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BBH: Ausstellung „Die Schule der Menschlichkeit“ eröffnet

30. März 2009 (HL-red.) Im Jahr 1909 – also vor genau 100 Jahren - erschienen im Abstand von nur wenigen Monaten Thomas Manns Roman Königliche Hoheit und Heinrich Manns Roman Die kleine Stadt. Dieses Jubiläum nimmt das Buddenbrookhaus zum Anlass, sich eingehender mit beiden Werken zu befassen. Das Literaturhaus widmet den Romanen die Sonderausstellung „Die Schule der Menschlichkeit“. Eröffnung war am Samstag, 28. März 2009, 18 Uhr.

Königliche Hoheit und Die kleine Stadt: zwei Romane, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und die zugleich sehr viel über Arbeitsweise und Einstellung der Schriftstellerbrüder aussagen.
Königliche Hoheit hatte eine Entstehungszeit von fünfeinhalb Jahren, Die kleine Stadt hingegen war nach anderthalb Jahren fertig gestellt. Thomas Manns Roman fand mit Samuel Fischer sofort einen Verleger und der Roman wurde vorab in der Neuen Rundschau veröffentlicht. Heinrich Mann hatte länger nach einem Verlag zu suchen und eine Vorabveröffentlichung des Romans als Serie in einer Zeitschrift scheiterte.

Königliche Hoheit wurde von den Kritikern mit Buddenbrooks verglichen und meist als zu leicht befunden, fand bei den Lesern jedoch reißenden Absatz. Heinrich Manns Roman wurde von der Kritik durchgängig gelobt, fand aber kaum Leser.
Auch in der Thematik sind die Romane auf den ersten Blick völlig gegensätzlich: In Königliche Hoheit schildert Thomas Mann das Schicksal eines jungen Prinzen in einem bankrotten deutschen Kleinfürstentum. Der Autor bezeichnete seinen Roman als Allegorie, das Politische diene allein der Ausgestaltung der Künstlerproblematik.
Heinrich Manns Roman hingegen ist eindeutig als politischer Roman entworfen. Er spielt in einer italienischen Kleinstadt und zeigt die Auseinandersetzung zwischen liberalen und konservativen Kräften, deren Geister sich am Eintreffen einer Theatertruppe und der damit verbundenen Lockerung der Sitten scheiden. Die beiden Lager bekämpfen sich bis zur Straßenschlacht. Am Schluss aber steht die Einigung um den Kleinstadtpolitiker und Advokaten Belotti, der die Worte spricht, die der Ausstellung ihren Titel gaben: »Wir haben uns begeistert, wir haben gekämpft, und wir sind ein Stück vorwärtsgekommen in der Schule der Menschlichkeit!«

Die Ausstellung im Lübecker Buddenbrookhaus versucht dazulegen, dass beide Romane, so unterschiedlich sie auch sein mögen, letztlich auf einen gemeinsamen Kern zurückgehen. Mit umfangreichen Originaldokumenten aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem S. Fischer Verlag, dem Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich und aus eigenen Beständen, veranschaulicht die Ausstellung die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der beiden Romane, zentrale Motive, Trennendes und Verbindendes beider Texte. Sie wirft aber auch ein Schlaglicht auf die Beziehung und Arbeitsweise der beiden Brüder.

Die Ausstellung ist vom 29. März bis zum 28. Juni täglich von 10-18 Uhr im Buddenbrookhaus zu sehen. Sie wurde gefördert vom Förderverein Buddenbrookhaus, der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG), von der Heinrich Mann Gesellschaft und der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Bitte beachten Sie dazu die Internetseiten www.die-luebecker-museen.de .


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