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Vortrag: Johannes Falk - Ein Weimarer Stern mit eigenem Licht

19. Februar 2009 (Eutin/HL-Red.). Johannes Falk. Ein Weimarer Stern mit eigenem Licht. Vortrag von Gerhard Heufert (Müllheim)am Dienstag, 24. Februar 2009, 19.30 Uhr. Eutiner Landesbibliothek, Schlossplatz 4, 23701 Eutin
Eintritt: 3 €
Veranstalter: Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft (Eutin) und Eutiner Landesbibliothek.

Zum Vortrag
Johannes Falk. Ein Weimarer Stern mit eigenem Licht: Wer weiß schon, dass das bekannte Weihnachtslied „O du fröhliche“ der Feder des Satirikers Johannes Falk entstammt, und wer würde vermuten, dass dies unter den ernstesten und bedrängendsten Umständen geschah? Geschrieben für die Zöglinge seines Weimarer Erziehungsinstituts, die Falk nach den Kriegswirren des Jahres 1813 um sich zu scharen begann, stehen die Worte dieses Liedes für sein Anliegen, den verwaisten und vernachlässigten Kindern und Jugendlichen, die damals bettelnd umherstreunten und zusehends verwahrlosten, wieder Orientierung und Halt zu geben.



Porträt Johannes Daniel Falk (Stich von Karl August Schwerdtgeburth) ü/Veranstalter


Johannes Daniel Falk (1768-1826) gehört nicht zu den „Vier Großen“ der Weimarer Klassik, auch wenn er sich als satirischer Schriftsteller durchaus einen Namen gemacht hatte. Doch seine wahre Lebensaufgabe fand er nicht im Reich der Dichtung. Er, der die Unterstützung und Freundschaft Wielands besaß, Herder begegnete und tiefreichende Gespräche mit Goethe führte, während der Plünderung Weimars durch die Franzosen im Oktober 1806 durch sein couragiertes Auftreten beeindruckte, fand einige Jahre später, nach erneuten Kriegswirren, seine Bestimmung
darin, sich durch die Gründung der „Gesellschaft der Freunde in der Not“ ausschließlich der Fürsorge und Erziehung dem Elend preisgegebener Kriegswaisen zu widmen. Mit dem „Lutherhof“ und seinen sozialpädagogischen Ideen, die großen Wert auf Bildung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen legten und teilweise bis zum heutigen Tag noch aktuell sind, schuf er ein Rettungswerk, das im literarisch-ästhetischen Weimar allerdings nicht nur mit Zustimmung betrachtet wurde, nach außen aber doch ausstrahlte und insbesondere einem Mann wie Johann Hinrich Wichern Vorbild für sein „Rauhes Haus“ in Hamburg und die Begründung der „Inneren Mission“ war.

Gerhard Heufert, der bis vor kurzem in den Eutiner Werkstätten als Heilerzieher wirkte, hat die faszinierende Lebensgeschichte Falks näher erforscht und in zwei Büchern dargestellt. Heuferts erste Annäherung an Falk geschah 2006 in Form eines Romans unter dem Titel „Der Narr von Weimar“, der die Entwicklungsjahre Falks schildert, die ihn von seiner Kindheit und Jugend in Danzig über das Studium in Halle als Schriftsteller ins klassische Weimar führten.
Nach umfangreichen Vorarbeiten in der Eutiner Landesbibliothek ermöglichte Heufert ein zweimonatiges Stipendium der Klassik Stiftung Weimar, das sozialpädagogische Wirken Falks an Hand der vorliegenden handschriftlichen Quellen vor Ort eingehender zu studieren. Daraus ist als zweites Buch eine umfassende Falk-Biografie entstanden, die unter dem Titel „Johannes Daniel Falk. Satiriker, Diplomat und Sozialpädagoge“ Ende 2008 erschienen ist. Anhand zahlreicher bisher unveröffentlichter Quellen aus Falks Nachlaß wird nachvollziehbar, wie die Falksche Biografie sich innerhalb der geistigen und gesellschaftlichen Atmosphäre Weimars entfaltet, wie sie dem allgemein beschworenen, aber zumeist im Gedanklichen verbleibenden klassischen Humanitätsideal eine praktische Wirksamkeit zur Seite stellt, die als wesentliche Bereicherung und Ergänzung des historischen Schauplatzes „Weimarer Klassik“ gelten kann.
Gerhard Heufert wird hierüber in einem Vortrag berichten, der am Dienstag, dem 24. Februar 2009 im Seminarraum der Eutiner Landesbibliothek stattfindet. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr und wird von der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft in Verbindung mit der Eutiner Landsbibliothek veranstaltet.

www.lb-eutin.de

Quelle: Stiftung Eutiner Landesbibliothek / HS-Kulturkorrespondenz

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