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Agentur für Arbeit Lübeck

LüTeaTime bis Gästeforum

Sarrazin - nach eigenen Worten an die eigene Nase fassen?

12. September 2010 (HL-Red-RB) Meinung: Es ist schon interessant, wie die Menschen auf das Getöse um "Bundesbankvorstandsmitglied und SPD-Politiker Thilo Sarrazin" umgegangen sind und dies noch tun. Lübeck-TeaTime verwundert sich im Grunde, wenn jemand - wie der Genannte - von Volksstämmen und Genen schreibt und spricht, obwohl er sich zumindest "im eigenen Sinne an die Nase fassen müsste". Ob seine Tendenzen berechtigt sind oder nicht - Geschmackssache? Wie auch immer. Lübeck-TeaTime ist in Wikipedia dem Namen "Sarrazin" nachgegangen und ist außerdem auch verwundert, dass so recht laut ihm seinen eigenen Namen noch nicht "vorgehalten" hat.
Hier das "Ergebnis":
Sarrazin - Sarazenen?
"Sarazenen ist ein Begriff, der ursprünglich einen im Nordwesten der arabischen Halbinsel siedelnden Volksstamm bezeichnete. Im Gefolge der islamischen Expansion wurde der Begriff in lateinischen Quellen und im christlichen Europa als Sammelbezeichnung für die muslimischen Völker, die ab ca. 700 n.Chr. in den Mittelmeerraum eingedrungen waren, verwendet, meist in angstgeprägtem Sinn.[1] Obgleich dieser Begriff noch heute zuweilen in historischen Darstellungen als Bezeichnung für Muslime verwendet wird, ist dieser Gebrauch geschichtswissenschaftlich nicht korrekt, da es sich um einen „asymmetrischen Gegenbegriff“ (Reinhart Koselleck) handelt und überdies häufig nicht klar wird, welche muslimische Macht (Fatimiden, Ziriden, Abbasiden etc.) konkret damit gemeint ist.[2]

Hinweis auf den gesamten - hier nicht insgesamt dargestellten Beittrag in Wikipedia, der es allerdings nachzulesen lohnt:
Inhaltsverzeichnis
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1 Etymologie
2 Bedeutungsentwicklung
3 Abgeleitete Namen
3.1 Personennamen
3.2 Schweizer Ortsnamen
3.3 Buchweizen
3.4 Weitere Pflanzennamen
4 Siehe auch
5 Einzelnachweise
6 Literatur

Etymologie [Bearbeiten]
Griechisch Sarakenoi, syrisch Sarkaye und lateinisch Saraceni bezeichnete in der Spätantike (2. bis 4. Jahrhundert) zunächst einen oder mehrere Nomadenstämme auf der Sinaihalbinsel, und zwar nach der Darstellung von Ptolemaios im Gebiet von Nabatäa. Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher. Unter den zahlreichen Etymologien, die in moderner Zeit vorgeschlagen wurden, begegnet am häufigsten eine seit dem 18. Jahrhundert aufgekommene Herleitung Scharqiyyun aus arabisch scharqi („östlich, orientalisch, Orientale“). Ebenfalls bedenkenswert erscheint als mögliche arabische Wurzel sariq, Plural sariqin („Plünderer“).
Bedeutungsentwicklung [Bearbeiten]

