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Doyle schnappt sich im Finalkrimi den J/22-WM-Sieg

25. Juli 2015 (HL-Red-RB) Die WM-Entscheidung der J/22 stand am achten Segeltag der 126. Travemünder Woche im Fokus. Und die Crews der sportlichen Kielboot-Klasse wussten offenbar, was sie den Zuschauern am SAP Sail Cube, die die Live-Übertragung beobachteten, schuldig waren. Sie lieferten ein spektakuläres Finale, an deren Ende US-amerikanischer Jubel stand. Christopher Doyle entriss im letzten Rennen der J/22 Marinepool Worlds den Niederländern um Jean-Michel Lautier noch den fast sicheren Titel. Und die Bronze-Medaille schnappte der Duisburger Reiner Brockerhoff den Kielern um Martin Menzner weg. Neben den J/22 gingen acht weitere Einheitsklassen sowie die Yachten auf den Kurs. Die Laser II und D-One haben zwar noch einen WM-Tag vor sich, der Brite Nick Craig holte sich aber vorzeitig den Titel der D-One. Und die Hamburger Lisa Buddemeier/Matthias Düwel legten die Basis für einen sehr wahrscheinlichen WM-Sieg im Laser II.

Mit dem Start in den Tag schien sich die bisherige Reihenfolge der J/22-WM zu zementieren. Doyle und Lautier erlaubten sich in der insgesamt 13. Wettfahrt ihre Streichresultate, Menzner etablierte mit dem Tagessieg einen knappen Vorsprung vor Brockerhoff, der das Rennen als Dritter beendete. Damit hätten die drei führenden Crews in der Abschlusswettfahrt auf Sicherung der Position segeln können. Doch es kam anders. Brockerhoff entwischte nach dem Start auf die linke Seite des Kurses, fand als erster den richtigen Wind und schob sich an der ersten Tonne auf Platz zwei. Menzner und Doyle versackten dagegen im Mittelfeld. Dennoch hatte der US-Amerikaner plötzlich die Hand am Gold, da sich Lautier ganz am Ende der Flotte wiederfand. Der Grund: In Manier eines Match-Racers hatte Doyle den direkten Konkurrenten um Gold an einem guten Start gehindert. „Wir wussten, dass es egal war, welchen Platz wir ersegeln. Wir mussten nur dafür sorgen, dass Lautier nicht ins Vorderfeld fährt“, erklärte Doyle die Siegtaktik. Und nach den Platzierungen der ersten Tonne konnte er die Zügel locker lassen, segelte noch auf Platz zehn vor und feierte sein erstes WM-Gold in seiner 20-jährigen J/22-Karriere. „Das fühlt sich wirklich großartig an. Der Schlüssel zum Sieg war, ein gutes Boot und ein starkes Team zu haben“, sagte Doyle, lobte seine Crew Phillip Wehrheim und Christopher Stressing und schickte einen Dank an Dirk Plewnia-Glanzmann (SC Rheingau), von dem er das Boot gechartert hatte. Als er am Steg war, sprang Doyle an Land, herzte Frau und Tochter, um sich dann für den Abend auf ein „paar gute deutsche Bier“ zu freuen.

Menzner schaffte es im letzten Rennen zwar noch bis auf Platz elf. Doch für Bronze reichte es nicht mehr, da Brockerhoff als Sieger über die Ziellinie ging. „Wir sind froh, es noch bis auf das Treppchen geschafft zu haben, denn wir haben nur mit einem 21. Platz angefangen und uns dann kontinuierlich gesteigert. Jetzt noch auf Platz drei gekommen zu sein, ist die Kirsche auf der Sahne“, sagte Brockerhoff.

