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LüTeaTime bis Gästeforum

Ralf Rangnicks Burn-Out-Rücktritt: Mut? Nein, große Geste

22. September 2011 (HL-Red-RB) Meinung: Eine andere, dafür wahrlich "sportlich wie menschliche" Nachricht soll diesen Redaktionstag beschließen: Da ist jemand, der in seinem Beruf zwischen "Sport und Kommerz" steht oder nun stand. Erneut im Bereich der Fußball-Bundesliga, die zwar momentan keine Schlagzeigen zur Homosexualität bei Fußballern macht, dafür aber der Freitod des Torwarts Enke von Hannover 96 immer noch bewegt. Der dabei selbst zum "Täter" wurde, weil er einen unschuldigen Zugführer dafür missbrauchte - bei allem Respekt vor der seelischen Katastrophe des Sportlers. Heute also eine dagegen geradezu bewundernswerte Reaktion eines Bundesliga-Trainers, der sein "Burn-Out" als Grund seines für alle überraschenden "Rücktritt" nannte und zugab: Ralf Rangnick von Schalke 04. Nach einer wohl ebenfalls längerwierigen Vorgeschichte, die zeigt, das „Sport und Kommerz“ eine klare, menschenverachtende „Reihenfolge“ beweist. Eine mehr als auch beispielhafte Haltung eines Spitzentrainers, der – Mut machen dürfte allen, die den Leistungsdruck nicht mehr hinzunehmen bereit sind. In einem Sport vor allem, in dem Spitzenleute vorsätzlich (etwa sogar in Auftrag?) „kaputt getreten werden“, damit diese vielleicht in einer nachfolgenden Weltmeisterschaft nicht mehr antreten können und damit ihre Mannschaft schwächen. Ja – das ist meine Meinung zur Ballack-Verletzung vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Durch einen „Körperverletzer und damit Straftäter“ mit einem eindeutig vorsätzlichen Foul auf dem Sportplatz unschädlich gemacht und selbst dafür nur lächerlich bestraft – oder wurde der überhaupt dafür? Wie auch immer: Für mich ist Fußball längst kein Sport mehr. Weder als solcher noch als Grund, hinzuschauen – wie auch immer: auf dem Platz oder am Bildschirm.

Selbstverständlich interessieren mich noch Spielergebnisse. Aber solange – wie etwa im Hockey – moderne Technik nicht zugelassen wird, besagten „Körperverletzern“ das Handwerk – nein das „Fußwerk“ noch auf dem Platz zu beweisen und zu legen, vorbei. Und wenn da noch die Frage und das Wort „Korruption“ dazu kommt wie etwa bei der Vergabe von „großen“ Meisterschaften – noch leichter der Schritt zum Desinteresse. Schade eigentlich. Aber wenn Freitod bis Burn-Out nun zu „normalen Nachrichten“ geraten – völliges Ende der Durchsage. Aber Gratulation Ralf Rangnick für seinen Schritt. Er jedenfalls ging diesen, der Mut macht und erkenne lässt, dass da doch Menschen sind, die eine bewundernswerte Ehrlichkeit zeigen. Und nicht mit „Koks oder Promille“ eben falsche Wege einschlagen und den Sport zu „ad adsurdum“ führen, also abstempeln zur Sinnlosigkeit. Und dafür wird auch noch "Eintritt" an den Stadionkassen genommen.

Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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