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Agentur für Arbeit Lübeck

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HL-Hanseschiff-Nachbau - Heute Tag der offenen Tür

10. September 2011 (HL-Red-RB) Meinung: Selten ist solch eine heute schon „historische“ Initiative wie die um den Nachbau des Hanseschiffs – der im 15. Jahrhundert im Mittelmeer längst enteilten Weiterentwicklung der Kogge – so offenkundig wenig den Tatsachen entsprechend dargestellt worden wie kürzlich um den eigens dafür gegründeten Verein "Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck (gemeinnützig) e.V.“ für eine Fernseh-Serie und nun erneut zum morgigen Tag der offenen Tür aus Anlass „ 20 Jahre Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e.V., wie zur Einladung auf papiernen Blatt der Tageszeitung. Wer will sich eigentlich da mit falschen Federn schmücken, wer will sich da der Verantwortung zum medialen Versagen zu einer Idee entziehen, die lange eher „verhöhnt“ und kaum enrst genommen wurde: Aber der Nachbau des Lübecker Hanseschiffs schwimmt längst, und es hätte sogar Mittel aus dem EU-Topf gegeben, hätte die Lübecker Archäologie zugegeben, in Bremer „Zuckerbad“ schwämmen Teile aus abgewrackten Hanseschiffen, die zum Bau von Häusern auf der Stadtinsel verwendet worden sind. Ich schwöre bei Gott, dass mir da nach einem Versprecher des städtischen Oberarchäologen von diesem gesagt wurde, „das stimme nicht“. Leider kam dieser nicht dem zugesagten Versprechen, mit den damals um den Nachbau des Hanseschiffs „kämpfenden“ Initiatorinnen und Intiatoren nicht nach. Besagter Wissenshaftler vielmehr hatte vorab schon angedroht, „das nie gesagt zu haben“. Dabei war es damals schon im Mittelalter üblich, „Recycling“ zu betreiben – und Schiffsplanken wurden in den Hausbau einbezogen. Heiß begehrt übrigens diese „Ersatzteile“, weil diese durch das Salzwasser unglaublich imprägniert und damit resistenet gegen Holz-Schädlinge waren. Stimmt nicht? Leider ist damals der von mir informierte 1. Vorsitzende der Gesellschaft Stefan Müller entweder ebenso auf wenig Wohlwollen gestoßen, wie nun zu vermuten ist, dass der „gewisse“ Ober-Archäologe das nicht wollte. Schade, kann man heute nur sagen. Und dazu eine Bemerkung - „Arroganz“. Aber es gibt leider Menschen, die meinen, wenn es nicht ihre Ideen sind, gibt es die nicht. Lübeck-TeaTime ist gerne bereit, auf eine Gegendarstellung zu antworten.
Wie gesagt, schmücken sich nun Leute um den Nachbau der „Lisa von Lübeck“ mit falschen Federn. Es wehrt sich offenkundig niemand mehr dagegen. Warum auch inmer. Aber es waren im Grunde ausschließlich Stefan Müller und Lisa Dräger. Alle anderen waren – Mitstreiter. Und in der Stunde, als die Bundesagentur für Arbeit sich aus der Förderung herausziehen musste, war es die Possehl-Stiftung, die die „Sache“ rettet. Alle anderen waren – unterstützendes Beiwerk.
Zu morgen heißt es in ausgesuchten Medien: „Tag der offenen Tür auf der Lisa von Lübeck - Besichtigung des Schiffes, der Werft und Mittelaltermarkt - 20 Jahre Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e.V. - Karten: Eintritt frei - Behnkai/ Mediadocks, Liegeplatz Lisa von Lübeck und Werft, Lübeck.

Lübeck-TeaTime gratuliert auch – und erinnert an den leider verstorbenen Initiatoren Stefan Müller. Der kann sich nicht mehr wehren. Aber lesen Sie, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, die „wahre Geschichte“ um Nachbau des Hanseschiffes, der nicht einmal von Tagesmedien ernst genommen wurde. Und wäre nicht die Lübeck weit ausschüttenden Mäzenin Lisa Dräger gewesen, hätte es nicht einmal die „Sonder-Berichterstattung“ in der lübschen Tagespresse gegeben. Wetten? Ich erinnere mich an eine gastgebende LN-Runde in einem lübschen Hotel später – nur war das leider zwar nicht zu spät, aber eben – sehr spät.

