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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Warum die Synagoge Lübeck keine Kuppel wiederbekommt

04. Oktober 2016 (HL-Red-RB) Meinung: Sicherlich steht die Lübecker Synagoge "unter Denkmalschutz". Das bedeutet, dass etwa Fassade und Dach nicht verändert werden dürfen. Ich bin einmal der Frage nachgegangen, warum die ursprünglich und bis in die Nazizeit (Umbau 1939-41) vorhandene (goldene?) Kuppel nicht in die Maßnahme einbezogen wurde. Ich erinnere mich genau, in der Homepage der Jüdischen Gemeinde vor noch nicht langer Zeit von einer Fundstelle überrascht worden zu sein, nach der die Gemeinde sehr wohl gerne die ursprüngliche Kuppel in die Renovierungsplanungen einbezogen gesehen hätte. Wie die Abhandlung dazu weiter ausführte, habe man darauf verzichtet, um die Projektförderung nicht zu gefährden. Leider war es technisch nicht möglich, diese zu markieren und abzuspeichern. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, diese einfach "abzufotografieren", ich unterließ dies jedoch, um das Copyright nicht zu verletzen. Ich habe nun vergeblich versucht, diese Quelle erneut aufzurufen. Wenn es diese doch noch gibt- umso besser.

Ich jedenfalls habe es in dem Zusammenhang als geradezu beschämend empfunden, diesem sicherlich berechtigem Anspruch der Jüdischen Gemeinde nicht in vollem Umfang nachgekommen zu sein. Andernorts - und mir geht es nicht um einen Vergleich Lübeck - Berlin, wäre das wahrscheinlich kein Problem gewesen.

Ich halte es jedenfalls für wenig verständlich, eine Synagoge in einem zumindest Außenzustand als "Denkmal aus der Nazizeit" für kulturell wichtiger zu renovieren, anstatt das Gotteshaus durchaus als "Wiedergutmachung" so wiederherzurichten, wie es einmal wirklich ausgesehen hat. Auch, weil die Synagoge wieder ein praktizierendes Gotteshaus ist und es geschmacklos sein dürfte, nun das Bild einer "Sporthalle der Nazizeit" vor sich zu haben.

Wie festgestellt, wird es Zeugen geben aus dem Verhandlungsrahmen um die Renovierung, die das bestätigen könnten. Ob sie das täten, eine müßige Überlegung. Aber der Baustopp dürfte dem damit zusätzlich beschämenden Umgang mit der Jüdischen Gemeinde im fast wahrsten Sinne des Wortes die "Krone" aufsetzen. Der Verzicht der Jüdischen Gemeinde auf die Kuppel jedenfalls ist deren zurückhaltende Bescheidenheit (Klartext: "aus Angst, keine finanzielle Förderung zu bekommen"), die zwar aus meiner Sicht kaum nachvollziebar, dafür mehr als bewunderswert ist.

Auf jeden Fall sollte "öffentlich" sein, was es wirklich mit der Kuppel der Synagoge Lübeck "auf sich hat", nicht wieder das Stadtbild der Kultur(haupt)stadt Lübeck mitverzieren zu können - oder wäre genauer "zu dürfen"?

Wenn besagte Quelle und damit die Ausführungen dazu auf der Homepage der Jüdischen Gemeine "verloren" gegangen, weil gelöscht, soll dieser Beitrag aufklärender "Ersatz" sein. Vor allem stellt sich Lübeck-TeaTime gerne "Leserbriefen" dazu. Die Adresse ist im Impressum zu finden.

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