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Agentur für Arbeit Lübeck

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Frühe Hilfen: Gesundheit, Förderung und Schutz von Kindern

28. April 2011 (HL-Red-RB) Vortrag am 4. Mai in der Gemeinnützigen: Wie kann die Hilfe noch verbessert werden? „Frühe Hilfen: Gesundes Aufwachsen, Förderung und Schutz von Kindern – auch ein Beitrag zur Bildung?“ ist das Vortragsthema von Referentin ist Prof. Dr. Ute Thyen am Mittwoch, 4. Mai 2011. Die GEMEINNÜTZIGE lädt im Rahmen der mittwochsBILDUNG um 19.30 Uhr im Großen Saal, Königstraße 5, zu dieser Veranstaltung ein. Der Eintritt ist frei.

Dass Frühe Hilfen unbedingt nötig und sinnvoll sind, das ist inzwischen allgemein bekannt. Ute Thyen beschreibt das so: „Das Recht des Kindes auf eine möglichst weitgehende Realisierung seines körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklungspotenziales soll durch früh einsetzende Hilfen und Förderung unterstützt werden.“ Dabei geht es im Wesentlichen darum, Familien bei der Verwirklichung dieses Ziels zu unterstützen. Effektive Hilfen werden möglich, wenn es gelingt, mehr miteinander statt nebeneinander zu arbeiten. Ein großes Hindernis beim Aufbau eines Netzwerkes ist die Trennung von sozialer Daseinsfürsorge, frühkindlicher Bildung und Gesundheitsversorgung.
Das Angebot der Frühen Hilfen im Rahmen der Jugendhilfe als parallele Struktur zur pädagogischen Frühförderung durch die Eingliederungshilfe ist ein Beispiel für Nebeneinander statt Miteinander. „Die Fragmentisierung, fehlende Qualitätssicherung und unzureichende Qualifizierung der Angebote für alle Kinder in der Altersgruppe null bis drei widerspricht sowohl den Rechten der Kinder auf ungehinderten Zugang zu Angeboten der Gesundheitsversorgung und Bildung“, so Thyen, „als auch den Rechten von Kindern mit Behinderung auf Inklusion. Um diese strukturellen Probleme zu überwinden, bedarf es eines hohen Maßes an Engagement und Anwaltschaft für die Belange der betroffenen Familien.“
Zum Hintergrund:
In Deutschland wurde neben sozial- oder heilpädagogischen Hilfen für Kinder mit Risiken für die seelische und körperlich-geistige Entwicklung in der Altersgruppe 0-6 Jahre kein allgemeiner Bildungsauftrag an die Kinder betreuenden Institutionen formuliert. In einzelnen Einrichtungen werden aber zunehmend Lernangebote gemacht, allerdings ohne einheitliche Strategie und nicht immer einem ganzheitlichen, die Persönlichkeit des Kindes fördernden Ansatz verpflichtet. Die Frühen Hilfen können dazu beitragen, auch Kinder aus Familien in prekären Lebenslagen oder solchen mit geringem eigenen Zugang zu Bildungsangeboten an solchen frühen Bildungsangeboten teilnehmen zu lassen. Voraussetzung wäre allerdings eine Finanzierung einer hochqualifizierten Krippen- und Kindertagesstättenbetreuung, die sich am Bedarf des Kindes und nicht an den Ressourcen der Familie orientiert.
Ute Thyen, geb. am 10. Dezember 1957 in Stuttgart, wuchs in Lübeck auf und studierte Medizin in Aachen, Edinburgh und Lübeck. 1987 promovierte sie zum Thema „Kindesmisshandlung und –vernachlässigung“. Nach einem Aufenthalt in den USA wurde sie 1999 habilitiert mit der Arbeit „Chronische Erkrankungen und Behinderung bei Kindern und Jugendlichen - Häusliche Pflege, Belastungen der Mütter, familiäre Funktion und psychosoziale Unterstützung“. 2006 Ernennung zur apl. Professorin; seit 2008 Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums der Uni-Kinderklinik Lübeck. Der Kinderschutz ist Ute Thyen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ein besonderes Anliegen sowie ihre Arbeit in der deutschen Liga für das Kind.
Wie immer steht die Referentin im Anschluss an ihren Vortrag zu einer Diskussion bereit.
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind täglich in der Zeit von 9 Uhr bis 13 Uhr unter der Rufnummer (0451) 7 54 54 erhältlich.

Quelle:
Hansestadt Lübeck / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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