Im Gegensatz zu Doyle musste der Brite Nick Craig in der Klasse D-One nicht 20 Jahre auf den ersten WM-Sieg warten. Die Einmann-Klasse mit Gennaker gibt es erst seit 2010, und Craig ist der Dominator seit nunmehr drei Jahren, machte vor Travemünde bereits das WM-Triple klar. Mit sechs Siegen und einem dritten Platz in den sieben Wettfahrten muss er zum Abschluss gar nicht mehr auf das Wasser. Die 16 Konkurrenten werden aber wohl auch in der letzten Wettfahrt noch das Heck des Briten zu sehen bekommen. „Wenn gesegelt wird, bin ich auch dabei. Es macht einfach unglaublich Spaß, dieses Boot zu segeln. Und es waren tolle WM-Tage hier“, sagte Craig, der ein wenig traurig war, dass nur 17 Boote an die Ostsee gekommen waren, nachdem es in der Vergangenheit schon größere WM-Felder gegeben hatte. „In Italien gibt es eine große D-One-Flotte. Aber denen war der Weg wohl zu weit. Aber ich glaube, auch in Deutschland wird das Feld bald größer werden.“ An dem neuen Design liebt Craig das hohe Geschwindigkeitspotenzial und das Segeln unter Gennaker, das auch vor dem Wind taktische Winkelzüge ermöglicht. „Man braucht viel Praxis, um in dieser Klasse gut zu sein“, so Craig, der auch in anderen Klassen aktiv ist und 2011 Weltmeister in der OK-Jolle geworden ist.

Eine ebensolche Überlegenheit wie Craig bei den D-One demonstrieren Lisa Buddemeier/Matthias Düwel (Hamburg) in der Klasse Laser II. Sie erlaubten sich sogar in zwölf Wettfahrten nur einen dritten Platz bei ansonsten ausschließlich Siegen. Doch der WM-Titel ist noch nicht in trockenen Tüchern, da die Ausschreibung noch drei Wettfahrten vorsieht. Ob die allerdings am Sonntag gesegelt werden können, steht angesichts der Sturmwarnung über Travemünde für die Nacht noch in den Sternen.

Viel Trouble auf der Bahn gab es am zweiten Tag der German Open der J/24. Im ersten Rennen des Tages interpretierte die Hälfte der Flotte den ausgelegten Kurs falsch und musste die Wettfahrt abbrechen. Im zweiten Lauf gab es einige Frühstart-Disqualifikationen. In beiden Fällen war der bisherige Führende, Ian Southworth (Großbritannien), von den Missgeschicken betroffen und wurde auf Platz zehn durchgereicht. An der Spitze steht nun die reine Damen-Crew um Stephanie Köpcke aus Hamburg.

Auf der gleichen Bahn segeln auch die Folkeboot. Die allerdings hatten bei ihrer Landesmeisterschaft keine Probleme mit den richtigen Tonnenrundungen. Siegfried Busse aus Kiel musste mit seiner Crew zwar ein bisschen Federn lassen und sieht den Deutschen Meister und Lokalrivalen Ulf Kipcke heranrücken, hat aber vor dem Abschlusstag noch einen knappen Vorsprung.

Zwei für sie kurze Wettfahrten brachten die Seesegler über den Kurs bei ihrem zweiten Teil der Travemünder Woche. Während es am ersten Wochenende über die Mittelstrecke ging, stehen nun die Up-and-down-Wettfahrten an. Bei den sportlich orientierten ORC-Klassen hatte Peter Beck Mikkelsen mit der „BM Yachting“ (Flensburg) zweimal nach berechneter Zeit den Bug vorn und führt damit auch klar in der detaillierten Wertung nach ORC II. Einziger Starter in der ORC I ist die „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen), während sich die Führende der ORC III-Klasse, die „patent³“ (Henning Tebbe, Bremen), immerhin mit sechs Gegnern auseinandersetzen muss.

Schneller als geplant agierten die Kielzugvögel. Sie absolvierten ihr komplett ausgeschriebenes TW-Programm bereits bis zum Sonnabend-Nachmittag und müssen damit nicht mehr wie ausgeschrieben am Sonntag auf das Wasser.

Der letzte Tag der Travemünder Woche im 126. Jahr steht für die weiteren Klassen allerdings noch im Plan. Bei den Formula 18 schlugen die Könige der TW zurück. Helge und Christian Sach (Zarnekau), die bereits 19 Siege auf der Lübecker Bucht feiern konnten, übernahmen durch zwei Siege und einen zweiten Platz am Sonnabend wieder die Führung und liegen nun auf Kurs Jubiläums-Sieg.

