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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Heute Todestag Lothar Malskat - was um die Grass'sche"Rättin"?

10. Februar 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Wer eriknnert sich? Heute ist ein Todestag - der Todestag des Malers - oder eher bekannt als "Kunstfälschers"? Eben "bekannt" geworden vor allem wegen gewisser "Arbeiten" in der Lübecker Marienkirche. Und was besser, als in WIKIPEDIA nachzuvollziehen, was da einst so ruchbar war - inzwischen durchaus anders gesehen wird. Denn dessen "Renovierung" gotischer Fresken in der Obergadanzone des Chores - "abgewaschen", hätten manche gerne so behalten. Zumal es nicht unüblich ist, Spuren früherer Zeit, sogar an den Pfeilern besagter Marienkirche zu sehen, "aufgefrischt" wurden. Und wo ist oder wäre da der "große Unterschied" zu dem, was Lothar Malskat da vollbracht hat.




Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Bei einem Besuch des Vorwerker Friedhofs entdeckte ich vor nicht langer Zeit zufällig das Grab des Malers - und behielt mir vor, zu dessen Todestag an ihn zu erinnern. Ob immer noch gewisse Ressentiments bis heute bei damals Beteiligten - interessant auf jeden Fall, was bei genannter Quelle dazu ausgeführt wird:

"Fälschung in der Lübecker Marienkirche.
Lothar Malskat erlangte Bekanntheit im Zusammenhang mit der Restaurierung der Marienkirche zu Lübeck im Jahre 1948: Die angeblich gotischen Fresken in der Obergadenzone des Chores, die Malskat zusammen mit Dietrich Fey im Wege der Wiederherstellung entdeckt haben wollte, wurden zunächst von namhaften Fachleuten als Spitzenleistungen mittelalterlicher Malerei gefeiert. Nach erster Kritik von Kunstwissenschaftlern kam es am 06. Oktober 1952 durch Malskat zu einer Selbstanzeige bei der Lübecker Staatsanwaltschaft. Nachdem diese Kunstfälschung aufgedeckt wurde, gestand Malskat eine Reihe weiterer ähnlicher Delikte und wurde am 25. Januar 1955 wegen Betrugs zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Lothar Malskat war später als Maler tätig, der seine eigenen Werke signierte. Der Maler Rolf May erhielt bei ihm Malunterricht und Materialkunde. Er hielt sich besonders in den 1950er Jahren oft in Dänemark auf, wo er einen Teil seines Werkes schuf. Seinen Lebensabend verbrachte er in der Malskat-Kate in Wulfdorf, einem südlichen Ortsteil von Lübeck.

Malskats Werk heute.
Der Fall wurde unter anderem 1966 unter der Regie von Günter Meincke für das ZDF aufgegriffen. Die Rolle des Lothar Malskat übernahm dabei Hanns Lothar.

Heute werden seine später geschaffenen eigenen Gemälde offiziell am Kunstmarkt gehandelt. Besichtigt werden können die im Rahmen des Betrugsprozesses sichergestellten Fälschungen Malskats in der gerichtshistorischen Sammlung des Landgerichtes Flensburg.

In die Literatur eingegangen ist Malskat durch den Roman "Die Rättin" von Günter Grass, in dem die Biographie und die Bewertung von Malskat eine wichtige Rolle spielt."

Und, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, vor allem die Grass'sche Berücksichtigung des Malskat-Geschehen ist bemerkenswert. In Erinnerung noch die zwei Jahren gezeigte Ausstellung im Günter Grass - Haus um die Grass-Novelle "IM KREBSGANG" zum Untergang der „Wilhelm Gustloff“, der bis heute größten Katastrophe der Seefahrtsgeschichte. Für einen militärischen Einsatz - angeblich - gehalten, in Wirklichkeit der Transport von Vertriebenen aus dem Kriegsgebiet Ostpreußens, genauer am 30. Januar 1945, an dem zwischeneitlich sogar von über 9.000 Toten ausgegangen wird. Zu einem Zeitpunkt also , der wie bei Hunderten von Bombenangriffen auf deutsche Städte, der dafür verschiedenste Gründe hatte - jedenfalls nicht mehr kriegsentscheidend war.

Aus welchem Grund auch immer der durchaus - wie viele andere nicht "unbefleckte Zeitzeuge", der anderen gegenüber auf deren Vergangenheit sehr kritisch aufgetreten ist, auf sich selbst aber lange Jahre sehr schweigsam war, die Ereignisse um die Torpedierung
der „Wilhelm Gustloff“ literarisch zu verarbeiten, sollte vielleicht auch als "gegen ein Vergessen" gesehen werden: ein "literarisches Denkmal" zum Tod Tausender von Menschen.

So spannt sich der "Bogen" von Malskats verarbeiteter Biografie bis zur Torpedierung der „Wilhelm Gustloff“.

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