Nachbau "Lisa von Lübeck" verdient die wahre Geschichte
24. Juli 2011 (HL-Red-RB) Meinung: Es ist nicht die erste Fernsehsendung wie heute im NDR gewesen, in der zum Nachbau des Hanseschiffs, also der Kraweel "Lisa von Lübeck" - und dazu auch noch auf den Planken desselben Schiffes - so oberflächlich zur wahren Geschichte um dieses Lübecker "mittelalterliche" Schiff, der Nachfolge zum zwar zwischenzeitlich, wenn auch nur wenig verbesserten Wikingerschiffs "Kogge", berichtet wurde. Sieht man die Homepage des Trägers "Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck (gemeinnützig) e.V.“ ein, muss man sich wundern, wie wenig die wirkliche Leistung derjenigen um den Erfolg dieses Vereins um deren Projekte wie die Instandsetzung der Werftbarkasse SW 2, Geschichtspfadhefte, Zeitpunkte (Modell-Vitrinen mittelalterlicher Bauten in der Innenstadt) und eben des Projektes des Nachbaus des Hanseschiffs, besagter Kraweel, gewürdigt wird.

Man konnte und kann den Eindruck gewinnen, dass gerade diejenigen, deren Namen vor allem mit diesem Erfolg verbunden sind, „verschwiegen“ oder nicht hinreichend genannt werden: Lisa Dräger (Lisa von Lübeck – der Name „einer Mäzenin“ in der heutigen FS-Sendung) – und Stefan Müller, ehemals Mitarbeiter in der Agentur für Arbeit, die in fast allen Projekten als „Förderer“ über ABM entscheidend aufgetreten ist, warum so wenig Ehre oder geradezu verschwiegen? Der Blick auf die Namen der heute den Verein Führenden könnte gewissen Hintergrund „vermuten“ lassen: Es sind kaum „Männer der ersten Stunde“ dabei. An den Spruch „...sich mit fremden Federn schmücken“ möchte ich hier durchaus nicht denken. Vor allem, weil sie nun sicher die Arbeit um die Kraweel gut fortsetzen.

Allerdings möchte ich Ihnen, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, diesen von mir abgefassten Beitrag vorstellen, diese „anderen in Erinnerung rufen“. Dabei wünsche ich mir, dass der Verein die Darstellungen dazu präzisiert bzw. ergänzt:

Lisa von Lübeck bestand Probefahrt mit Auszeichnung
Geschrieben von Reinhard Bartsch am 7. 10. 2004 (HL-live.de)

Die Menschen im Ostseeraum des 15. Jahrhunderts staunten nicht schlecht, als sie das erste Mal die damals schon typische Kraweel des Mittelmeeres zu Gesicht bekamen. Viel größer und mit einer Rumpfbeplankung, die ihnen völlig unbekannt war: Stoß auf Stoß, also praktisch nahtlos.

Vielleicht waren sie sogar durchaus erschrocken, denn Ihnen war nur die hier übliche, erheblich kleinere Kogge mit ihrer Klinkertechnik vertraut. Selbstverständlich übernahm man diesen dreimastigen Schiffstyp rasch, zumal mit diesem erheblich mehr Frachtgut geladen werden konnte und eine unvergleichlich bessere Manövrierfähigkeit gegeben war.

Leider hat die Schifffahrtsgeschichte dieser Epoche des Mittelalters keine wirklichen Funde hinterlassen. Leider auch, so muss man feststellen, waren mit diesem Schiff erstmals auch Gefechte auf dem Wasser möglich. Denn die Kogge wäre beim ersten Schuss der Kanone umgekippt. Nicht jedoch diese Bahn brechende Weiterentwicklung im Schiffbau – die Kraweel oder auch das gemeinhin so genannte Hanseschiff! Bis heute hat man bis auf einige Hölzer ein solches Wrack nicht gefunden.

Für die Kogge gilt das nicht. Nur ist zu vermuten, dass die an Mecklenburgs Küste aufgefundene, gut erhaltene wahrscheinlich gleich gesunken ist, weil wegen ihrer vergleichbaren Größe die Dichtigkeit der Klinkerbauweise offensichtlich nicht erreicht werden konnte. Nur auf einem Ziegelstein in einem schwedischen Kloster und auf Gemälden gibt es Abbilder der Kraweel, die allerdings nicht für Baupläne reichen. Es war nämlich üblich, den Werften nur die Länge des gewünschten Schiffes anzugeben, woraus sich übrige Maße ergaben. Konstruktionspläne wurden nicht gezeichnet.

