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Drewermann: Ursachen des wahnsinnig Bösen

12. März 2017 (HL-Red-RB) Als Quelle für die "Gedanken zum Sonntag" übernehme ich gerne wieder einmal die des HL-live.de - Pastors Heinz Rußmann. Er widmet seine dem "Bösen". Das habe auch mit dem Thema Furcht zu tun, so seine These: "Warum gibt es heute noch so wahnsinnig viele Verbrechen? Im Gespräch mit Zeitgenossen taucht immer wieder diese ernste Frage mit ratlosem Kopfschütteln auf. Wir Menschen haben doch so großartige Begabungen und Fähigkeiten. Mit Intelligenz und Erfindungsreichtum und auch viel sozialer Verantwortung für unsere Familie und unseren Staat und auch Flüchtlinge haben wir nach und nach den Erdball mit Kultur umhüllt. Warum gibt es immer wieder soviel Kriege und Morde, Attentate und Verbrechen? In der Passions– und Fastenzeit denkt die Kirche im Gottesdienst darüber nach.

Zwei Antworten gibt uns die Bibel im Predigttext am vergangenen Sonntag mit der bekannten Geschichte von Eva und Adam und der Schlange im Paradies (1. Mose 3, 1 ff). Diese sind heute sehr aktuell. Die erste Erklärung wird in der Kirche seit je hauptsächlich gelehrt und steht auch heute im neuen Weltkatechismus.

Größenwahn und Narzissmus führen meistens zum Bösen. Du wirst sein wie Gott, verspricht die Schlange als Symbol des Bösen bzw. des Teufels der Eva: wenn du vom verbotenen Apfel isst, dann werden dir die Augen aufgetan und du wirst gut und böse, sozusagen Alles, erkennen.

Dieses Versprechen der Schlange ist so verführerisch, dass Eva sogar das Gebot Gottes übertritt und von der Frucht isst. Ehrgeiz und das Streben nach höheren Erkenntnissen ist sicher erst einmal gut. Es hat uns in unserer Geschichte vorangebracht. Der Größenwahnsinn aber, allmächtig und frei und unabhängig wie Gott, dem Schöpfer des Weltalls und der Evolution zu sein, ist sehr gefährlich.

Wir erleben es ja gerade mit Präsident Trump und mehreren anderen Imperatoren in Europa. Trump fordert als Zeichen seiner Macht noch mehr Atombomben. Besonders wenn sein Größenwahn in Zukunft gekränkt werden wollte, wäre ein Atomkrieg nicht ganz unwahrscheinlich. Größenwahn macht meistens böse. Bei Kränkungen rasten die Herrscher dann leicht furchtbar aus mit unübersehbaren Folgen. Auch Hitler hat durch seinen Größenwahn größtes Unheil gebracht. Er hat damals den verarmten Deutschen neue Größe versprochen und viele haben sich verführen lassen. Als die Niederlage des Krieges näher kam, hat er gekränkt sogar den Untergang der Deutschen gefördert. Ich möchte hier keine Angst verbreiten, sondern nur Wachsamkeit. Mit Größenwahnsinn arbeitet das Böse oder der Teufel bis heute unter uns. Allerdings gibt es auch wahnsinnige Verbrechen von einzelnen Psychotikern, die man nicht verstehen kann. Die Mordlust des neunzehnjährigen Mörders heute ist eigentlich unverständlich.

Für die tiefsinnige Geschichte über die Entstehung des Bösen mit Eva und Adam gibt es heute aber noch eine zweite, aktuelle und psychologische Erklärung des Bösen, nämlich: zu viel Angst.

Der bedeutende moderne Theologe und Psychologe Dr. Eugen Drewermann hat darüber eine gründliche, dreibändige Habilitation geschrieben: Strukturen des Bösen, um Uni-Dozent und Professor zu werden. Seine These lautet auf den Punkt gebracht: Ein wenig Angst ist lebenswichtig. Überall müssen wir mit gewisser, leichter Anspannung und Vorsicht aufpassen, damit wir zum Beispiel im Straßenverkehr nicht überfahren werden. Beim Essen müssen wir aufpassen, bei unserer Gesundheit und bei vielen Dingen des Alltags.

