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mittwochsBildung: "Was hat Gymnasialbildung mit Elite zu tun?"

17. März 2009 (HL-red.) Am Mittwoch, 25. März 2009, 19:30 Uhr, findet im Rahmen der mittwochsBILDUNG im Großen Saal, Gesellschaftshaus, Königstraße 5 ein Vortrag und Gespräch mit Heike Schmoll, Redakteurin der FAZ, Frankfurt, zum Thema „Was hat Gymnasialbildung mit Elite zu tun?“ statt. Die GEMEINNÜTZIGE freut sich sehr, dass es ihr mit Unterstützung des Philologenverbandes Schleswig-Holstein e.V., der IHK Lübeck und der Kaufmannschaft zu Lübeck gelungen ist, Heike Schmoll zu gewinnen, ein Referat in Lübeck bei der mittwochsBILDUNG zu halten.



Foto (ü/GEM): Heike Schmoll

Die renommierte Bildungspublizistin wird über das Thema „Elite“ sprechen, ein Thema, zu dem es in den vergangenen Jahren diverse Publikationen gab und das entsprechend kontrovers diskutiert wird.

Die jüngste Publikation „Lob der Elite“ stammt aus der Feder von Heike Schmoll selbst und geht von der antiken Polis aus, um in unserer Demokratie anzukommen. Fundiert und klar führt sie vor, warum wir Eliten brauchen und wie Eliten gebildet werden:

„Spätestens seit der Bankenkrise ist wieder vom „Versagen der Elite“ oder von „Nieten in Nadelstreifen“ die Rede. Doch wer oder was sind eigentlich Eliten? Was macht sie aus und welche bildungspolitischen Voraussetzungen sind nötig, um künftigen Eliten die nötigen Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen?“ wird Heike Schmoll in ihrem Vortrag in Lübeck fragen. Damit sind wir bei dem Zusammenhang von Schule und Elite:

„Vor zweihundert Jahren, als Wilhelm von Humboldt seine neue Aufgabe als preußischer Kulturminister antrat, wurde zum ersten Mal zukunftsfähig festgelegt, was Schulabgänger können müssen, um in Gesellschaft und Beruf bestehen zu können. Heute heißen diese Fähigkeiten „Kompetenzen“, damals Bildung. Humboldt hat Prüfungen für künftige Lehrer eingeführt und Forschung zur Aufgabe der Universitäten erklärt, auch das Abitur geht im Wesentlichen auf ihn zurück“, so Schmoll.

„Für Humboldt sind Bildung und Schule Einrichtungen der Integration in die Gesellschaft, zugleich werden die Eigenheiten von Minderheiten, auch Religionen im Bildungswesen anerkannt. Seit Humboldt haben sich die Gymnasien grundlegend verändert: Sie sollen immer mehr Schüler zum Abitur führen, gewünscht sind 40 bis 50 Prozent. In einigen Bundesländern ist die Primarschule auf sechs Jahre verlängert worden – das plant auch Hamburg. Für das Gymnasium bleiben dann noch fünf Jahre übrig. Reicht das eigentlich, um auf das Studium vorzubereiten oder selbständiges Denken zu lernen? Hat das Abitur noch die normierende Funktion, die es eigentlich haben sollte? Ist es noch Hochschulzugangsberechtigung im eigentlichen Sinne? Länder mit hohen Abiturientenquoten von 80 Prozent (Großbritannien und Frankreich) und 70 Prozent (Finnland) lassen nur einen Bruchteil ihrer Abiturienten studieren. Je höher die Abiturientenquote, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Universitäten eigene Aufnahmeprüfungen einführen“, schließt sie daraus.

Der Vortrag widmet sich der Bedeutung des Gymnasiums im gegenwärtigen Schulsystem und seiner Bedeutung für künftige Elitenbildung. Was können Gymnasien noch leisten und wie lassen sich Breitenbildung und Hochbegabtenförderung sinnvoll miteinander vereinbaren?

Heike Schmoll, geb. 1962 in Villingen, absolvierte 1981 ihr Abitur in Heidelberg. Danach studierte sie Germanistik und Evangelische Theologie in Heidelberg, Tübingen und München. 1988 machte sie ihr Staatsexamen in Tübingen. Seit 1989 arbeitet sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2002 wurde ihr die theologische Ehrendoktorwürde in Tübingen verliehen. Die Henning-Kaufmann-Stiftung verlieh ihr 2005 den Deutschen Sprachpreis. Heike Schmoll gehört als Redakteurin der FAZ zu den profiliertesten Kritikern der deutschen Bildungspolitik. Sie widmet sich sowohl Fragen der Schul- wie der Hochschulpolitik sowie der wissenschaftlichen Theologie. Verantwortlich ist Heike Schmoll für die Seite „Bildungswelten“; seit 2008 ist sie Korrespondentin in Berlin. Ihr Buch „Lob der Elite“ erschien 2008 im Beck-Verlag, München.

Wie immer steht die Referentin im Anschluss an ihren Vortrag zu einer Diskussion bereit.

Außerdem:
Donnerstag, 12. März 2009 bis Dienstag, 17. März 2009
„Die Klasse – Entre les murs“ von Laurent Cantet, Frankreich 2008, OmU, 128 Minuten.
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Kino Koki – Kommunales Kino Lübeck, Mengstraße 35,
Eintritt 5,-- €/4,-- €, jeweils 18.00 Uhr!

Mittwoch, 29. April 2009
„Was wachsen soll, muss reifen können – Über die Bedeutung von Zeit im Kontext von Lernen und Bildung“
Vortrag von Dr. habil. Fritz Reheis, Politologe am Institut für Didaktik der Sozialkunde, Bamberg

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