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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Gedanken zum "christlichen" Einstieg auch in den Alltag

02. Januar 2013 (HL-Red-RB) Meinung: Keine Vermessenheit – nein. Aber mitunter könnte in der Vermittlung des Wortes Gottes in „abgehobener“ Kompetenz eher genau das Gegenteil erreicht werden als beabsichtigt. Betont modern – ich erinnere mich an erstes Einbeziehen der „Raumfahrt“ in die sonntägliche Predigt. Na klar, darauf hatten alle Gottesdienstbesucher geradezu gewartet, zumal diese sicher wissen wollten, was die Bibel dazu zu sagen hat. Das war schon so zu Zeiten beispielsweise zur Behauptung, die Erde sei keine Scheibe, sondern eine Kugel. Solche Fragestellungen haben sich ebenso längst überlebt, weil sich diese jeden Tag neu zu jedem neuen akademischen Fortschritt ergeben könnten. Vielleicht will das ohnehin eher niemand mehr in solchem Zusammenhang wissen. Es sind sicherlich mehr die grundlegenden Fragen zum Leben und Glauben. Da ist das Neue Testament die Quelle, die genau in „einfachster“ Form Antworten gibt, wenn auch das Verstehen und Verständnis nach wie vor gerade deswegen nicht einfach ist.

Oder man lese nur die zehn Gebote, die in wahrlicher Kurzform das vorgeben, was das Verhältnis der Menschen zu Gott und der Menschen untereinander eindeutig regeln. Hier und da können „Vokabeln“ sich zu heute verändert haben: Nicht überflüssig geworden, aber in anderer Formulierung. Da denke ich beispielsweise an das angebliche „Handtuch werfen“ einer Pastorin, die geholt wurde, um Neuerungen in ein Gotteshaus zu bringen. Neuerungen weltlicher Anliegen, die in heutiger Zeit auch aus „Selbstverwaltung“ zu regeln sind, die Mitbestimmung durch nicht-klerikale Gemeindeglieder oder personelle Seite, die nicht mehr durch „Pastor und Küster“ allein zu bewältigen sind. Wenn es da „kracht“, weil das Miteinander schon da nicht funktioniert, was soll da noch christlichem Denken allgemein entsprechen?

Heute gäbe es da Entfall von Aufzählungen oder moderner Ergänzung etwa in den vom Reformator Dr. Martin Luther in „Was ist das“ zu Gottes Geboten: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Amt oder zum falsch Zeugnis reden etwa – den „Mobbing bis Zickenkrieg“. Unter Gottes Personal auf Erden nicht zu erwarten? Nun – auch dieses Personal besteht aus Menschen. Und die bewegen sich auf ebenso „sündigen“ Wegen wie „Frau und Herr Meier“.

Schade, nein schlimm „nur“, wenn die Institution vertuscht. Nicht mit der Wahrheit an den Tag tritt. Trotz besseren Wissens. Hohn lächeln zu sexuellen Übergriffen von Amtsträgern in der katholischen Kirche. Längst überholt – daran arbeitet auch bereits und gerade die evangelische „Nordelbische“. Keine Lösung die Verjährung. Die ist „weltlich“. Und merkwürdig: Da geht es nur um „männliche“ Verfehlungen. Was eigentlich ist mit „weiblichen“? Es heißt zwar „d e r“ Engel, aber mir kann niemand erzählen, dass nur Männer Übeltäter dieser Art sind. Warten wir doch ab. Vielleicht meldet sich irgendwann auch eine Frau, die von Belästigungen von Pastorinnen-Seite berichtet. Denn eines ist klar: So etwas gab und gibt es unter allen Menschen. Leider setzt sich die Scheinheiligkeit fort: Auch in der Familie gibt es angeblich nur Gewalt durch Männer?

Insoweit wünsche ich mir viel mehr Aufrichtigkeit und Offenheit gerade auf christlicher Ebene – vor allem auf „amtlicher“. Für mich jedenfalls hat sich die Glaubwürdigkeit selbst in dieser Zeit nicht gerade gewendet. Zum Guten oder Besseren – darüber will ich an dieser Stelle nicht sinnieren. Aber versprochen – der „Alltag“ wird ausreichend Anlass geben, über dies oder jenes „laut zu denken und zu schreiben“. Von hier nicht "akademisch", zugegeben. Doch "studiert" muss nicht immer auch "Kompetenz" garaniteren, nicht wahr?

Gras wächst längst nicht über gewisse Dinge. Auch hier in Lübeck nicht,

so (noch einmal betont) die Meinung von
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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