Übertriebene Angst ist aber sehr gefährlich, behauptet Drewermann. Die meisten Morde geschehen zum Beispiel auf übertriebener Eifersucht. "Ich kann nicht mehr weiterleben, wenn mein Ehepartner/in weiter diesen Liebhaber/in hat“. Oder: Meine Firma geht pleite. Wie kann ich den Untergang verhindern? Oder: meine Arbeit geht durch diesen widerlichen Konkurrenten verloren. Er muss weg. Damit ich wieder frei bin! Das denken super-angsterfüllte Menschen. Der Schüler mogelt, weil er Angst hat nicht versetzt zu werden.

Auch die Schlange macht Eva Angst, und zwar Angst vor Gott. Was, Gott hat verboten von dieser einen Frucht zu essen, sonst werdet ihr sterben? Die empörte Frage schwingt mit: was ist denn das für ein Gott? Ein Tyrann! Und dann bietet die Schlange der Eva auch noch die Erlösung an aus der empörenden Angst, die Gott scheinbar verbreitet: "Du wirst nicht sterben sondern frei und unabhängig sein wie Gott selbst", verspricht der Teufel.

Danach verbreitet sich diese übertriebene Angst. Eva braucht einen sündigen Kumpan und zieht Adam in die Sünde hinein und er isst auch. Er wusste auch von Gottes Verbot. Bei ihren Kindern kann Kain nicht ertragen, dass die Feuersäule von Kain vor Gott aufsteigt und seine nicht. Er ermordet seinen Bruder aus Angst vor Herabsetzung.

Seitdem verbreitete sich durch die übergroße Angst und den durch den Größenwahnsinn, wie Gott zu sein, die Sünde und das Böse über den Erdball. Die Menschen bauen später in Babel einen Turm bis zum Himmel, um wie Gott zu sein, und dann kam die Sintflut. Mit Abraham, Stammvater der jüdischen, christlichen und islamischen Religion fängt Gott dann neu mit uns neu an.

In der Fasten– und Passions-Zeit fordert uns die Bibel auf, darüber nachzudenken, wo wir zu ehrgeizig und zu eingebildet und zu arrogant sind. Auch, wo wir soviel gefährliche Angst haben, dass wir böse auszurasten könnten.

Vor dem dunklen Hintergrund der Sündenfall- Geschichte ist es immer wieder eine große Freude, dass Jesus zu uns gekommen ist. Jesus schenkt uns das beste Lebensprogramm.mit Vertrauen und Liebe und Hoffnung. Wenn wir uns als Geschwister vom liebevollen Gottessohn Jesus fühlen, brauchen wir nicht danach streben, wie Gott zu sein. Christen sind nicht unbedingt immer besser als andere Menschen, aber besser dran, als wenn man ohne Gott lebt. Jesus vertreibt unsere zu große Angst, die uns quälen kann. Jesus ist schließlich das beste Vorbild für ein gesundes Selbstbewusstsein und einen geschwisterlichen Umgang mit unseren Mitmenschen. Wir blicken auf niemanden herab, weil Jesus uns liebevoll ansieht.

Eine nachdenkliche, aber hoffnungsfrohe Fastenzeit wünscht Ihnen
Ihr HL-live.de Pastor Heinz Rußmann

Björn Engholm, für den auch Jesus das beste Vorbild ist, spricht am 2. April um 11 Uhr in St. Stephanus über Luther, der Jesus und den gnädigen Gott wieder ins Zentrum unseres Glaubens gestellt hat."

Stellt sich mir dann doch eine Frage: Was können wir denn tun - gegen das Böse. In uns sicherlich auch in gewissen Ansätzen zumindest bis hin zu "nur" Gedanken auch vorhanden. Da also ist möglich, sich selbst - wenn eben nötig - zum Guten zu wenden. Aber was gegen die "Schlangen, die ständig über uns "züngeln"?

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