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Vortragsreihe des Geriaters R. Krebs hat begonnen

05. April 2009 (HL-red.) Demenz verstehen und akzeptieren: Vortragsreihe des Geriaters Randolph Krebs im Pflege Zentrum Travemünder Allee hat begonnen: Angehörige von Demenzerkrankten an die Hand nehmen: Am Dienstag, den 24. März, startete der Geriater Randolph Krebs im Pflege Zentrum Travemünder Allee (PZTA) in Lübeck seine Demenz-Vortragsreihe. Beim Ersten von insgesamt drei Terminen stand die „Entstehung herausfordernden Verhaltens und von Verhaltensbesonderheiten“ bei an Demenz erkrankten Menschen im Mittelpunkt.



Foto ü/PZTA: Geriater Randolph Krebs

23 interessierte Seminarteilnehmer hatten sich im Therapieraum des PZTA versammelt, um Wissenswertes über Demenz zu erfahren und – darüber hinaus – wertvolle Ratschläge im Umgang mit Betroffenen zu erhalten. Damit war der erste Kurs des Lübecker Geriaters ausgebucht. Krebs setzt in seinen Seminaren auf Interaktion und den Austausch untereinander: Diskussionen und Erfahrungsberichte der Teilnehmer gehören genauso dazu wie praktische Übungen. All dies ist nur in einem beschränkten Teilnehmerkreis zu realisieren.

Kaum jemand kann die Sorgen, Nöte und gar Ängste von Angehörigen so gut verstehen. Randolph Krebs hat selbst ein Familienmitglied, das an Demenz erkrankt ist. Seit rund 13 Jahren arbeitet der gebürtige US-Amerikaner mit Dementen, erforscht das Krankheitsbild an sich und beschäftigt sich intensiv mit den – teils ganz individuellen – Bedürfnissen. Acht Jahre lang leitete er ein Seniorenheim, das sich auf die ganzheitliche Betreuung von Demenzerkrankten spezialisiert hat. Heute praktiziert er in Lübeck. Frühdiagnostik und Case Management – in Zusammenarbeit mit den Hausärzten – zählen im Rahmen seiner Tätigkeit zu den Schwerpunkten. Seit 2001 ist er aktives Mitglied in der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung e.V. (DED).

In dieser ersten Einführungsveranstaltung vermittelte Krebs Basiswissen bezüglich der Symptome, Ursache und Behandlung und der Risikofaktoren, wie zum Beispiel Alkohol, Nikotin, Diabetes und Schädelhirntrauma. Er lieferte einen kurzen Abriss über die Geschichte der bekanntesten Form der Demenz, die Alzheimer-Krankheit, nahm das Wesen der Krankheit unter die Lupe und tauchte in die Anatomie des Gehirns ein. Die ausführliche Beleuchtung der Demenz, mit all ihren Facetten, sollte den Teilnehmern den Zugang erleichtern – damit sie Menschen mit Demenz und ihre Bedürfnisse besser verstehen und vor allem akzeptieren können. „So traurig es auch ist, aber manche Angehörige sind aufgrund ihrer Unkenntnis und Hilflosigkeit oft die größte Stressquelle der Dementen“, so Krebs.

Mit seinen Seminaren verfolgt Krebs ein ganz konkretes Ziel: Er will aufklären und mit Vorurteilen aufräumen. „Demenz wird als bösartige Krankheit dargestellt, das ist falsch“, erklärte er den Seminarteilnehmern. „Im Alter lässt die Funktion der Organe schlichtweg nach. So, wie ein Herz versagen kann, kann auch die Leistung des Gehirns abbauen.“ Immer wieder plädierte Krebs in seinen Ausführungen dafür, respektvoll mit Dementen umzugehen und sie nicht auszugrenzen. „Ist Demenz nicht vielmehr ein soziales als ein medizinisches Problem“, fragte er die Anwesenden und machte sie auf ein schwedisches Projekt aufmerksam: Hier werden ältere, an Demenz erkrankte Menschen weitestgehend in die Gesellschaft integriert. „In Schweden hat man ein anderes Verhältnis zu dem Krankheitsbild. Das System funktioniert.“

Eingehend warnte Krebs die Teilnehmer davor, die betroffene Person auf ihr Leiden zu reduzieren. „Es gibt so viel mehr von uns, warum beschäftigen wir uns in diesen Fällen ausschließlich mit dem Gehirn? Das Gefühlsleben ist beispielsweise komplett intakt – bis zum letzten Atemzug. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte, dass Demenzerkrankte oftmals viel feinere Antennen für Gefühle haben. Ich kenne Paare, die eine unglaublich liebevolle Beziehung zueinander haben – trotz Demenz. Angehörige können von den Betroffenen lernen, dass es andere Wege der Kommunikation gibt“, so der Geriater.

Nach dem dreistündigen Seminar wandten sich viele Teilnehmer mit ganz konkreten Fragen an den Referenten. Eingehend diskutierten sie ihre ganz eigenen Erfahrungen. Seine Fortsetzung findet der Austausch bereits in wenigen Wochen: Am 28. April lädt Randolph Krebs, mit Unterstützung des Nazareth Vereins e.V. und des PZTA, zu der Veranstaltung „Zugang zum Menschen mit Demenz“ ein, am 26. Mai folgt das Thema „Umgang mit herausforderndem Verhalten“.

Unter Tel.: 0451-37007-0 gibt PZTA-Heimleiter Jens Störtebecker gern weitere Informationen.

Quelle: PZTA

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