Möglicherweise ein kurzes Vergnügen könnte der Auftritt der International 14 und Musto Skiffs werden. Sie sind heute erst in die TW gestartet, schafften immerhin zwei bzw. drei Wettfahrten. Ob es für sie morgen weiter geht, hängt bei den kippeligen Skiffs mehr als bei anderen Klassen von den Windbedingungen ab. Aus der Führungsposition können nun Musto-Skiff-Europameister Frithjof Schwerdt (Kiel) und die 14er Björn Frasch/Martin Holste (Lübeck) ganz gelassen das weitere Geschehen abwarten.

Ergebnisse:

Marinepool J 22 Weltmeisterschaft final:
1. Christopher Doyle (USA) 3.0 1.0 4.0 1.0 1.0 4.0 6.0 5.0 4.0 3.0 1.0 4.0 (11.0) 10.0 47.0
2. Jean-Michel Lautier (NED) 4.0 4.0 1.0 2.0 2.0 6.0 2.0 1.0 2.0 1.0 3.0 18.0 (31.0) 20.0 66.0
3. Reiner Brockerhoff (Duisburg) (21.0) 16.0 10.0 3.0 3.0 11.0 8.0 3.0 3.0 5.0 2.0 2.0 3.0 1.0 70.0
4. Martin Menzner (Stein) 1.0 2.0 2.0 4.0 6.0 10.0 1.0 11.0 (14.0) 4.0 14.0 11.0 1.0 11.0 78.0
5. Mike Farrington (CAY) 12.0 18.0 6.0 7.0 4.0 9.0 3.0 2.0 6.0 2.0 (29.0) 8.0 17.0 4.0 98.0

Laser II Weltmeisterschaft nach zwölf Rennen:
1. Lisa Buddemeier / Matthias Düwel (Hamburg) 1.0 1.0 1.0 1.0 (3.0) 1.0 1.0 1.0 1.0 1.0 1.0 1.0 11.0
2. Michael Koch / Laura-Kristin Koch (Stössensee) 2.0 (3.0) 3.0 2.0 1.0 2.0 2.0 3.0 2.0 2.0 2.0 2.0 23.0
3. Niels Krenz / Christian Gerdum (Hamburg) (15.0) 2.0 2.0 4.0 2.0 3.0 3.0 2.0 3.0 3.0 3.0 4.0 31.0
4. Meike Flatau / Malte Flatau (Riester) 3.0 4.0 4.0 6.0 4.0 4.0 6.0 5.0 (10.0) 8.0 6.0 6.0 56.0
5. Ralf Terheyden / Alexander Timm (Hattingen) 6.0 5.0 (7.0) 3.0 6.0 5.0 4.0 4.0 4.0 6.0 7.0 7.0 57.0

D-One Weltmeisterschaft nach sieben Rennen:
1. Nick Craig (GBR) 1.0 1.0 (3.0) 1.0 1.0 1.0 1.0 6.0
2. Giles Chipperfield (GBR) 2.0 (6.0) 1.0 4.0 2.0 4.0 4.0 17.0
3. Mario Rabbò (ITA) 6.0 2.0 4.0 3.0 6.0 (7.0) 2.0 23.0
4. Tamas Szamody (HUN) 3.0 5.0 2.0 (13.0) 5.0 5.0 3.0 23.0

J 24 German Open nach fünf Rennen:
1. Stephanie Köpcke (Ingolstadt) 2.0 (11.0) 6.0 2.0 3.0 13.0
2. Dirk Strelow (Erftstadt) (10.0) 2.0 5.0 5.0 2.0 14.0
3. Tobias Feuerherdt (Kiel) 9.0 5.0 3.0 1.0 (22.0) 18.0
4. Jan Kähler (Hamburg) 6.0 4.0 (7.0) 3.0 5.0 18.0
5. Hans Bock (Haffkrug) 4.0 10.0 (14.0) 6.0 1.0 21.0

OSC Up & Down nach zwei Rennen:

