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Vortrag Sana-Kliniken HL: Blasenschwäche und Reizblase

22. Februar 2009 (HL-red.). Die Sana-Kliniken Lübeck laden ein zu ihrem ersten "Fach-Vortrag" in diesem Jahr auch für "Sie" zu kommenden Mittwoch, 25. Februar 2009 (18:00 Uhr), in den Hörsaal der Sana Kliniken Lübeck GmbH: Blasenschwäche und Reizblase - Dr.med.C. Durek, Dr. med. M. Frambach. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quält Sie ein unaufschiebbarer Harndrang? Geht beim Niesen oder Husten unbeabsichtigt Urin ab? Müssen Sie manchmal so dringend auf Toilette, dass sie es gelegentlich nicht mehr rechtzeitig schaffen? Beeinträchtigt Sie die Angst, unbeabsichtigt Harn zu verlieren, in Ihren täglichen Aktivitäten? Müssen Sie nachts dauernd aufs Klo? Dann kann es sein dass Sie unter einer Schwäche der Blase bzw. einer Reizblase leiden.
Dies ist keine Alterserscheinung und auch keine natürliche Folge von Geburten, sondern eine häufige Erkrankung, die behandelbar ist. Viele Betroffenen schweigen aus falscher Scham und bei manchen Menschen sind die Beschwerden so stark ausgeprägt, dass sie sich kaum mehr in die Öffentlichkeit wagen und eine dramatischen Einschränkung der Lebensqualität erleiden.
Durch nächtlichen Harndrang wird der Schlaf ständig unterbrochen und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Insgesamt sind in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen an verschiedenen Arten der Harninkontinenz erkrankt.
Die gesunde Harnblase übernimmt zwei einzeln zu betrachtende Aufgaben: sie kann eine bestimmte Menge Urin speichern und muss ihn zu einem vom Individuum kontrollierten Zeitpunkt entleeren können. Der ständig von den Nieren gebildete Harn füllt den Hohlmuskel Blase und dehnt die Blasenwand, der geschlossene Schließmuskel vor der Harnröhre sorgt für die Dichtigkeit. Ab einer bestimmten Füllung wird ein Signal zum Gehirn entsandt, Harndrang zwingt zum Aufsuchen der Toilette. Im Krankheitsfall verliert man Urin weil der Schließmuskel erschlafft ist, der Drang der Blase nicht zu unterdrücken ist (Harninkontinenz), oder ein ständiger Harndrang dauerhaft quält (Reizblase)
Eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur in die der Schließmuskel eingelagert ist führt zum Harnverlust bei Belastungen (Husten, Niesen, Lachen, Sport). Eine „überaktive“ oder „überempfindliche“ Blase bedingt eine Dranginkontinenz. In bis zu 40% aller Fälle sind beide Formen anzufinden. Die Unterscheidung der verschiedenen Formen der Harninkontinenz gelingt häufig bereits mit Hilfe von Fragebögen, die charakteristische Beschwerden abfragen und bewerten.
Weiterführende Untersuchungen des Arztes müssen z.B. Infektionen oder Anomalien ausschließen und die genaue Inkontinenzform mit Hilfe von Blasendruck- und Schließmuskelvermessungen zuordnen.
Die Belastungsinkontinenz ist weit häufiger bei Frauen als bei Männern anzutreffen. Sie ist eine der häufigsten Urin-Inkontinenz-Formen. Durch Schwangerschaften, natürliche Geburten, Bindegewebsschwäche und Alterungsprozesse sind Frauen besonders häufig von einer Belastungsinkontinenz betroffen. Die Belastungsinkontinenz ist aber keine Alterserserscheinung, auch wenn sie mit zunehmendem Alter häufiger wird. Auch Frauen in jungen Jahren sind davon betroffen.
Die Chance, auch eine ausgeprägte Form der Belastungsinkontinenz, auf Grund einer Muskel- bzw. Gewebeschwäche zu therapieren, ist gut. Zu den konservativen Methoden zählt das Beckenbodentraining. Das Training sollte unter Anleitung geübt werden und ggf durch eine elektrische Muskelstimulation unterstütz werden. Sollte mit diesen Methoden allein kein Erfolg zu erzielen sein, stehen neuerdings sogar Medikamente und natürlich chirurgischen Eingriffe (z.B TVT-Band) zur Verfügung. In vielen Fällen ist eine Heilung möglich. Ist es im Rahmen der Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur durch schwere körperliche Arbeit oder vorausgegangene Geburten zur Lockerung bzw. Zerreißen von Bandstrukturen der mittleren und hinteren Harnröhre, resultiert ein unwillkürlicher Urinverlust, eine Belastungsinkontinenz. Daher liegt es hier nahe, diese defekten Bandstrukturen operativ zu ersetzen. Dies geschieht im Rahmen einer Operation durch das Einbringen eines Netzbandes von der Scheidenvorderwand ausgehend, seitlich an der Harnröhre vorbei bis zur Bauchwand. Dadurch wird die Harnröhre im äußeren Drittel von dem spannungsfrei eingebrachten Netzband ("Tension-free Vaginal Tape" TVT ), entsprechend der ersetzten Bandstrukturen hängemattenartig umfasst. Somit wird Kontinenz wieder hergestellt. Die Operation geht ohne grösseren Bauchschnitt einher und erfordert nur einen Aufenthalt von wenigen Tagen im Krankenhaus.

