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Agentur für Arbeit Lübeck

Tourismus Freizeit Sport

"Markt-Urgestein" Jacob Westerveld zur Hütten-Modernisierung

16. Dezember 2009 (HL-Red.) Lübeck-Lupe/Meinung: Heute wurden "Weihnachtsmarkt-Stand-Begutachter" bei ihrer Arbeit beobachtet. Wozu das alles eigentlich? Die Stimmzettel für das Publikum, für welche der Designer-Hütten sie sich entscheiden, sind im Grund eine Farce. Denn das entscheidende "Kästchen", auch gegen diese und ggfs. für die bisherigen zu sein, soll um eine das verhindernde Neufassung ersetzt worden sein. Und muss das alles ohnhin überhaupt sein?
Jacob Westerveld, "Urgestein" Lübecker "Saison-Märkte" und zwischenzeitlich häufig abgekupferter Ideengeber, hatte kürzlich einen Leserbrief an die Tagespresse abgegeben, der - zwar "nur" kurz und prägnant, aber immerhin, abgedruckt wurde.




Foto (Reinhard Bartsch): Jacob Westerveld an seinem Stand in der Breiten Straße nahe Commerzbank

Lübeck-TeaTime stellt Ihnen die Gesamtfassung vor, die man sich einmal "durch den Kopf" gehen lassen sollte. Was in dessen Gedanken ggfs. noch fehlt, betrifft den Bereich des Kanzleigebäudes; denn der Weihnachtsmarkt endet für Ortsunkundige praktisch am Kanzlei-Gebäude. Gähnende Leere - abgesehen von den Shops und dem Café - und nicht erkennbar, dass der Weihnachtsmarkt an der Mengstraße mit dem Märchenwald bis hin zum Koberg d o c h weiter geht. Ein "Geschäftsnachteil", der hoffentlich im Zusammenhang mit der Standmiete von den Rechnungstellern gesehen wurde.

Heute wurde von Millionen in der Tagespresse berichtet, die Touristen Lübeck "bescheren". Was aber mit den fehlenden "Millionen", die nicht mehr einflossen, weil überregional bekannte "Events" gar nicht erst stattfanden. Lübeck-TeaTime hatte schon einmal darauf hingewiesen, nicht in erster Linie durch Ausfall "einzusparen", sondern selbst und in eigener Verantwortung zu organisieren. Warum eine frei werdende Stelle bei LTM neu besetzt wurde, obwohl von dieser her zuvor prägende Veranstaltungen "bearbeitet" wurden, dürfte nach wie vor unverständlich sein. Sicherheitshalber wurde ja nun der Platz an der Holstentorhalle als "Park" aus den hervorragenden Lagen entfernt, und die Wahrheit um die Eisbahn, die angeblich den Rasen vor dem Holstentor beschädigt hätte, wurde ebenfalls gebeugt. Denn diese Schäden wurden durch die abbauenden Arbeiter verursacht, die die Bodenplatten bei Temperaturen um Null Grad sauber spülten. Allein dadurch entstanden die Bodenlöcher. Leider hat der von mir darüber informierte Verantwortliche (Vorgänger LTM) die im Grunde dafür regresspflichtige Firma nicht in Anspruch genommen. Die Öffentlichkeit jedenfalls wurde über die Schadensursache absolut falsch informiert. Iceworld und Eisbahn jedenfalls hatten hier m. E. die besten Flächen.


Nun jedoch zum Leserbrief Jacob Westervelds, dem ein "Vortwort" vorangestellt wird:

Der Holländischen Blumen-Jacob, viele Jahre amüsanter "Unterhalter" mit seinem Pflanzenverkauf auf Jahrmärkten wie dem Lübecker Volksfest oder den Matjes- und Kartoffel- wie Kohltagen? Auch auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt fröhlicher Anbieter von zunächst einmal Adventskreationen. Er macht sich als kompetenter Fachmann nicht einfach „so“ Gedanken über das, was derzeitig als „Designer-Weihnachtsmarkt“ die zukünftige Attraktivität sichern soll. Als derjenige, der oftmals hervorragende Idee entwickelte, die eher nicht, und wenn – dann oftmals nur kopiert und von „anderen“ - übernommen wurden. Nun steht er durchaus als „Urgestein“ wieder auf dem Weihnachtsmarkt mit „Grün“ in zweierlei Hinsicht: einmal streng „adventlich“, dann bald mit dampfendem aus der „Gulasch-“, pardon, der Erbsensuppen-Kanone. Was aber passiert ihm? Alle möglicheWelt fragt ihn, „was der Unsinn mit der Neugestaltung des Lübecker Weihnachtsmarktes, also vor allem im Zusammenhang mit den „Buden“ derzeit soll?“ Der Lübeck-Holländer hat darüber nachgedacht und schreibt nun folgenden „Offenen Brief“:

Offener Brief zur Neugestaltung des Lübecker Weihnachtsmarktes von Jakob Westerveld.
Lübeck in „Weihnachtsmarkt-“Ebbe- und Flut“
Im Reigen der „alten“ „Märkte“ auf diesem Planeten ragt wohl unstreitig der „Weihnachtsmarkt“ hervor. Denn nur wenige dieser Märkte haben nicht nur Umsatz und damit Geld als Vordergrund. Über Weihnachtsmärkten aber strahlt außerdem eben der als solcher bekannte „Stern von Bethlehem“, ein Stern also, der mehr verkündet, also „nur volle Kassen“. Kassen, die später einmal im Tempel von Jesus Christus sogar fast im Zorn umgestoßen wurden. Leider scheint in diesen Zeiten solches wieder nötig; denn offenkundig soll „mehr Schein, also Sein“ auf einen neuen Weg gebracht werden. Heißt es doch, die vorhandenen Verkaufshütten und Buden entsprächen nicht mehr der Zeit, und die Zukunft des Lübecker Weihnachtsmarktes könne nur mit einheitlich gestalteten „Designer-Modellen“ gesichert werden.

