhower in Verhandlungen gelungen, der ultimativen Forderung des sowjetischen Ministerpräsidenten Chrustschow auf Status einer „Freie Stadt“ für Berlin zu vermeiden, berichtete die heute 76-Jährige, die in der Lübecker Ernestinenschule 1949 Abitur gemacht hat. Die weiter schwelende Berlin-Krise flammte dennoch 1961 wieder auf, als der neue US-Präsident J. F. Kennedy auf das fortgesetzten Säbelrasseln Moskaus mit Truppenverlegungen des Westens reagierte. Er forderte den US-Kongreß außerdem zur Zustimmung zu massiven Truppenverstärkungen auf und kündigte Vorbereitungen für den Zivilschutz an für den Fall eines nuklearen Krieges. Aber er bot den Sowjets auch Verhandlungen an. Diese stellten ein erneutes Ultimatum mit den bekannten Inhalten nun an die Adresse der Bundesrepublik. Die USA verlangte daraufhin die Verstärkung der Bundeswehr sowie die Verlängerung der Wehrpflicht auf 18 Monate. Forderungen, die Adenauer vielleicht auch im Zusammenhang mit dem laufenden Wahlkampf ablehnte: Er setzte nicht auf Aufrüstung, sondern westliche Wirtschaftssanktionen gegenüber der Sowjetunion trotz deren Drohung bei einer militärischen Auseinandersetzung um Berlin mit einem Atomkrieg.
Auf einen Mauerbau und Stacheldraht quer durch Berlin gab es dagegen keine Hinweise. Der begann plötzlich und überraschend am frühen Morgen des 13. August 1961 mit der Schließung der Grenzübergänge zwischen dem Ost- und den drei Westsektoren. Adenauer selbst wurde über diese eklatante Verletzung des bereits 1944 vorab völkerrechtlich vereinbarten Viermächtestatusses der Siegermächte für Berlin durch seinen Minister Ernst Lemmer informiert. Dieser warnte zugleich davor, zum jetzigen Zeitpunkt nach Berlin zu kommen: Zu groß sei die Gefahr eines erneuten Aufstandes der Bevölkerung im sowjetischen Machtbereich. Adenauer wartete daher dringend auf Nachrichten aus Washington. Von dort blieb es jedoch still. Notgedrungen verwies Adenauer die Bevölkerung, den Allierten zu vertrauen. Die Amerikaner hüllten sich jedoch ihm gegenüber weiter in Schweigen. Sie akzeptierten offensichtlich die Maßnahmen der Sowjets. Adenauers Auftritt im Fernsehen am 14. August konnte somit nicht überzeugen, wobei er allerdings auch die Situation nicht zusätzlich verschärfen wollte. Außerdem befand er sich da im Höhe punkt seines Wahlkampfes, dessen er sich vorrangig annehmen wollte. Ob er anders gewollt hätte oder nicht, die dafür allein zuständigen Allierten genehmigten ihm ohnehin keinen Flug nach West-Berlin zu einer Großkundgebung am 16. August, wo er die wirklichen Geschehnisse ggf. hätte darstellen können. Dies tat dafür Berlins Regierender Bürgermeister mit eigener Version. Adenauer musste von daher mit ansehen, wie Willy Brandt am 19. 08. stattdessen mit dem diesem politisch näher stehenden amerikanischen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson im offenen Wagen den Jubel der Westberliner in Anspruch nahm. Adenauer selbst konnte erst am 22. 8. eine amerikanische Militärmaschine besteigen, um in Berlin seine Haltung darzustellen. Dr. Anneliese Poppinga begleitete ihren Chef unter anderem bei der Fahrt durch die Bernauer Straße, auf deren östlicher Seite Menschen in den Obergeschossen weinten und zaghaft mit dem Taschentuch winkten. „An anderer Stelle waren Panzer aufgefahren. Volkspolizisten versuchten, ihre Landsleute zurückdrängen. Aber auch diese winkten“, so die Zeitzeugin. „Überhaupt reagierten die meisten Berliner freundlich auf seinen Besuch!“ Ein Kommen, das selbst nach historischen Recherchen erst jetzt stattfinden durfte. Die verbreitete Meinung, Adenauer habe Berlin im Stich gelassen, hat ihn aber eindeutig die absolute Mehrheit gekostet. Seine im Gegensatz zur „harschen und emotionalen“ schriftlichen Forderung Willy Brandts an J. F. Kennedy auf sofortiges Eingreifen gezeigte besonnene Haltung wurde damals zumeist nicht verstanden. Sicher ist jedoch, dass ein Einschreiten zum Krieg geführt hätte. Für einen Mauerbau dagegen fehlte dem Geheimdienst der Alliierten jeder rechtzeitige Hinweis: Der Westen ist schlichtweg überrumpelt worden.

