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[s]chiffren im Kieler Bootshafen

16. August 2011 (HL-Red-RB) in process – modern minimal music open air zum Kieler Bootshafensommer - Sonnabend, 20. August 2011, 19 Uhr, Bootshafen in der Kieler Innenstadt - Eintritt frei: Was heißt hier minimal …? Seit ihrer Erfindung durch Steve Reich, Philip Glass und Terry Riley hat die Minimal Music vielfältige Facetten hervorgebracht. Allen gemeinsam sind Prozesse ständiger Wiederholungen und allmählicher Veränderungen, dabei manchmal große klangliche Opulenz und vor allem ein unablässiger Beat – Großstadtmusik live von 12 Musikern auf der Bootshafenbühne.

chiffren sucht und erfindet neue Formate, um direkt auf das Publikum zuzugehen. Klassische Konzertorte werden verlassen – ungewohnte Orte eröffnen ungewohnte Hörwelten.

Dass neue Musik auch außerhalb des Konzertsaals begeistert, stellt im Kieler Bootshafensommer das Kasseler Ensemble in process unter der Leitung von Ulli Götte unter Beweis. Neben Werken von Philip Glass, Ulli Götte und dem Pan African Orchestra steht Music for 18 Musicians von Steve Reich auf dem Programm. Die Komposition von 1976 gilt als Meilenstein der Minimal Music.

in process, ein einzigartiges Ensemble aus Jazz-, Klassik- und Avantgarde-Musikern, wurde 1985 gegründet mit dem Ziel, die Minimal Music in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Ensembleleiter Ulli Götte zu verbreiten und weiterzuentwickeln.

Neben Werken von Steve Reich, Philip Glass, Terry Riley und La Monte Young gehören zum Konzertrepertoire auch Arbeiten von Michael Nyman, Tom Johnson, Erik Satie, John Cage, Arvo Pärt, Steve Martland und Ulli Götte sowie reduktionistische Musik des Mittelalters und der Klassik und außereuropäische Musik.
Eine rege Konzerttätigkeit – über 300 Konzerte, Teilnahme an der KlangWelten-Tournee 1989 und Auftritte auf verschiedenen Festivals – und die Kooperation mit anderen Künsten und Medien (Video, Tanz, Licht) sowie Workshop-Projekte umfassen die Aktivitäten von in process.

Ulli Götte arbeitet als freier Komponist, Musiker, Pädagoge und Autor in Kassel. Seine primären künstlerischen Arbeitsfelder sind die neue Musik, außereuropäische Musik und Jazz. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Minimal Music. Als Leiter des in Deutschland einzigartigen Ensembles in process praktiziert Götte diese Musik bereits seit 1985; als Komponist minimalistischer Musik hat er einen eigenen Weg jenseits der ‚Klassiker‘ Steve Reich, Philip Glass und Terry Riley eingeschlagen. Götte ist Mitglied des Gamelan-Projektes Kassel und des Glasmusik-Ensembles. Zudem arbeitet Götte als Jazzmusiker, als Pianist im Duo mit dem Berliner Klangkünstler Thomas Gerwin sowie als Dirigent und Leiter des HPP Orchestra.

Er ist Lehrbeauftragter der Universität Kassel.1988 promovierte er im Fach Musikwissenschaft.

1997 initiierte Götte die Reihe des Deutschen bzw. Europäischen Minimal-Music-Festivals, deren künstlerische Leitung er auch übernahm.

Im Jahr 2002 bekam er den Kulturpreis der Stadt Kassel verliehen.

Ensemble
Constanze Betzl – Flöte, Judith Gerdes – Oboe, Thomas Boll – Klarinette/ Bassklarinette,
Nina Osina – Violine, Bettina Weber – Violine, Regine Brunke – Violoncello,
Jörg Müller-Fest - Vibraphon, Perkussion, Tilman Scheer – Marimbaphon,
Peter Arens – Marimbaphon, Sabine Schmitz – Klavier, Michael Mantel – Klavier, Keyboard,

Ulli Götte - Klavier, Keyboard, Leitung


Programm:

Steve Reich – Music for Pieces of Wood
Philip Glass – Floe
Ulli Götte – HYMNUS

Philip Glass – Façades

Pan African Orchestra – Adawara casa (Transkription)
Ulli Götte – MGM (Minimal Groove Music) I und II
Steve Reich – Music for 18 Musicians (Ausschnitt)



Programminformationen


Steve Reich – Music for Pieces of Wood (1973)

Die Idee des graduellen Prozesses wurde von Steve Reich Anfang der 70er Jahre

durch die neue Technik des sukzessiven Ersetzens von Pausen durch Töne

erweitert. Ton für Ton wird hinzugefügt, bis sich die intendierte rhythmischmelodische

Figur in ihrer vollen Gestalt dem Hörer präsentiert. Diese Technik wird in

„Music for Pieces of Wood“ mit der Idee der Phasenverschiebung kombiniert. Es

entsteht ein polyphoner rhythmischer Prozeß, der durch die Verwendung gestimmter

Klangstäbe (5 Claves) auch melodische Gestalten hervorbringt.


Philip Glass – Floe aus: Glassworks (1981)

Spätestens seit den 1980er Jahren dominiert die Harmonik als Gestaltungselement

im Werk Philip Glass‘. Ein bestimmte Harmoniefolge durchzieht „Floe“ in

unterschiedlichen Rhythmisierungen und Instrumentierungen. Ruhige Klangflächen

wechseln sich dabei ab mit schnellen Arpeggien, die einem Vexierspiel gleich die

Musik zum Stillstand zu bringen scheinen.



Steve Reich – Music for 18 Musicians (1976)

Diese Komposition Steve Reichs gilt als Meilenstein der Minimal Music, obwohl sie in

ihrer klanglichen Opulenz und Vielschichtigkeit dem radikalen Minimalismus früherer

Jahre endgültig eine Absage erteilt. Dennoch gehören Modellaufbauten sowie

sukzessive Verlängerungs- und Verkürzungsprozesse noch zum Ur-Vokabular der

Repetitiven Musik. Die Form von „Music for 18 Musicians“ besteht aus einer

Introduktion, der Exposition 11 zentraler Akkorde, welche ihrerseits 11

Formabschnitte begründen. Eine Strategie, die Reich unmittelbar dem Formdenken

mittelalterlicher Organa entliehen hat. Die europäische Erstaufführung auf dem

Berliner Metamusik-Festival 1976 hat dem amerikanischen Minimalismus in Europa

zum Durchbruch verholfen.


Quelle und weitere Information:
chiffren │ Forum für zeitgenössische Musik e.V.
www.chiffren.de

chiffren wird gefördert durch Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes / Land Schleswig-Holstein / Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein / Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein / Landeshauptstadt Kiel

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