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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Japan - Land der "untergehenden" Sonne? Global - weil atomar?

16. März 2011 (HL-Red-RB) Meinung: Haben Sie den Untergang der Sonne, bisher schrieb ich optimistisch "Sonnenuntergang", gestern Abend über Lübeck beobachtet? Ein Begriffswandel, der seine Gründe hat. In Japan im Grunde fast der "Super-Gau", in Deutschland endlich der Beweis: Die Lobby der "Atomkraft", offenkundig an der politischen Wegweisung maßgebend, musste sich wohl ihrer Macht begeben und unter dem Druck bevorstehender Landtagswahlen zurück rudern. Die noch vor "Japan" in Deutschland völlig ungefährlichen, sogar "uralte" Atommeiler, deren Laufzeitverlängerung selbst von der Physik-Akademikerin und Bundeskanzlerin bedenkenlos vertreten wurde, bestätigte den Adenauer-Ausspruch "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Lernfähig - oder eben "Angst" vor dem Stimmenverlust durch "mündige" Wählerinnen und Wähler besagter Landtagswahlen, die sich mit einer "Tafel Schokolade" statt der Wahrheit nicht mehr abspeisen lassen. Stuttgart 21 - noch vor wenigen Tagen eine "nun eingezäunte Prärie Amerikas" - völlig weg von der Tagesordnung. Da immerhin hätte man in den Vorverfahren rechtzeitig "demonstrieren" können. Aber nun - im Gebrechen der Atomkraft - ein eher "Treppenwitz", nämlich absteigend von "kein Problem" hinunter -"aufgeschoben, ausgesetzt" zur Laufzeit der "Kocher".

Wie gesagt: Deutschlands Wählerinnen und Wählern sind gewachsen in deren Mündigkeit. Über das Thema "Atomkraft" wird kein Gras wachsen. Nicht einmal vermutlich wie längst wieder in der Region Tschernobyl, wo nicht nur heimlich wieder Mensch und Tier leben. Die Tiere ohnehin. Aber dort herrscht nicht nur eine andere soziale Struktur. Das wird in Deutschland nicht passieren. Ein „weing“ mehr Rechtsstaat besteht hier nun doch. Aber die Tage der „Kernkraft“, der Erzeugung von Strom auf diesem bis vor wenigen Tagen „sauberen“ Weg, sind gezählt. Da wird auch der Verzicht auf Laufzeitverlängerungen nichts nützen: Wer aussetzt und wieder hervorholt wird jede politische Wahl verlieren. Garantiert.




Foto (Foto © Reinhard Bartsch, Lübeck): Der Geruch der „Apokalypse“ schwebt über Japan. Hier in Deutschland erfreut man sich noch des Sonnenuntergangs. Führt unverantwortlich politisches Handeln auch hier „bald“ zum Untergang der Sonne?


Was allerdings heute ebenso erfreut wie erschreckt: Österreich ist frei von Atommeilern. Die Anrainer – mit völlig veralteten so gefährlich, dass dort genau der „japanische“ Gau eintreten kann. Nur ist Deutschland davon nicht viel weiter entfernt ist, als der Atommeiler Fukushima von Tokio. Die Strahlenwolke hätte kaum ein Problem, über die Alpen hinweg oder daran vorbei gen Norden zu ziehen. Der Spruch bei internationalen Unfällen „...keine Deutsche betroffen“ war immer schon Hohn gegenüber den Opfern anderer Länder. Aber das ist per Atomunfall weder ein deutsches noch europäisches Problem. Das ist ein globales. Und wenn auch Erdbeben hier kaum als Risiko zu erwarten ist – Terroristen reichen als Gefahr auch aus.

Ich zeige Ihnen, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime ein Foto von der – wie gesagt – untergehenden Sonne vom gestrigen Abend über Lübeck. Wer Wirtschaftsinteressen wie Japan oder auch Deutschland aus Gründen mangelnder eigener „Energieschürfung“ über das Risiko etwa von Atommeilern stellt - macht sich zumindest grob fahrlässiger Gefährdung der Menschen schuldig. Die Frage ist nur: Wer soll eine solche Schuld nach dem Gau noch verfolgen? Dabei hätte politisch nach Tschernobyl darauf reagiert werden müssen, dass bis heute - und viele, viele Jahrhunderte noch - Pilze im Süden Deutschlands nach der Strahlenwolke nachts "leuchten" müssten. Ebenso das Wild, das sich davon in erheblichen Mengen davon ernährt. Und hier in Norddeutschland wurde damals nur ein paar Wochen die "Gemüse-Ernte" als bedenklich und damit unverkäuflich vernichtet. Ansonsten herrscht dazu hier dazu das "Schweigen im Walde" - bzw. auf Flur und Feld. Keine Panikmache selbstverständlich - aber hier ganz schnell "vergessen"...

Reinhard Bartsch
Chefredakteur Lübeck-TeaTime,
der den sonst Fotos von Sonnenuntergängen einen Wetterbericht dazustellt. "Nej tak", würde heute der Däne sagen. Sehr klug, oder?

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