Wirklich? Sind es nicht ganz andere Ursachen, die zum Rückgang der „Umsätze“ geführt haben? Können es wirklich die individuell gestalteten „Häuschen“ sein, die den Weihnachtsmarkt weniger interessant machen? Sind es nicht eher Dinge, die im Angebot stehen, die mit Advent und Weihnachten kaum noch zu tun haben? Und ist es nicht Preisentwicklung, die nicht mehr im Verhältnis zu den Geldern der Besucherinnen und Besucher steht?

Lübeck ist eine historische Stadt, als Weltkulturerbe anerkannt. Vor allem von „Backstein-Giebeln und -kirchen her“. Lübeck ist keine High-Tec-Stadt, auch wenn sie da und dort ebenso auf die Zukunft gerichtet neu bauen muss. Sorgsamkeit ist dabei besonders angesagt, will man die Anerkennung de UNESCO nicht verlieren. Ob sich diese um den Stil eines „Weihnachtsmarktes“ um solche historischen Gemäuer schert, mag dahin gestellt sein. Der steht nur wenige Wochen – vielleicht dann unpassend. Unpassend dann, wenn Althergebrachtes weichen soll.

Christus wurde in einer Krippe geboren, lag in Stroh und Holz, nicht im High-Tec-Bettchen. Über 2000 Jahre ist das her. Und kam jemand zwischenzeitlich auf die Idee, ihm ein anderes „Lager“ anzutun? Etwa aus Blech, wenn auch golden schimmernd – wie etwa einer der „neuen Entwürfe“ für die modernen Verkaufsstände?

Lübeck ist nicht „Weihnachtsstadt des Nordens“ geworden, weil sie „nur“ Stände, Häuschen und Buden in allem möglichem Stil, aber zumeist mit Spitzdach und Tannen geschmückt in fröhlichem Lichterglanz schimmerten, sondern weil es dazu „Adventliches und Weihnachtliches“ gab. Mit Mittelalter hat das im übrigen auch absolut nichts zu tun. Allenfalls mit Dr. Martin Luther, der den christlichen Glauben wieder zu dem werden lassen wollte, wie dieser ursprünglich in der Geburt Christi zu sehen ist. Was also hätte das mit Gauklern und Feuerspeiern zu tun?

Keine Container-Hütten, kein einheitlicher Plattenbau anstelle „moderner“ Stimmungsverderber. Lübecker ist in diesen Tagen wieder von unabhängiger Seite als „Weihnachtsstadt des Nordens“ bestätigt worden. Weil es an der Zeit ist, hier etwas zu ändern? Sollen etwa auch die Backstein-Kirchen passend zu Blechbuden in Blech verkleidet werden? Dann müsste man auch konsequent sein.

Für den Familien-Weihnachtsmarkt an der Obertrave müssen wohl einheitliche Pagoden-Zelte angemietet jedes Mal angemietet werden. Wie soll sich das rechnen? Was mit modernen Verkaufshütten in der Innenstadt? Wer soll die und das bezahlen? Gerne kann den Schau- und Ausstellern und aufgegeben werden, ihre Stände zu „verbessern“. Kein Problem. Aber nun etwas ändern, um zu ändern? Unsinn: Das hätte der Vorgänger der LTM längst getan, wenn es denn nötig gewesen wäre. Da wurden Dinge vorangebracht, die längst von MuK bis... auszeichnen.

Ich, Jacob Westerveld, auch Blumen-Jacob, habe vor 37 Jahren an der Obertrave mit einem Weihnachtsmarkt begonnen – in einem Stil, der sich bis heute bewährt hat. Diesen Stil sollte man weiterführen. Mit schönen, alten und geschmückten Holzbuden. Keine Messingstände. Es passt einfach nicht. Das ist dann nicht mehr der „Lübecker Weihnachtsmarkt, Weihnachtsstadt des Nordens“. Und viele Marktbeschicker könnten ohnehin mit den einheitlichen Neuerungen überhaupt nichts anfangen. Weder „technisch noch optisch“. Vielleicht, wenn sie Seife oder Strümpfe verkaufen wollen. Aber auch das ist nicht „Advent oder Weihnachten“. Diese Begriffe haben eine völlig andere Qualität, die im übrigen nicht zugleich teuer sein muss. Sie muss „nur“ in beiderlei Hinsicht überzeugen: in Produkt und Preis eben.
Darüber sollten Verantwortliche nachdenken und nicht ändern, was schon lange gut ist.

Jacob Westerveld
Bitte weder „Ebbe noch Pleite-Gezeiten“ für Lübeck, die Stadt, die ich auch als Holländer so sehr mag. Und so, wie der Weihnachtsmarkt beinahe jetzt schon „fast“ einmal war, so lieben ihn die Menschen. Es gibt ein Buch, das heißt „Robinson darf nicht sterben“ - lassen Sie dies auch nicht unseren Lübecker Weihnachtsmarkt..."

Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime














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