Eine geschichtliche Lücke also, die längst darauf gewartet hat, genauer erforscht zu werden. Auf die Idee, ein solches Schiff nachzubauen kam schließlich Lisa Dräger vor gut einem Jahrzehnt. Natürlich war man in der Hansestadt neidisch auf andere Städte, die schon mit Nachbauten der Kogge beispielsweise zu den Hansetagen fuhren. Aber in Stefan Müller fand sie einen Gesinnungsgenossen, der – von diesen Vorhaben geradezu gefesselt – die Sache aufgriff. Sie gründeten die Gesellschaft Weltkulturgut Lübeck, waren aber so vorsichtig, das Projekt des Hanseschiff-Nachbaus als eines unter verschiedenen aufzugreifen. Die “SW 2″ der Schlichting-Werft und die Schaukästen der “Zeitpunkte”, in denen mittelalterliche Bauten wie Kirchen und Stadttore zu sehen sind, haben gezeigt, dass ihre Vorhaben durchaus realisiert werden konnten. Bleibt die Frage nach der Kraweel, dem Projekt, das technisch und natürlich auch finanziell völlig andere Dimensionen erforderte. Ein wissenschaftliches Symposium bereitete einen ersten Weg zum Gelingen vor.



Foto (© Reinhard Bartsch, Lübeck): Mit diesem Modell des Hanseschiffs ist Stefan Müller mit seinen Getreuen unermüdliche viele Jahre lang - wie hier zu einem HL-Volksfestzug - an die Öffentlichkeit gegangen, um darauf aufmerksam zu machen.



Foto (© Reinhard Bartsch, Lübeck): Stefan Müller, "Vater" des Hanseschiff-Nachbaus und Vorsitzender der Gesellschaft Weltkulturgut HL musste vor leeren Rängen begrüßen. Die Tagespresse hatte es schlichtweg vergessen darauf aufmerksam zu machen - oder es nicht für "wichtig" gehalten.



Foto (© Reinhard Bartsch, Lübeck): Und so sah und sieht der "fertige" Kraweel-Nachbau aus

Lisa Dräger spendete dabei nach einem Interview im Offenen Kanal Lübeck die ersten 20.000 Mark für die Entwicklung der ersten Bau- und Linienpläne durch die TU Berlin. Aber drei Dinge waren schließlich 1998 die entscheidenden Voraussetzungen für die Verwirklichung dieses eigentlich da immer noch fast unglaublichen Vorhabens: Die Hansestadt sagte Unterstützung mit der Holzgestellung der für den Schiffbau vor vielen hundert Jahren gepflanzten Eichen aus heimischen Wäldern sowie mit einem Bauplatz zu, und das da noch als solches bezeichnete Arbeitsamt Lübeck beteiligte sich ab Baubeginn 1999 mit vier Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen insbesondere für jugendliche Arbeitslose. Ein Projekt, dass nicht nur nostalgisches Fahrvergnügen und eine maritime Darstellung der Hansestadt Lübeck erbringen sollte, sondern vor allem ein wissenschaftliches weil eines experimenteller Archäologie, denke man an die Auswertung auch der Segelversuche. Ein gewaltiges Problem ergab sich aus dem unerwarteten Rückzug des Arbeitsamtes im Jahre 2003. Das Projekt geriet ins Stocken, aber die Hansestadt half mit Manpower der Gab aus.

Ein großes Glück, wenn auch vielleicht sorgsam vorbereitet, verdankte man jedoch wieder einmal der Possehl-Stiftung: Mit 200.000 Euro wurden die Mittel zur Verfügung gestellt, mit denen man die Beschaffung von Materialien bis hin zum Motor bestreiten konnte. Nicht zu vergessen aber auch die Arbeit der Vereinsmitglieder, freiwillige Hilfe von außen, die Einnahmen aus dem “Fan-Shop” und Spenden weiterer Sponsoren wie der Schifferbrüder für die Segel.
Zudem galt es, 4.170 Meter Nähte des Rumpfes zu kalfatern und damit abzudichten. Immerhin entspricht das einer Strecke nahezu der rund um die Lübecker Altstadt. Wenn sich nun am Donnerstag, dem 30. September 2004, erneut die Menschen verwundert die Augen rieben, als der verwirklichte Traum des Nachbaus des Hanseschiffes vom Bauplatz an der Wallhalbinsel ablegte und sich in Richtung Travemünde bewegte, waren gut 600 Jahre vergangen.

Erschreckt hat dies sicher niemanden mehr, aber eines erinnerte an nach wie vor bestehende seemännische und mittelalterliche Traditionen. Denn Lisa Dräger, die dem Schiff auf die Planken geholfen hat, durfte nicht an Bord: Keine Frauen auf der ersten Fahrt! Der ersten von vier vorab genehmigten “Reisen”, um das Manövrierverhalten und die Maschine zu erproben und die Sicherheit an Bord zu testen. Grundlegende Dinge, wobei die Segeleigenschaften erst im Frühjahr geprobt werden, wenn auch die Takelarbeiten bereits vier Kilometer Tauwerk verschlungen haben. Erste praktische Aufgabe also für Bootsbaumeister Heino Schmarje, den Ruderstand zu übernehmen und sein “Baby” erstmals auszufahren.

