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Glocken läuten sonntags auch derzeit zur Konfirmation

02. April 2017 (HL-Red-RB) In den Tagen vor allem vor Ostern läuten die Glocken des Sonntags nicht nur zur Vormittagsandacht. Vielleicht dabei auch zur Vorstellung der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Wenn sich das gut eine Stunde später wiederholt, ist das übrigens zumeist ein Zeichen dafür, dass die Zahl derjenigen, die "konfirmiert" werden, gerne für zwei Gottesdienste hintereinander reichern.
"confirmandus" heißt aus dem Lateinischen übersetzt "der zu Bestärkende". Das mag zunächst unverständlich. Denn sich konfirmieren lassen zu wollen, bedeutet, über seinen – hier evangelischen – Glauben und dem, was Gott mit der Bibel vermittelt hat, hinaus das kirchliche "Leben" in der Gemeinschaft bedeutet und wie – ich will es einmal so nennen – gewisse "Riten" dieses Miteinander regeln, wobei ich mich dabei sogleich auf die "Freiheit des Christenmenschen" beziehen, die Dr. Martin Luther zudem mit seiner Reformation in den Vordergrund Gottes Angebotes stellt.
Das wiederrum erklärt sich für mich den Sinn eben der Konfirmation, über diese Freiheit dafür zu entscheiden, also zu "bestärken", sich nach einer Vorbereitung etwa des "Konfirmanden-Unterrichts", wobei ich nicht sicher bin, ob dieser immer noch zu heißt, im Rahmen einer gottesdienstlichen Feier in die Gemeinde der Erwachsenen aufgenommen zu werden. Ich erinnere, dass diese auch "Einsegnung" hieß.

Bevor ich jedoch auf einen Beitrag aus theology.de zur "Konfirmation" mittels einer "Studie" der EKD, die mit freundlicher Genehmigung der CFS GmbH - Otto W. Ziegelmeier und damit "theology.de" aus deren aktuellem NEWSletter vorgestellt wird - erinnere ich mich gerne an meine eigene Konfirmandenzeit und den -unterricht damals, in denen wir "rund um den christlichen" Glauben ein Rüstzeug vermittelt bekamen, das durchaus "schulisch" endete, nämlich mit einer "Konfirmanden-Prüfung", in denen ein Querschnitt an Fragen zu beantworten – und auch "Texte" wie die Zehn Gebote, Psalmen, das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis oder auch Liedtexte "aufgesagt" werden mussten. Abschließend wurde der Kirchenvorstand durch den Pfarrer befragt, ob dieser mit dem Ergebnis der gezeigten Kenntnis zufrieden sei, und konfirmiert werden könne. Ob da auch "durchgefallen" wurde, weiß ich nicht. Aber peinlich wäre es schon gewesen, wenn auf eine Frage nicht ausreichend hätte geantwortet werden können.
Jedenfalls fanden wir es wunderbar, die Mädels diese Zeit jede Woche im Unterricht zu treffen. Vor allem nahmen wir "Jungs" gerne die Gelegenheit wahr, sie danach zu ärgern, so dass diese irgendwann fünf Minuten eher gehen durften als wir. Einige der Mädels allerdings warteten trotzdem draußen auf uns...
Zu Thema "Konfirmation" zurück: Vielleicht ist die Gemeinschaft innerhalb der Konfirmandinnen und Konfirmanden eine mitentscheidene Prägung eines Miteinanders, das nicht nur für Kommendes von großer Bedeutung war und wohl weiter ist. Nur zeigt sich das, indem nicht nur schulische Klassentreffen über viele Jahrzehnte große Freude, aber auch Verwunderung auslösen. Die Goldene Konfirmation jedenfalls dürfte, wenn frau/man das Glück hat, viele "Ehemalige" wieder zu sehen, Erinnerungen austauschen und darüber erzählen zu können, was aus ihrem Leben geworden ist. Schmunzelnd übrigens wird dabei auch durchaus zugegeben, damals zumindest "heimlich" in jemander oder jemandem in diesem Kreis verliebt gewesen zu sein.
Was sich wohl nicht geändert hat: die Freude über Geschenke, Geschenke. Von vielen Seiten auch der Nachbarschaft. Da glaube ich jedoch, dass sich da etwas geändert hat: Nämlich in Zeiten, in denen kaum bekannt ist, wer "Nachbar" ist, weil oftmals solche nach dem Einzug es nicht mehr pflegen, sich vorzustellen.

Nun zur besagten "Studie": Konfirmation ist bedeutsam - Bundesweite Studie bescheinigt Konfirmandenzeit erhebliche Wirksamkeit für die Entwicklung Jugendlicher: Entscheidendes über den christlichen Glauben zu erfahren - das erwarten viele Jugendliche von ihrer Konfirmandenzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Konfirmandenarbeit in Deutschland, die die Universität Tübingen und das Comenius-Institut Münster in Kooperation mit dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitet haben. So empfinden 60 Prozent der für die Studie befragten 11.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rückblick, dass die Konfirmandenzeit ihnen wichtige Grundlagen gegeben hat, um über ihren Glauben entscheiden zu können.

"Mit der vorliegenden Studie gibt die evangelische Kirche Rechenschaft über ein großes Handlungsfeld kirchlicher Bildungsarbeit, das keineswegs nur eine binnenkirchliche Bedeutung hat," erklärte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, bei der Vorstellung der Studie am 2. März in Berlin. Huber bekräftigte, dass die Konfirmation in Ost und West für viele Jugendliche ein Weg zur Taufe sei, da ihnen die Konfirmandenzeit Gewissheit im christlichen Glauben gebe.

"Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell, für die Kirche nicht weniger als für die Jugendlichen, für die Familien nicht weniger als für die gesamte Gesellschaft", so Friedrich Schweitzer von der Universität Tübingen bei der Präsentation der Studie in der Evangelischen Akademie zu Berlin. Es sei wichtig zu erfahren und zu dokumentieren, wie religiöse Bildungsprozesse gelingen, so der Ratsvorsitzende Bischof Huber. "Ich sage das ganz bewusst auch vor dem Hintergrund des anstehenden Volksentscheides für eine freie Wahl zwischen Religion und Ethik an den Schulen Berlins. Jeder, der es wissen will und sich um Objektivität bemüht, kann anhand der Studie sehen: Kirchliche Bildungsarbeit steht im Zeichen der Freiheit und nicht der Indoktrination."

Die Autoren der ersten flächendeckenden empirischen Erhebung zu diesem Thema kommen zu dem Schluss, dass die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bildungsarbeit vielfach unterschätzt ist. Die Konfirmandenarbeit fördere das ehrenamtliche Engagement und helfe Jugendliche in der Ausbildung von Werten und von ethischer Urteilsfähigkeit. So habe die Konfirmandenzeit erheblichen Einfluss im Blick auf die Entwicklung von Persönlichkeit und sozialer Kompetenz von Jugendlichen.

Rund 250.000 Mädchen und Jungen, also etwa 30 Prozent aller deutschen Jugendlichen, lassen sich jedes Jahr konfirmieren. Neben 11.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden auch 1.500 Mitarbeitende und 6.000 Eltern für die Studie befragt. Zwei Drittel der Jugendlichen sind mit ihrer Konfirmandenzeit insgesamt zufrieden.
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