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Zum 10. Todestag: Filmische Erinnerung an Beate Uhse

23. September 2011 (HL-Red-RB) Ohne Zweifel: Beate Uhse (1919 – 2001) war eine bedeutende Schleswig-Holsteinerin. Da ist es schön, dass ihr das ZDF zum zehnten Todestag einen Film widmet, der in epischer Breite ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg in Flensburg schildert. Es soll hier nicht untersucht werden, was hier Dokumentation und was Fiktion ist. Wesentlicher ist, dass bei der Umsetzung dieses Films bei den Äußerlichkeiten derart geschludert worden ist, dass man hinsichtlich der Filmerzählung allergrößte Bedenken haben muss.

So wie im April 1946 zur Zeit des Fluges der jungen Beate Uhrse nach Schleswig-Holstein nirgends hier britische Truppen standen, werden wohl nicht nur Kriegsgefangenschaft und Lazarettaufenthalt der Fantasie des Autors Timo Berndt entsprungen sein. Vermutlich Etliches mehr.

Das fängt damit an, dass Flensburg nicht zerstört war. Die Filmszenen spielen überall, nur nicht in Flensburg. Wenn ein Polizist Beate Uhse festnimmt, sagt er ihr: „Frau Uhse, Sie sind verhaftet“. Da er ihr jedoch keinen Haftbefehl vorhält, kann er sie nur vorläufig festnehmen. Und das weiß jeder Polizist. Das Hoheitsschild an Postämtern auf dem Gebiet der Bundesrepublik zeigte die Aufschrift „Deutsche Bundespost“ – in der DDR Deutsche Post. Und in der Szene mit einem Pastor trägt dieser etwas, was alles, nur nicht das Beffchen eine lutherischen Pastors ist – auch nicht das eines reformierten oder unierten Geistlichen, sondern die verunglückte Fantasie des Ausstatters, der wohl keine kirchlichen Bindungen hat.

Und wenn im Nachspann behauptet wird, die beiden Söhne der Firmengründerin hätten das Unternehmen erfolgreich fortgeführt, so stimmt nicht einmal das. Sohn Klaus ist bereits 1984 gestorben. 1989 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt, Und der geht es inzwischen sehr schlecht.
Beate Uhse war zweifellos eine schillernde Persönlichkeit. Dass das ZDF offensichtlich dem eingekauften Machwerk – dass anscheinend ursprünglich für den Hessischen Rundfunk produziert worden ist - selbst nicht traut, wird deutlich dadurch, dass es dem Film eine selbst produzierte Dokumentation nachschiebt. Heißt der Film im Untertitel schwülstig „Das Recht auf Liebe“, so machen die Untertitel der Doku deutlich, warum es eigentlich geht: „Sex made in Germany – eine deutsche Karriere“

Die Hauptfigur ist im Film mit der glatt-alerten Franka Potente sehr unglücklich besetzt. Beate Uhse hätte sicher eine sorgfältigere Würdigung verdient gehabt.
Das ZDF zeigt den Film und die Dokumentation am 9. Oktober ab 20.15 Uhr.


Horst Schinzel
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19, September 2011

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