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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Fastnacht - gerne aus der Sicht von theology.de u.a.m.

26. Feb. 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Heute ist zwar noch nicht "Rosenmontag", aber Karneval und entspricht heute exakt mit dem Sonntag den "drei tollen Tagen".
Lübeck-TeaTime hat dazu, gerne und wiederholt dazu etwas gesagt. Dieser mein heutiger Beitrag greift selbstverständlich u. a. auf den von 2011 zurück. Als Verfasser auch schon aus der "Der Lübecker Karneval aus der Sicht des Rheinländers". Fazit damals: Kein Humor, und es wurde auch in gewissen Kreisen nicht gelacht. Was Medien wirklich vom lübschen Karneval halten, etwa auf "Papier" - trotz Ordens"bestechungsversuch" sogar einmal im Bürgerschaftssaal - beweist regelmäßig die Berichterstattung. So zeigt man lieber Tanzmariechen, anonyme Gruppen, aber nur selten das Prinzenpaar. Heute ist tatsächlich mal anders. Heute sind es unter anderem das Prinzenpaar und die Jugendprinzessin. Mit einem Jugendprinzen setzt sich auch in diesem Jahr das "Besetzungsproblem" leider fort. Habe mal gewagt, aus Lübeck-Ahoi "Lübeck-Aheul" auszurufen. Zu Letztem gilt das eben wie auch zu gelegentlichen "Amtswiederholungen" im Prinzenpaar. Nur hilft es nicht, wenn niemand dazu bereit ist. Also zurück zum Lübeck-Ahoi.

Offenkundig hat sich der Lübecker Karneval auch „weiter entwickelt“. Beispiel: Früher, von mir mehrfach „bemängelt“, wurde schon am 11. 11. die „Macht“ im Rathaus an die Jecken übergeben. Zwischenzeitlich hat man das auf den Rosensonnabend geändert. Den Rosenmontag vorverschoben, um den „Zooch“ weiter ausreichend bemusiken zu können, wie es dazu hieß. „...aber dat is och ejal“; denn auch im Rheinland etwa laufen die Rosen“montags“züge sogar zuvor und noch am Dienstag. Denn da sind es so viele, dass alle zu gleicher Zeit ungünstig wären. Entzerren nennt man das wohl. Und so können die Jecken andere besuchen und noch kräftiger feiern. In Köln beispielsweise wird zwar das „Dreigstirn“ Prinz, Bauer und Jungfrau am 11. 11. vorgestellt – aber nicht im „Ornat“, also diese nicht im „Kostüm“. Das erfolgt erst im Januar mit einem großen Outdoor-Fest für alle.

Jeder Jeck is anders – gut so. Immerhin Karneval auch in Lübeck. Hier nicht zu unterschätzen. Denn mag der Straßenkarneval für den der beispielsweise rheinischen Hochburgen Lichtjahre entfernt. Aber der Saal-Karneval mit gut einem halben Dutzend Vereinen in der Hansestadt ist zwar „feiern unter sich“ - und noch mal „aber“ - mit großem Enthusiasmus. Darauf verdientermaßen dreifach „Lübeck Ahoi“!




Foto (Foto © Reinhard Bartsch, Lübeck): Ordensträger eines Kölner Karnevalsvereins nach deren Besuch im Audienzsaal des Lübecker Rathauses -RB - Herausgeber Lübeck-TeaTime: Kölle Alauf, Düsseldorf Helau – an der Küste eben "Lübeck Ahoi"!

Damit nun etwas "seriöser" und zu theology.de, wo Lübeck-TeaTime immer eine besondere Quelle "aus klerikaler Sicht" findet. Für die Genehmigung, aus deren NEWSletter schöpfen zu dürfen, vielen Dank an CFS GmbH - Otto W. Ziegelmeier und damit "theology.de":




"Fastnacht
Die Fastnacht, der Fasching oder der Karneval sind keine kirchlich-liturgische Zeiten, rechnen nicht eigentlich zum kirchlichen Festjahr. Fastnacht ist aber ein Schwellenfest vor dem Aschermittwoch und ohne die nachfolgende Fastenzeit nicht denkbar. Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, mit denen die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude gefeiert wird.

Diese Bräuche haben sich in den zahlreichen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburgen mit spezifischen Eigenarten entwickelt. Weitere wichtige Einflüsse sind die Narretei, Lokalpatriotismus und die Verhöhnung der jeweiligen Machthaber zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Verspottete man in Mainz die Franzosen, so konnten in Köln die Preußen straffrei verballhornt werden, die nach dem Wiener Kongress das Rheinland und Westfalen annektiert hatten.

