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„Blonde Cathrein“ erfand den Eiergrog...

16. Dezember 2009 (sh-na/HL-Red.) Als der Pastor „Oh, ihr Pharisäer“ rief und die
Als Pastor Georg Bleyer 1872 „Oh ihr Pharisäer!“ ausrief, wurde er unwillentlich zum Namensgeber des Nationalgetränks der Nordfriesen. Die hatten sich nämlich, um dem Alkoholverbot des asketischen Pastors zu entgehen, eine List ausgedacht: Anstatt den bei den Friesen üblichen Kaffee zu trinken, bereiteten sie bei einer Taufe im Hause des Bauern Peter Johannsen auf der Insel Nordstrand Kaffee mit Rum und Schlagsahne. Die Sahnehaube des Heißgetränkes verhinderte dabei, dass der Rum im heißen Kaffee verdunstete und es nach Alkohol roch.




Foto (TASH/ I. Wandmacher):...„Oh ihr Pharisäer“!


Während die Gäste immer heiterer wurden, reichte man dem Pastor ausschließlich
puren Kaffee. Ob der Gottesdiener später versehentlich zum Mischgetränk griff
oder durch die ausgelassene Stimmung seiner Schäfchen misstrauisch wurde, ist
nicht überliefert. Sicher ist nur, dass der von Bleyer getaufte „Pharisäer“
heutzutage nicht nur bei Feierlichkeiten getrunken wird, sondern immer, wenn es
kalt ist. Also jetzt. Seine Zubereitung ist auch kein Geheimnis: Man nimmt
starken Kaffee, süßt ihn mit Würfelzucker, gibt 4 cl braunen Rum dazu und
Schlagsahne drüber. Niemals umrühren, sondern durch die Sahne trinken. Wer sich
nicht an diese Tradition hält und das Getränk dennoch umrührt, muss eine
Lokalrunde spendieren. Den Rum besorgt man sich übrigens am besten in der Rum-
und Teestadt Flensburg – in der Kleinen Hökerei (www.johannsen–rum.de) lernt
man in Seminaren viel über die Geschichte und Herstellung des flüssigen Goldes
und hört so manche Anekdote. Oder man reist an die Geburtsstätte des pastoral
getauften Heißgetränkes – den Pharisäerhof (www.pharisaerhof.de).
Ein weiteres herrlich wärmendes Getränk im hohen Norden ist der Eiergrog. In
der Schankwirtschaft Wilhelm Andresen (www.schankwirt.de), einem jahrhunderte
alten, denkmalgeschützten Haus in Tönning wurde der Eiergrog erfunden: Die
Mutter des heutigen Inhabers, lange vor der Filmfigur aus den 50-er Jahren die
„Blonde Cathrein“ genannt, war weit über die Landesgrenzen nicht nur für ihre
offene und ehrliche Haltung bekannt, sondern vor allem für ihren Eiergrog
berühmt. So berühmt, dass sich jahrelang zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften,
Reiseführer und Radiostationen um Interviews mit dem Eiderstedter Original
rissen. Wer es der „Blonden Cathrein“ nachtun möchte, braucht ein Eigelb,
Vanillezucker, normalen Zucker, Rum und obendrauf heißes Wasser.

www.sh-genusswelten.de.

Quelle: sh-na




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