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„Laconia“ – Menschlichkeit im Zweiten Weltkrieg

13. Oktober 2011 (HL-Red-RB) Die Geschichte ist so unbekannt nicht, wie uns die Fernseh-Macher aus durchsichtigen Gründen glauben machen möchten: Mitten im Zweiten Weltkrieg - im August 1942 - ist es fernab der üblichen Kriegsschauplätze vor der Küste Afrikas zu einem dramatischen Ereignis gekommen. Das deutsche U-Boot U 156 versenkte das als Truppentransporter verwendete Handelsschiff „Laconia“. Nicht wissend, dass sich an Bord neben alliierten Militärs 366 Zivilisten- meist Frauen und Kinder – und 1.800 italienische Kriegsgefangene befanden.
U-Boot- Kommandant Hartenstein rettet nach seinen Möglichkeiten die Überlebenden und fordert Hilfe an. Zwar ist Admiral Dönitz als Befehlshaber der U-Boote entsetzt, dass Hartenstein in einem offenen Funkspruch auf Englisch seine Position bekannt gibt, entsendet aber drei weitere Groß-Uboote zur Hilfe und Rettung der Schiffbrüchigen, bittet überdies die neutralisierten Franzosen um Hilfe. Obwohl das U-Boot mit einem weit sichtbaren Roten Kreuz gekennzeichnet ist, greift ein amerikanisches Flugboot es völkerrechtswidrig an. Härtenstein bricht seine Rettungsaktion ab. Dönitz weist die deutschen U-Boote in der später als „Lakonia“-Befehl bekannt gewordenen Order an, künftig von solchen Hilfsaktionen abzusehen – ein Befehl, der ihm im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess fast zum Verhängnis geworden wäre. Die französischen Kriegsschiffe bergen 1.120 Überlebende und bringen sie nach Dakar. Zwei Rettungsboote sind so weit abgeblieben, dass sie nicht mehr gefunden werden. Eins erreicht die Küste nach 27 Tagen- von 68 haben nur 16 überlebt, das letzte Boot nach 39 Tagen geboren – von 51 haben vier überlebt.

So weit die Fakten. Was sich darum abgespielt hat, ist naturgemäß nicht mehr bekannt. Zeitzeugen gibt es kaum noch. Was englische und deutsche Filmemacher nicht gehindert hat, um die Fakten herum eine rührselige – und spannend verfilmte- Geschichte um eine Nazi-Verfolge (Franka Potente) und den U-Boot-Kommandanten Hartenstein (Ken Duken) zu erdichten. Und das gleich als in epischer Länge erzählten Zweiteiler. Der in England höchst wohlgefällig aufgenommen worden ist. Nun kommt die Geschichte auf die deutschen Fernsehempfänger.

Nun mag man zu solcher Pseudo-Geschichte als Filmstoff stehen wie man will. Ohne Zweifel ist dem internationalen Team drei Stunden spannende Unterhaltung gelungen. Ken Duken liefert eine großartige Charakterstudie als Korvettenkapitän Hartenstein ab. Dagegen ist Franka Potente als „Hilda2 erneut eine krasse Fehlbesetzung. Diese Frau als Schauspielerin zu bezeichnen, ist ein beispielloser Euphemismus. Ein schönes Gesicht – das kaum zu irgendwelchen Regungen fähig ist- allein tut es eben nicht. Es hat schon gute Gründe, dass Franka Potente in Deutschland kaum mehr besetzt wird, und sie in Hollywood ebenfalls mehr oder minder erfolglos tingeln muss.
Das Erste zeigt den Zweiteiler am 2. und 3. November jeweils um 20.15 Uhr. Eine Dokumentation hat man sich glücklicherweise diesmal geschenkt.

Horst Schinzel
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