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Lebensmittelverschwendung: Nur der Verbraucher schuld?

19. März 2012 (HL-Red-RB) Meinung: Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung gestartet: "Zu gut für die Tonne“ und dazu erklärt: In Deutschland landen jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – allein in Privathaushalten 81 Kilo pro Person. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Stuttgart, die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner vorgestellt hat. Sie kündigte eine Informationskampagne zum bewussteren Umgang mit Lebensmitteln an, eine Aufklärungsaktion zum Mindesthaltbarkeitsdatum und eine Fachkonferenz als erste Maßnahmen gegen diese Entwicklung." Eine Kampagne, die sie als "Verbraucherschutzministerin" initiiert? Da scheint sich doch einiges zu widersprechen. Denn das geht wohl in die falsche Richtung. Wenn schon Herstellung- und Haltbarkeitsdaten die Produkte kennzeichnen, muss man sich darauf verlassen können. "Mindestens haltbar bis" ist relativ. Denn welche Verbrauch wissen damit wirklich entwas anzufangen?

Bei der Aktion kann es nur um letztee Angabe gehen. Wann aber ist "mindestens" überschritten? Wenn Verpackungen "beulen" also schon "gasen"? Was ist ein paar Tage zuvor? Das soll vertretbar und "gesund" sein? Verbraucherschutz soll das sein? Wer haftet, wenn "Verdauungsporobleme oder gar Lebensmittelvergiftungen" auftreten? Wer trägt die Arzt- und Behandlungskosten. Denn eines steht fest: Garantiert wird seitens des Handels keine Verantwortung übernommen mit dem - Hinweis "...das Haltbarkeitsdatum wurde wohl nicht beachtet!". Wer also möchte sich und den damit "Versorgten" abgelaufene Ware zumuten?

In einem nahen Lebensmittelmarkt werden Wurst- bis Milchprodukte um den "Verfalltag" zu "Sonderpreisen" angeboten. Sonderpreise ja - aber längst nicht "günstig". Dann wären die Produkte viel rascher vergriffen. Wie soll der Normalverbraucher wissen, was davon noch "risikofrei" ist?

Man sollte meinen, die Kampagne gehet an die falsche Richtung: Denn die Hersteller der Produkte sollten klipp und klar erklären, ab wann der Verzehr bedenklich wird. Außerdem weiß niemand im Zusammenhang mit zu kühlenden Produkten, ob und wie lange "Kühlketten" unterbrochen waren.

Bei Obst und Gemüse kann man eher erkennen, wie der Zustand der Waren ist. Hier liegt das Problem auch bei den Anbietern in erster Linie: die Verkaufspreise bleiben zumeist viel zu lange unverändert - selbst wenn von "Frische" keine Rede mehr sein kann. Beispiel verpackter Spargel: Gut verdeckt, kann man beginnenden Schimmel an den Schnittstellen nicht erkennen, weil die Folie unten undurchsichtig ist.

Fazit: Die Kampagne geht in die falsche Richtung. Denn diese müsste an Hersteller und Anbieter gehen. Denn dort liegt die Verantwortung. Von dort muss die Klarheit geschaffen werden, dass Verbraucher mit vollem Vertrauen "noch" kaufen können. Und noch eines muss gelten: Günstigere Verkaufspreise vor "...in die Tonne". Denn dann gibt es keinen Cent dafür - im Gegenteil. Was die Produkte angeht, die gekauft und zu Hause sind: eindeutige Kennzeichnung statt "mindestens" vor "individuellem Abwägen" nach dem Motto "..geht noch oder nicht?".

Auf den Unsinn, wie "krumm" eine Banane nach EU-Richtlinie sein darf, soll an diese Stelle gar nicht erst eingegangen werden. Warum übrigens Handels-Tomaten wochenlang "frisch" bleiben, während Gartenware direkt vom Erzeuger oder von eigener Scholle ist wohl auch ein Geheimnis, das die Ministerin erklären könnte...


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