Interessant dazu der Hinweis eines Zuhörers mit eindeutig Berliner Akzent, der selbst Adenauers ehemalige Mitarbeiterin verblüffte: Bereits ab 17. 06. 1953 hat es seiner Erinnerung nach in Ost-Berlin bereits eine Planübung über mehrere Wochen gegeben, bei der Westberliner nicht nach Ostberlin durften. Für die S-Bahn waren oder wurden sogar schon Wendeschleifen eingerichtet- und jede Menge Stacheldraht war zu sehen. Ein „offiziell unbeoachteter oder nun in Vergessenheit geratener früher Fingerzeig?




Oliver Fraedrich, Kreisvorsitzender der Jungen Union, Dr. Anneliese Poppinga (hat 1949 auf der Ernestinen-Schule Abitur gemacht) und Roswitha Kaske vom CDU-Orstverband Eichhholz-Marli-Brandenbaum

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Vita Dr. Poppinga
Quelle: WIKIPEDIA
Dr. (Hinweis Lübeck-TeaTime: Leider der Dr-Titel nicht genannt) Anneliese Poppinga:

Anneliese Poppinga (* 3. Oktober 1928 in Lübeck; † 16. April 2015)[1] war eine deutsche Politikwissenschaftlerin und enge Mitarbeiterin Konrad Adenauers.
Leben
Anneliese Poppinga war die Tochter eines Offiziers aus Lübeck. Nach dem Abitur ging sie nach London und arbeitete dort bei der deutschen Botschaft, um ihr Studium zu finanzieren. 1951 erhielt sie eine Stelle als Sekretärin im Auswärtigen Amt.[2] 1954 nahm sie das Jurastudium in Bonn auf und arbeitete weiterhin für das Auswärtige Amt. 1955 ging sie für drei Jahre nach Tokio als Sekretärin des deutschen Botschafters Hans Kroll.
1958 begann sie ihre Tätigkeit als Konrad Adenauers Sekretärin im Vorzimmer des Bundeskanzleramts im Palais Schaumburg.
Auch nach Adenauers Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers 1963 blieb sie als wissenschaftliche Assistentin und Mitarbeiterin an dessen vierbändigen „Erinnerungen“ für ihn tätig. Nach Adenauers Tod 1967 kümmerte sie sich um den schriftlichen Nachlass.[2]
1969 nahm sie ihr unterbrochenes Studium wieder auf, studierte in München Politikwissenschaft, Neuere Geschichte sowie Völkerrecht und schloss es 1974[2] mit der Dissertation über Das Grundsätzliche in der Politik Konrad Adenauers in seinem Selbstverständnis zum Dr. phil. ab. Ihr Doktorvater war Nikolaus Lobkowicz.[3] In der Folge leitete sie das Konrad-Adenauer-Archiv in Rhöndorf und wirkte bis 1990 als Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Nach der Pensionierung wurde sie Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Stiftung.[2]
Sie publizierte mehrere Bücher über Konrad Adenauer, darunter auf Anregung von Arnulf Baring ihre Erinnerungen an Adenauers letzte Tage, deren Zeugin sie in seinem Rhöndorfer Haus gewesen war.
Anneliese Poppinga starb am 16. April 2015 in der Nähe von Frankfurt am Main.[4]."

Quellenangaben (Nr.) WIKIPEDIA

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