Die Bedeutung wurde seit der Spätantike sukzessive erweitert, zuerst auf die übrigen arabischen Stämme der vorislamischen Zeit (Eusebius, Hieronymus), und dann im Laufe der kriegerischen Auseinandersetzungen mit maurischen und arabischen Armeen in Europa auf die islamischen Völkerschaften schlechthin. In dieser erweiterten Bedeutung wurde das Wort seit der Zeit der Kreuzzüge aus dem Griechischen und Lateinischen auch in die europäischen Volkssprachen übernommen.
Der Gebrauch im christlichen Schrifttum war hierbei geprägt von einer die bezeichneten Völker abwertenden, gelehrten Volksetymologie. Bereits bei Hieronymus und Sozomenos, also in vorislamischer Zeit, erscheint die Worterklärung, dass die Agarener (oder Hagarener), die Nachfahren der Hagar, der verstoßenen Sklavin und Nebenfrau Abrahams, sich fälschlich als „Sarazenen“ bezeichnet hätten, um sich als Abkömmlinge der Sarah, der Freien und Ehefrau Abrahams auszugeben und sich dadurch aufzuwerten. Diese Worterklärung, die die Sarazenen als verkappte Agarener, und damit in Anknüpfung an die paulinische Deutung des alttestamentlichen Themas (Gal. 4,21-31) als Angehörige eines von Gott heilsgeschichtlich verstoßenen Volkes deutete, wurde bei den christlichen Autoren des Mittelalters seit dem Aufkommen des Islam zu einem anti-islamischen Topos, der in der europäischen Literatur über die Kreuzzüge und den Islam weitere Verbreitung erlangte.
Das Wort saracenus und seine volkssprachlichen Entsprechungen haben im Verlauf ihrer mittelalterlichen Bedeutungsentwicklung neben der primären ethnischen oder religiösen Bedeutung „islamischen Völkern zugehörig“ zum Teil auch die weitere Bedeutung „heidnisch“ oder allgemein „fremdartig, alt“ angenommen (so in Bezeichnungen von Bauwerken oder Ruinen der römischen Antike als „sarazenisch“, daher auch engl. sarsen (stone) für Megalithen in prähistorischen Monumenten), außerdem in bestimmten Zusammenhängen die übertragene Bedeutung „schwarz, dunkel“. Sprach- und sachgeschichtlich ist deshalb oft schwer oder nur anhand des jeweiligen Kontextes zu entscheiden, ob gegebene Verwendungsweisen auf der primären oder einer sekundären Bedeutung beruhen.
Als zu Beginn des 15. Jahrhunderts in romanischen und deutschsprachigen Ländern erstmals Gruppen der ursprünglich aus Indien stammenden, über Byzanz und den Balkan zugewanderten Roma auftauchten und von der einheimischen Bevölkerung als Angehörige eines fremden, dunkelhäutigen und aus dem Osten stammenden Volkes wahrgenommen wurden, wurde neben anderen Bezeichnungen wie „Ägypter“, „Zigeuner“ (beides schon im byzantinischen Sprachgebrauch vorgebildet), „Heiden“ und „Tataren“ zuweilen auch die Bezeichnung „Sarazenen“ für Roma verwendet, so hauptsächlich in romanischen Sprachen und unter deren Einfluss dann im 15. Jh. vereinzelt auch im Deutschen.
Abgeleitete Namen [Bearbeiten]
Personennamen [Bearbeiten]
Besonders in Frankreich und der Schweiz ist noch heute der Familienname Sar(r)asin bzw. Sar(r)azin verbreitet, in der deutschsprachigen Schweiz auch Saratz, in Italien und der italienischsprachigen Schweiz Sar(r)aceno, Sar(r)acino, im Englischen die aus dem Französischen bzw. Anglonormannischen noch weiter entwickelte Form Sarson. Vorläufer solcher Namen ist im Mittelalter ein in den lateinischen Quellen seit dem 11. Jh. vielfach dokumentierter Name oder Beiname Saracenus, der in vielen Fällen wegen einer „sarazenischen“ Herkunft des Trägers, in anderen Fällen aber auch nur wegen eines zeitweisen Aufenthaltes bei den „Sarazenen“ oder, wie lat. Maurus, nordfrz. Moreau, engl. Moore, zur Hervorhebung einer besonders dunklen Haut- oder Haarfarbe entstand. Sofern der Name erst im Spätmittelalter in Gebrauch kam, ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, dass er im Hinblick auf die mögliche Bedeutung „Zigeuner“ gewählt wurde.
Historisch namhafte mittelalterliche Träger waren u. a.:
Johannes Afflacius Saracenus, übersetzte zu Beginn des 12. Jh. medizinische Schriften aus dem Arabischen ins Lateinische
Sarrasine, Ehefrau des Kreuzfahrers Hugo VII. von Lusignan († 1151), deren in den Quellen nicht dokumentierte Herkunft man als arabisch, armenisch oder französisch zu deuten versucht hat
Johannes Sar(r)acenus, übersetzte 1166/67 die Werke des Pseudo-Dionysius aus dem Griechischen ins Lateinische
Jean Sarrasin, Pariser Kammerherr Ludwigs IX. und 1248 Teilnehmer des sechsten Kreuzzuges, zu dem er einen Brief verfasste
Petrus Saracenus de Andreocta, Angehöriger des römischen Adelsgeschlechts der Saraceni, im ersten Drittel des 13. Jh. als Diplomat in Diensten Heinrichs III. von England an der päpstlichen Kurie und in Frankreich tätig. Weitere Mitglieder der Familie, die mit den Papareschi, dem Geschlecht des Papstes Innozenz II. verwandt war, sind als päpstliche Kapläne oder Bischöfe nachweisbar: Johannes Saracenus de Urbe war von 1259 bis 1280 Erzbischof von Bari.
Gegenwärtig bekanntester Namensträger in Deutschland ist Bundesbankvorstandsmitglied und SPD-Politiker Thilo Sarrazin."

In dieser Hinsicht auch einen vergnüglichen Sonntag
wünscht
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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