An Bord nicht nur Männer, die sich an dem großen Werk verdient gemacht haben sowie Handwerker und Zulieferer, sondern auch der Chairman of the Safety Council und Appointed Surveyor für Traditional Vessels der European Maritime Heritage Jan Fock sowie für dessen Dokumentation Wolfgang Scheel, Principal Surveyor bei Lloyd’s Register of Shipping, von deren Gutachten abhängen würde, ob die Genehmigungsbehörde die Fahrerlaubnis für das Schiff erteilen könne. Sie gehören der Gemeinsamen Kommission für historische Wasserfahrzeuge e. V. an, einer vom Bundesverkehrsministerium nach den Richtlinien der Schiffssicherheitsverordnung eingesetzten Kommission, die der Seeberufsgenossenschaft gegenüber gutachterlich im Rahmen eines Sicherheitszeugnisses zur Erteilung der Fahrerlaubnis Stellung bezieht. Eine Einrichtung die eintritt, weil eine Klassifizierung von Traditionsschiffen wie bei modernen Schiffen nicht möglich ist. “Ich habe den Bau des Schiffes von Anfang an begleitet. Meine Auflagen wurden problemlos umgesetzt; ich habe keine Beanstandungen,” so der Gutachter sogar vorab. “Außerdem kenne ich den Baumeister Schmarje schon viele Jahre. Wir haben hier nicht den ersten Kontakt. Er ist ein äußerst fähiger Fachmann!” Punkt 10 Uhr der zum Aufbruch auffordernde Schlag an der Schiffsglocke durch Charly Brüser, und los ging’s. Vorbei am Burgtor, an den Hafenanlagen der Neuzeit, dem alten Fischerort Gothmund und unter der Herrenbrücke hindurch. Die grüßte mit ihren beiden hochgefahrenen Flügeln schon von weitem.. Denn der größte Mast der Kraweel ist mit seinem Mastkorb so hoch, dass das Öffnen der Brücke notwendig ist.

Die modernen “Kollegen” hupten im vorbei Gleiten drei Mal, die “Lisa von Lübeck” zackig zurück. Wahre Insider bestätigen dazu ein Mal kurz. Weiter zum Zwischenstopp an Travemündes Ostpreußenkai mit Stefan Müller, von Beginn an Vorsitzender der Gesellschaft Weltkulturgut Lübeck, nun als Rudergänger, dessen Gesichtsausdruck nicht nur Konzentration, sondern eine gehörige Portion Stolz verriet. Das bestätigte er unumwunden: “Das ist schon ein großer Tag! Die Lisa fährt sich wie ein Auto – unglaublich! Damit hat bei allen Erwartungen wirklich niemand gerechnet! Wir haben einen tollen Rumpf bekommen. Das Ruder wirkt exakt. Das Schiff ist perfekt gelungen!” Und durchaus mit gewisser Schadenfreude hinterher: “Damit haben wir nun endgültig alle Zweifler widerlegt!” Die hat es nämlich reichlich gegeben. Funkspruch an Travetrafik “Legen an Ostpreußenkai!” Dort versammelten sich im strahlenden Sonnenschein Travemündes unzählige Zuschauer, fragten dies, fragten das. Stefan Müller gab geduldig Auskunft. Lisa Dräger war auch wieder da, durfte sogar für ein paar Minuten an Bord zum Suppefassen. Aber erneut ohne sie wurden die Tampen eingeholt, und im weiten Bogen drehte das Schiff ab, streifte beinahe die weiße Lady Sanssouci Star, und gewann Fahrt Richtung Travemünder Bucht, dem am heutigen Tag wettermäßig idealen Testbereich. Kurz darauf bewies der 6-Zylinder-Volvo-Diesel seine 347 PS, von Vollgas auf Stopp wurde geprüft, wann das Schiff steht, und weitere Manöver zeigten einen sehr guten Wendekreis. Heino Schmarje gemeinsam mit Martin Haucke, einem von heute sieben Kapitänen im Verein, zufrieden: “Das ist wirklich fantastisch. Motor und Propeller sind perfekt aufeinander abgestimmt, das Ruderblatt ist hervorragend. Das Schiff läuft 8,5 Knoten, das sind gut 16 Stundenkilometer, völlig ausreichend, um Gäste pünktlich nach Hause zu bringen, wenn mal der Wind beim Segeln Ärger macht. Aber das Schiff soll schließlich segeln, nicht mit Motorkraft fahren!” Ebenso zufrieden die Techniker Günter Kohler und Hans-Joachim Mauff mit Maschine und Elektroinstallation: “Beste Werte, wir haben nichts zu bemängeln!” Zufriedene, ja geradezu begeisterte Gesichter rundum. Beinahe bedauernd wurde pünktlich 16 Uhr das Anlegemanöver bei der Rückkehr an der Wallhalbinsel hingenommen. Jan Fock hatte da das Sicherheitsgutachten längst unterschrieben und gestempelt Heino Schmarje übergeben. 10 Jahre ist es her, dass der gefragt wurde, ob er ein solches Schiff bauen könne. Klar, hatte er damals fast einsilbig gesagt. Nicht mehr und nicht weniger. Viel mehr sagte er allerdings nach dem Anlegen immer noch nicht. Ob er es war, der abschließend zum “Hipp, hipp, hurra” auf die “Lisa von Lübeck” beim Festmachbier im Bauch des Hanseschiffes aufgefordert hat, dürfte absolut unwichtig sein. Zu hören war es dennoch weithin bis zu den Schuppen an der Untertrave.