Wird eine überwiegende Dranginkontinenz diagnostiziert ist eine Behandlung mit Medikamenten, welche die Überaktivität der Blasenmuskulatur dämpfen erforderlich. Dadurch erhöht sich die Blasenkapazität und die Blase kann wirklich voll werden, bevor der Drang zum Wasserlassen entsteht.
Die relativ hohe Rate von Nebenwirkungen konnte durch einige neuerdings verfügbare selektiv auf die Harnblase wirkende Medikamente deutlich gesenkt werden.
Bei der sog. Reizblase unterscheidet man eine primäre von einer sekundären Form der Reizblase. Bei der häufigen primären Reizblase findet sich keine greifbare Ursache.
Der Blasenmuskel zieht sich schon früh und unwillkürlich zusammen, weil bereits ein geringer Reiz auf die Blase zu ausgeprägtem Harndrang führt. Betroffene klagen über häufigen, sehr starken überfallartigen Harndrang. Die abgesetzten Urinmengen sind jedoch gering. Das Beschwerdebild der Reizblase geht oft auch mit diffusen manchmal krampfartigen Unterbauchschmerzen einher (Unterbauchschmerz-Syndroms oder auch pelvic-pain-syndrome). Gelegentlich kommt es auch zu Brennen beim Wasserlassen. Bei der Behandlung werden vor allem Arzneien eingesetzt, welche die Blasenmuskulatur entkrampfen. Anticholinergika wirken auf Blasenmuskulatur und -nervensystem. Spasmolytika wirken nur auf die Blasenmuskulatur und setzen die Kontraktionsbereitschaft herab.
Da die genaue Ursache der primären Reizblase unbekannt ist, gibt es keine kausale Therapie. Symptomatisch werden neben pflanzlichen Medikamenten z.B. Goldrute, Blasenspülungen mit schmerzlindernden Medikamenten und Reizstromtherapie bzw. Biofeedback Techniken angewendet.
Für einige Patienten könnte eine Psychotherapie (ggf. zusammen mit einer unterstützenden medikamentösen Therapie) eine wirkliche Heilung bringen. Da viele aber auch heute noch eine körperliche Ursache leichter akzeptieren als eine seelische, nehmen sie diese Chance oft nicht wahr. Natürlich sollte vor Beginn einer Psychotherapie immer eine organische Ursache der Reizblase ausgeschlossen sein.
Welche dieser Behandlungen im Individualfall wirksam ist bedarf oft des längeren Probierens.
Erste Informationen zu diesem Thema können Sie bei unserem kostenfreien medizinischen Fachvortrag erfahren, der am Mittwoch den 25. Februar 2009 um 18:00 Uhr im Hörsaal der Sana Kliniken Lübeck GmbH stattfindet.

Quelle: Sana-Kliniken Lübeck


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