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Demokratie kommt nicht von selbst

03. Mai 2009 (HL-red.) Die Stadtbibliothek Lübeck zeigt vom 4. bis 23. Mai eine Übersicht über die Breite des publizierten Werkes von Gustav Radbruch, einem der bedeutendsten deutschen Rechtswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Im Foyer der Zentralbibliothek in der Hundestraße ist die vollständige Gesamtausgabe seiner Werke zu sehen. Gleichzeitig lädt die Stadtbibliothek zu einer Veranstaltungsreihe über den großen Sohn der Hansestadt ein.

Gustav Radbruch (gestorben 1949) wurde 1878 in Lübeck geboren. Der Kaufmannssohn aus der Karpfenstraße arbeitete als Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie und war von 1920 bis 1924 sozialdemokratisches Mitglied des Reichstages, 1921/22 und 1923 fungierte er als Reichsjustizminister. Er ist bis heute in der Rechtswissenschaft und Politik bundesweit geachtet.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 10 bis 19 Uhr und Sonnabends von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Demokratie kommt nicht von selbst - Annäherung an Gustav Radbruch (1878-1949)“ kommt es in Zusammenarbeit der Stadtbibliothek Lübeck mit dem Katharineum zu Lübeck, dem Kulturforum Burgkloster und dem Landgericht Lübeck zu folgenden weiteren Veranstaltungen:
Vortrag mit Prof. Ingo Müller, Sonntag,10. Mai, 18 Uhr in St. Petri. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit dem Vortrag „Größe und Tragik Gustav Radbruchs (1878 bis 1949) - Leben, Werk und Wirkungsgeschichte“ von Prof. Dr. Dr. Ingo Müller. Müller ist Autor des Standardwerkes „Furchtbare Juristen“ über die NS-Justiz und ihre Vor- und Nachgeschichte. Der Vortrag wird die Wirkungsgeschichte Gustav Radbruchs bis in die Rechtswirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland und der Weltrechtsordnung im begonnenen 21. Jahrhundert zeigen. Eingeleitet und moderiert wird der Abend vom Lübecker Landgerichtspräsidenten Hans-Ernst Böttcher.

Schüler lesen Texte von Radbruch und Mühsam, Dienstag, 12. Mai, 19 Uhr Katharineum. Unter dem Titel „Lebensläufe“ widmet das Katharineum am Dienstag, dem 12. Mai, einen Abend den ehemaligen Schulkameraden Erich Mühsam und Gustav Radbruch. Texte von ihnen und über sie, sowie Bilder und Musik der Zeit sollen das Leben der beiden und die Epoche, die sie auf so verschiedene Weise mitgestalteten und miterlitten, vergegenwärtigen und ihren Beitrag zur demokratischen Kultur würdigen. Den Abend gestalten Schülerinnen und Schüler des Katharineums.

Vortrag von Albrecht Götz von Olenhusen, Mittwoch, 13. Mai , 18 Uhr, Landgericht. Im Landgericht Lübeck, Am Burgfeld 7, spricht Rechtswissenschaftler Dr. Albrecht Götz von Olenhusen über „Gustav Radbruch - Rechtswissenschaft zwischen Macht und Recht". Götz von Olenhusen ist Rechtanwalt in Freiburg/Breisgau und Fachautor auf den Gebieten des Urheber-, Verlags-, Presse-, Medien- und Arbeitsrechts sowie der Rechts- und Zeitgeschichte. Eingeleitet und moderiert wird der Abend vom Lübecker Landgerichtspräsidenten Hans-Ernst Böttcher.
Schauspieler lesen aus Radbruchs Briefen, Donnerstag, 14. Mai, 19 Uhr, Scharbausaal der Stadtbibliothek. Die Lübecker Schauspieler Dirk Witthun und Sven Simon lesen Briefe Gustav Radbruchs an die Eltern, an seine Frau Lydia Radbruch, an die Kinder Renate und Anselm, an persönliche Freunde und politische Zeitgenossen. Der Mensch Gustav Radbruch tritt aus seinen Briefen hervor, sie verdichten das Bild des Demokraten und Juristen um eine persönliche Dimension. Zum Abschluss des Abends ergänzt Landgerichtspräsident Hans-Ernst Böttcher die gehörten Zitate in einem kurzen Beitrag.
Vortrag von Prof. Uwe Danker, Sonnabend, 16. Mai, 18 Uhr, Kulturforum Burgkloster. Um „Gustav Radbruch in Kiel" geht es beim Vortrag von Prof. Dr. Uwe Danker vom Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte der Universität Flensburg. In Kiel vollzog Radbruch den Wandel vom engagierten Rechtswissenschaftler zum außeruniversitären Vermittler und aktiven Politiker. In den Tagen des „Kapp-Putsches“ trat er - unter Einsatz seines Lebens - als profilierter Kopf der Sozialdemokratie hervor.
Lesung mit Jan Bovensiepen, Dienstag, 19. Mai, 19.30 Uhr, Gemeinnützige, Königstraße 5. Im Literarischen Salon der Gemeinnützigen liest Bovensiepen Texte, in denen „Gustav Radbruch in biographischen und philosophischen Selbstzeugnissen“ gezeigt wird. Beispiele aus seinem Lebensaufriss „Der innere Weg“ sowie aus seinen rechtsphilosophischen Schriften zeigen Radbruch als einen luziden, kraftvollen Denker und hervorragenden Prosaisten. In ihrer sprachlichen Klarheit zeugen sie von seiner integren Persönlichkeit.

Quelle: LÜBECK Pressedienst

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