Als "fünfte Jahreszeit" - nämlich neben dem Oster- und Weihnachtsfestkreis und den beiden Zeiten im Jahreskreis gehört die Fastnacht in allen katholischen Ländern zum festen Bestandteil des - nichtliturgischen - Festjahres. Schon um 1200 ist mhd. vastnacht (= Vorabend des Fasttages Aschermittwoch) belegt. Für später ist das leichter auszusprechende "vas[e]nacht" belegt, das das mittelrheinische und oberdeutsche "Fas[e]nacht" ausbildete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Begriff "Fastnacht" (auch) durch ein im frühnhd. "faseln" = gedeihen, fruchtbar sein, enthaltenen Stamm mit der Bedeutung "Fruchtbarkeit" mitgeprägt wurde, vgl. die rheinische Begriffsbildung "Fasabend, Fas(t)elabend.

Ehe die Fastnacht im 12. Jahrhundert durch die Kirche auf die Zeit vor dem Fasten eingegrenzt wurde, wurde in ganz Deutschland die Fastnacht als Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert. Heute gilt der 11.11. (Elfter im Elften) als offizieller Fastnachtsbeginn. Wenn auch die Zahl 11 als Symbol- und Narrenzahl schon bekannt war, gilt der 11.11. als Narrendatum erst seit dem 19. Jahrhundert. Die Fastnacht begann früher und beginnt vielfach auch heute noch (= Fastnachtssession) am Dreikönigstag, eine Nachwirkung des alten Bohnenfestes. Die eigentliche Fastnacht dauert sechs Tage: Sie beginnt im Alemannischen am Donnerstag (gumpiger, schmotziger Donnerstag) vor Karnevals-Sonntag oder im Rheinischen an Weiberfastnacht, dem Freitag vor Karnevalssonntag ("kleiner Fastabend") und dauert bis zum Karnevalsdienstag (Veilchendienstag). Der Karnevalssonntag (Estomihi) hieß auch "großer Fastabend". Als die "drei tollen Tage" galten Donnerstag bzw. Freitag, Sonntag und Dienstag. Als sich nach 1823 der Rosenmontag durchsetzte, lief dieser Tag dem "Veilchendienstag" den Rang ab. Als ein Gegengewicht zu den "tollen Tagen" legte die Kirche gern das Ewige Gebet in die Fastnachtszeit.

Nachdem die Synode von Benevent 1091 (vgl. Fastenzeit, österliche) die Fastenzeit neu geordnet, sich die Fastenzeit deshalb um eine Woche nach vorn verschoben hatte, konnte sich diese Neuordnung vor allem am Oberrhein nicht gegen die ältere Tradition durchsetzen. In Basel, Baden und in Teilen des Markgräflerlandes hielt man an der "alten Fastnacht" als "Bauernfastnacht" zum alten Termin gegenüber der "Herrenfastnacht" am neuen Termin fest. Noch bis ins 16. Jahrhundert existierten beide Fastnachtstermine, die alte „Burefasnacht“ (Bauernfastnacht) und die neue „Herren-“ bzw. „Pfaffenfastnacht“ konkurrierend nebeneinander. Insbesondere im badischen Raum als auch in der Schweiz haben sich viele Bräuche der alten Fasnacht erhalten. Am bekanntesten ist davon sicherlich die Basler Fasnacht. Bis heute beginnt in diesen Gebieten die Fastnachtszeit erst, wenn andernorts bereits die Fastenzeit begonnen hat. Die Alte Fastnacht war oft auch eine protestantische Demonstration gegen die "katholische" Fastenzeit. Die Alte Fastnacht ist geradezu sprichwörtlich geworden: Wer zu spät kommt, kommt hinterher wie die alte Fastnacht. Wer ein schlechter Zahler ist, weil er immer auf die Zukunft vertröstet, für den fällt die Fastnacht immer spät.

Im orthodoxen Raum beginnt das volle Fasten bereits am Montag nach dem 7. Sonntag vor Ostern, und bereits eine Woche vorher beginnt der Fleischverzicht. Die russische „Butterwoche“, in der traditionell gefeiert wird und große Mengen Blini, eine Art Pfannkuchen gegessen werden, liegt dazwischen; andere osteuropäische Länder haben ähnliche Bräuche. Da das östliche Osterfest oft später ist als das westliche - beruhend auf der westlichen Reform des Kalenders, verschiebt sich auch die Fastnacht.

Die mittelalterliche Fastnacht wird auf die augustinischen Lehren vom Zwei-Staaten-Modell zurückgeführt. Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Da die Reformation die vorösterliche Fastenzeit abschaffte und somit auch die Fastnacht ihren Sinn verlor, gerieten viele Bräuche zum Teil wieder in Vergessenheit. Bis heute ist der Karneval Sinnbild katholischer Mentalität. Während ältere Fastnachten in Südwestdeutschland sich nach wie vor in katholischen Gebieten finden lassen, führte ein regelrechter Fastnachtsboom in den 1990er Jahren auch in evangelischen Gegenden die Fastnacht ein. In der Schweiz hat Basel einen Sonderstatus: Die Stadt feiert trotz des seit Jahrhunderten vorherrschenden Protestantismus eine alte, traditionelle Fastnacht.“

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