Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Natur: "sich wundern" - oft wenig zu tun mit Wunder

31. März 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Gestern sah ich einen "geflügelten" Freund. Nein, kein Vogel, sondern einen Zitronenfalter. So soll der heutige, neue Redtionstag beginnen. Und vorweg: Stimmt, ich kann es nicht lassen. Aber wenn ich in diesen Tagen "nur" in meinem direkten Umfeld unterwegs bin und mich dabei über diesen Frühlingsbeginn wundere, so ist damit dieses „sprunghafte“ Wetter zwischen diesig/bewölkt und gerade von Wärme begleitetem Sonnenschein gemeint. Auf die Wetterprognose für Lübeck verlasse ich micht längst nicht mehr; denn bei selbst „Null Stunden Sonnenschein“ stimmt das zumeist nicht – es ist sehr oft besser. Für heute stimmen sogar mein „Funk“ mit dem Blick ins Internet weitgehend überein: 5 Stunden Sonne bei Mittags-Temperaturen aber bis 21° C. An dieser Stelle gleich verraten die °-Aussichten bis Sonnabend ähnlich mit wahrscheinlich ein paar Stunden Sonnenschein mehr, aber ab Sonntag rutschen die Temperaturen und Sonnenschein-Stunden wohl wieder etwas ab.

Das „Sich-Wundern“ bleibt also bestehen. Nun jedoch zu anderen „Wundern“: Die auf dem Rodungsgelände ehemalige Otto-Passarge-Bereich der Baltic-Schule nach im Grunde Abschluss der Arbeiten dort verbliebenen Stubben sowie Busch- und Wurzelwerk sind abgefahren, das Gelände geglättet. Was da nun „hinkommt“ wird hoffentlich nicht erneut zu „Kopfschütteln“ ob dem Umgang mit der Natur führen. Ich werde gelegentlich versuchen, das zu klären, um rechzeitig zumindest aufmerksam zu machen.

Was selbstverständlich zu erwarten, ist der beginnende Nestbau oder auch die -renovierung der Vogelwelt. Elstern, Krähen und Tauben fliegen Erkundung, einige bereits mit dazu geeigneten Ästchen. Der Nistplatz in „unserer“ nahen Birke, den bisher Ringeltauben nutzten, lag heute im Interesse von Krähen und besagten Tauben. Vor unseren Hauseingängen ist der Frühling bei Amseln und Sperlingen zu beobachten.
Der Hecken-Schandfleck, der allerdings, wie ich gleich „beweisen“ werde, bei dem am 27. Juli 2017 durch einen eben nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben nur „schonend“ erlaubten Schnitt ein Vogelnest mit vier Eiern frei gelegt und anschließend offensichtlich auch nicht mehr von den „Eltern“ aufgesucht worden, weil kein ausreichender Schutz mehr gegeben war. Dann noch zu behaupten, dort wäre kein Nest zum Schnitt-Zeitpunkt vorhanden gewesen, auch ein „Wunder“: Zwischen dem Schnitt-Termin und den von mir gemachten Fotos auf der Hecke „Nest und Eier“ zu schaffen.

Ich will in dem Zusammenhang nicht von „unsachgemäßem“ Schnitt reden, vielmehr zeige ich Fotos aus dieser Woche, um einmal darzustellen, was eine Fachfirma als angemessenen Schnitt ansieht. Wie ich beispielsweise in WIKIPEDIA recherchieren konnte, gibt es drei Schnittformen:

„ Wikipedia
Es gibt drei Grundformen des Heckenschnitts (im Querschnitt der Hecke): der rechteckige, der trapezförmige und der ovale beziehungsweise eiförmige Schnitt. Der rechteckige Schnitt kommt häufig vor, weil er am einfachsten durchzuführen ist, hat jedoch den Nachteil, dass die Hecke in Bodennähe wegen Lichtmangels zum Verkahlen neigt, besonders natürlich bei lichthungrigen Pflanzen und hohen Hecken. Die beiden anderen Schnittformen entsprechen der Lehre, ermöglichen eine bessere Belichtung der unteren Blätter und ergeben einen dichteren Heckenwuchs.“

Nicht nur für Fachleute ist es am einfachsten, Hecken rechteckig zu schneiden. Da zieht man das E-Messer längst und fetig. Ob es aber eher daraun liegt, dass Auftraggeber und Auftragnehmer die Kostenfrage entscheidend ist, rächt sich spätestens also, wenn die Hecken in Bodennähe und höher so verkahlt sind, dass nur noch die Neuanpflanzung übrig bleibt. Dabei ist es mit modernem Schnitt-Werkzeug eigentlikch genauso „einfach“, den Schnitt schräg vorzunehmen.

Was hier als „optischer“ Mangel aussieht, ist jedoch für den „Lebensraum Natur“ insgeamt im Bereich hier der Hecken etwa für Vogel- und Insektenwelt eine Katastrophe.



Foto dieser Woche: In diesem Heckenbereich vorn war im Juli 2016 durch "Schnitt" ein Nest mit vier Eiern nicht mehr "im", sondern "auf" der Hecke


Foto 5. August 2016





Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Hier zeigt sich, dass das überaltete und knorrige „Innenleben“ keinen wirklich dichten Heckenwuchs mehr möglich macht. Hier verdeckt zudem der Jägerzaun den beklagensweerten Zustand der Anlage. Aber selbst hier wäre es mit der E-Schnittmaschine kein Mehraufwand gewesen, durch rechtzeitigen Schrägschnitt Licht ins Dunkel dicken Astwerks zu bringen.

Ob kahle Hecken den beispielsweise von Mietern aufzubringenden Nebenkosten für gärtnerische Anlagen gerecht werden, darf sicherlich bezweifelt werden.

Ob das im übrigen - auch mit Blick über den "Tellerrand" - mit dem seit einigen Jahren statt rechtzeitiger Pflege ein Kahlschlag vorgeschoben wird mit der Begründung, das "wächst sehr schnell wieder nach", kann ich aus eigenem Umfeld nicht bestätigen. "Vogelbeeren und Co" sind jedenfalls nicht nachgewachsen ebenso wie dichteres Busch und Baumwerk. Der Bestandsrückgang in der Vogelwelt hier jedenfalls ist mehr als auffällig. So unglaublich und traurig, dass über den Winter hier keine Kohlmeisen mehr zu sehen waren - nein, sind.

Es kann also nur aufgefordert werden, mit mehr Kompetenz mit der Natur umzugehen. Wer im Umfeld Baltic-Schule, und das wird in einigen Bereichen nicht viel anders sein, nur den Zustand Herbst 2016 und den jetzigen sieht, wird mehr als erschrocken sein: Kahlschlag, Rodung - wegen versäumter Pflege?

Impressum