Zeichnung (© Reinhard Bartsch, Lübeck) nach Vorlage: Das Hanseschiff, auch Karacke oder Kraweel, (Darstellung hier um 1475). Die Kraweel bot u. a. eine erhebliche größere Ladekapazität als die “Vorgängerin” Kogge. Statt deren Klinkerbauweise wurde Stoß-auf-Stoß gearbeitet. Die Dichtung der Nähte und Decks erreichte man mittels Kalfaterung. Dabei wurden Werg und Pech eingebracht. Diese Bau-Technik ermöglichte den Bau größerer Schiffe, die die Reisen damit noch wirtschaftlicher machten. Allerdings erlaubte dieser “neue” Schiffstyp auch den Einsatz von Schiffskanonen und läutete damit eine andere “Qualität” von Seekrieg ein.


Lübeck hat jedenfalls ein Juwel bekommen, das unvergleichlich ist. Ein Verdienst der energischen Lisa Dräger, des mutigen Stefan Müller und ihres Vereins Weltkulturgut Lübeck.

Bartsch am 10. Mai 2008.“.

Allerdings an dieser Stelle auch der Hinweis, dass die Tagespresse entgegen der Erwartungen des Vereins mit keiner Zeile auf das erste Symposium im Großen Börsensaal des Lübecker Rathauses hingewiesen und damit nicht öffentlich „dazu eingeladen“ hatte. Der mit vielen Besucher-Plätzen vorbereitete Saal blieb wohl vor allem deswegen praktisch – bis auf die Reihe der Vereinsvertreter und u. a. teilnehmenden Wissenschaftlern - leer. Eine Peinlichkeit, an der die beiden nachträglichen Leitartikel Seite 1 und Lokal Seite 1 nichts mehr ändern konnten. Eine vertane Chance, die Öffentlichkeit an der ersten Stunde der Verwirklichung des Hanseschiff-Projektes teilhaben zu lassen.

Und abschließend - wahrscheinlich aber schon bemerkt - meine nachempfundene Zeichung von der Kraweel des 15. Jahrhunderts ist Grundlage für das Logo von Lübeck-TeaTime.

Ansonsten: Es ist schon mitunter bezeichnend, wenn vergehende Zeit die Geschichte um-schreibt. Warum man sich das leisten muss, ist für mich eine in diesem Fall mehr als verwundernde Frage. Vor allem hat das der inzwischen viel zu früh verstorbene Stefan Müller nicht verdient. Denn Lisa Dräger und er waren und sind die wahren "Eltern" des Nachbaus besagter Kraweel. Auch andere - selbstverständlich - haben ihre Anteile am Gelingen. Das sei gerne auch erwähnt.

Ach – noch eine „Geschichte“: Was eigentlich um einen Super-Crash des Hanseschiffs in einem Hafen – etwa Danzig? Oder im Baltikum wo auch immer – aber wurde darüber berichtet? Mir jedenfalls ist dazu nichts aufgefallen. Frage also auch: Wer hat diese wahrscheinlich immensen Schäden bezahlt?

Also musste das erneut gesagt werden,
Reinhard Bartsch
Chefredakteur Lübeck-TeaTime

Viel Spaß also heute beim Tag der Offenen Tür - und "rote Ohren" bei einigen Gastgebern dort. Das soll um 11 Uhr beginnen. Bis wann auch immer...

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