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Volksfest-Scheibenschießen - Nicht nur für"organisierte"Schützen

06. Juli 2012 (HL-Red-RB) Gestern war ich zu Gast beim Lübecker Schützenverein von 1839 e. V.: Anlass: meine „Hofierung“ für rund 170 Jahre beständiger „Vereinsarbeit“, Hofierung für fast entsprechend viele Jahre der (Mit-)Trägerschaft des Lübecker Volksfestes. Lübeck-TeaTime berichtete vor ein paar Tagen bereits dazu mit der Einleitung „Ehre wem Ehre gebührt“. Nichts gegen die gewisse Wandlung - zumindest aus Sicht von außen – zum Jahrmarktstreiben. Das begleitete mit ein paar „Buden“ schon im Gründungsjahr des Volksfestes 1848 das „Allgemeine Scheibenschießen“, das wenig mehr als eine Handvoll „Zivilisten“ gemeinsam mit dem Lübecker Schützenverein, der bereits zuvor 1839 gegründet, auf die Kunde vom zumindest anfänglichen Gelingen der Revolution um die Demokratisierung Deutschlands, mit einem „(Um)Zug“ durch ein paar Straßen Lübecks seinen Anfang nahm. 1849 war der Aufstand nach anfänglichem Erfolg von preußischem und österreichischen Militär niedergeschlagen. Aber das damals noch junge Volksfest Lübecks, das nach zuvor elitärem und im gewissen Sinne „Sportschießen“ sich damit auch allen öffnete. Bis heute eben, wenn dieses auch gewissen kriegsbedingten oder politischen Unterbrechungen zu Zeiten des Dritten Reiches wegen nur wenig Ausfälle hatte. Daher eben in diesem Jahr als Veranstaltungsjahr das 164 und im Grunde fast durchgehend gepflegt Eine kleine Vorrede, die aber besagtem Anlass heute einfach vorangestellt, Klarheit schaffen soll.

In der Einladung des Lübecker Schützenvereins heißt es (wie von Lübeck-TeaTime übernommen und angekündigt) zu den Terminen des noch heute aktuellen Scheibenschießens 2012 sowie einigen internen Hinweisen dazu:





Was also erwartete gesterm „den Besucher“: Begrüßt vom geschäftsführenden Vorstand und damit dem 1. Vorsitzenden Norbert Claßen, dem 2. Vorsitzenden Rolf Wittstock und Schatzmeister Siegfried Wittstock, dem das Scheibenschießen organisierende Team, Schützinnen und Schützen sowie einem Schützenpaar, auf das später noch eingegangen werden soll, die Gelegenheit also, in einem oder auch mehr Durchgängen die Schießfertigkeit zu zeigen. Und wie zu hören, wird jeden Schießtag eine Siegerin oder ein Sieger geehrte. So also auch an diesem dann schon Abend und pünktlich um 20 Uhr. Den „Vogel“ abgeschossen hatte Ute Wittstock mit einem 28, 3 Teiler. Was auch immer das heißt. Aber die Insider werden beurteilen können, „wie“ gut diese Leistung ist.







Wenn nun auffällt, dass wiederholt der Name „Wittstock“ erscheint, lässt sich auf etwas schließen, was der 1. Vorsitzende Norbert Claßen im Gespräch betonte: „Wir sind eine große Schützenfamilie“ und es geht dementsprechend familiär zu. Wer auch gestern aufmerksam das Zusammenspiel im Ablauf des Schießens beobachtet hätte, könnte das nur bestätigen. So auch zu hören, dass die Beteiligung an diesen Volksfest-Scheibenschiessen unter Schützenschwestern und -brüdern sehr gut ist. Allerdings wünschenswert wäre eine noch größere Resonanz auf dieses Schießen von Seiten der „Bevölkerung“. Dabei bräuchte man nicht einmal selbst zu schießen: Man kann jemanden „beauftragen“, für sich zu schießen. Die Ehre – also auch letztlich die des Volksfest-Schützenkönigs – hat aber immer die oder der Schütze, ein Preis an den „Auftraggeber“. Auch aus dem Kreis der Schützen wäre auch Bereitschaft, einzuspringen. Immerhin wird damit auch das Schießen selbst gefördert. Wenn dann auch noch jemand mit eigener Leistung Schützenmajestät werden sollte – keine Angst vor dem finanziellen Aufwand: Der Verein gewährt gerne einen Zuschuss, der dieses Vergnügen aus der Sicht zudem erleichtert.






Was also hindert noch, an diesem sportlichen Spaß teilzunehmen? Vielleicht fehlt nur der „Ruck“ - und auf nach St. Hubertus.


Anfangs angedeutet, nun das „Geheimnis“ gelüftet: Norbert Klaßen überraschte seine Vereinsmitglieder Ingrid und Gerhard Pawils mit einem wunderschönen Blumenstrauß und einem "Überraschungsumschlag".



Ein ebenso schöner Anlass – deren kürzliche diamantene Hochzeit. Die Recherche zum Lebensalter der Beiden ergab übrigens eine weitere Erkenntnis: Gerhard Pawils ist seit 44 Jahren im Verein dabei, seine Frau Ingrid 34. Nun zu glauben, sie wäre auf eigenen Wunsch erst später eingetreten – falsch:. Zuvor war Frauen eine Mitgliedschaft grundsätzlich noch nicht möglich. Dass sie sicherlich immer dabei waren und auch ihnen mögliche Vereinsarbeit geleistet haben, versteht sich allerdings wohl von selbst. Nicht mehr als gerecht also, dass endlich die Vereinstür für sie offiziell geöffnet wurde. Die Frage, wer nun besser schießt – Männer oder Frauen, diese Frage soll an dieser Stelle gar nicht erst gestellt werden.

Mit der Ehrung der Tagessiegerin und einem abschließenden „Gut Schuss“ endete schließlich das Schießen. Bleibt der Hinweis auf die o. a. noch offenen Schießtage und vor allem die Proklamation der Schützenmajestät 2012 hier mit einem fröhlichen Fest. Aber auch den, dass der Lübecker Schützenverein von 1839 jeden Donnerstag zwischen 17 und 20 Uhr Interessierte willkommen heißt zum „Schnupperschießen“.


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