ORCI
„Sportsfreund“, Axel Seehafer (Heiligenhafen) 1.0 1.0 2.0

ORC II
1. "BM Yachting“, Peter Beck Mikkelsen 1.0 1.0 2.0
2. „Mio Caro“, Jörg Bardeleben 4.0 2.0 6.0
3. „Nightfever“, Jan Gröpper(Bad Schwartau) 3.0 3.0 6.0
4. „Pink X“, Christian Rosehr (Lübeck) 2.0 5.0 7.0
5. „Chacosito“,Torsten Stegemann (Bad Schwartau) 5.0 4.0 9.0

ORC III
1. „Patent3“, Henning Tebbe (Hamburg) 1.0 1.0 2.0
2. „Jacaranda“, Jürgen Klatt (Herrenwyk) 2.0 2.0 4.0
3. „Blanc Bleu“, Joerg Delecate (Kiel) 3.0 3.0 6.0
4. „Peggy“, Olaf Habert 4.0 4.0 8.0
5. „Noodles“, Ulrich Martens (Grevesmühlen) 5.0 6.0 11.0

OSC I
1. „Lagom“, Bernd Petrick (Niendorf) 1.0 1.0 2.0
2. „bodenaturkost.de“, Frank Bode (Hamburg) 3.0 3.0 6.0

OSC II
1. „Tsunami“, Lutz Pouplier (Geesthacht) 2.0 1.0 3.0
2. „Na und“, Stefan Meining (Herrenwyk) 1.0 3.0 4.0
3. „Masovia“, Arnd-Tido Ackermann (Lübeck) 3.0 2.0 5.0
4. „Feinschliff“, Dirk Meiburg (Lübeck) 4.0 5.0 9.0

J 80:
1. „Joytoy“, Gerhard Henssen (Dortmund) 2.0 1.0 3.0
2. „Okee Dokee“, Dustin Homeyer (Oldenburg) 1.0 3.0 4.0
3. „Marama“, Maximilian Gebhard (Lübeck) 3.0 2.0 5.0

OSC IV
1. „Austera“, Jens Ansorge (Niendorf) 2.0 1.0 3.0
2. „Snabelskoen“, Björn Carstensen (Scharbeutz) 1.0 2.0 3.0

Folkeboot Landesmeisterschaft Schleswig Holstein nach fünf Rennen:
1. Siegfried Busse (Boksee) 1.0 1.0 2.0 (6.0) 4.0 8.0
2. Ulf Kipcke (Neumünster) (6.0) 2.0 1.0 5.0 1.0 9.0
3. Jürgen Breitenbach (Kiel) 3.0 3.0 (6.0) 1.0 2.0 9.0
4. Heino Haase (Travemünde) 2.0 5.0 3.0 2.0 (6.0) 12.0
5. Friedrich Mahrt (Eckernförde) (9.0) 6.0 5.0 3.0 3.0 17.0

Formula 18 nach neun Rennen:
1. Helge Sach / Christian Sach (Zarnekau) 2.0 1.0 (3.0) 3.0 3.0 2.0 1.0 1.0 2.0 15.0
2. Finn Heeg / Merle Baars (Flensburg) 1.0 2.0 2.0 2.0 2.0 3.0 3.0 3.0 (7.0) 18.0
3. Robert Schütz / Sönke Kühl (Krefeld) 5.0 6.0 1.0 1.0 1.0 1.0 (19.0) 5.0 3.0 23.0
4. Chrisch Bräuer / Sanni Levgrün (Hamburg) 4.0 3.0 (7.0) 7.0 6.0 6.0 6.0 2.0 1.0 35.0
5. Sven Lindstädt / Jesse Lindstädt (Norderstedt) 3.0 4.0 6.0 (8.0) 7.0 4.0 2.0 4.0 6.0 36.0

Kielzugvogel nach acht Rennen:
1. Manfred Brändle (Duisburg) 1.0 1.0 1.0 4.0 1.0 1.0 1.0 (15.0) 10.0
2. Jürgen Reichardt (Essen) 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0 (3.0) 2.0 14.0
3. Hansi Maibohm (Duisburg) 3.0 (6.0) 3.0 1.0 3.0 4.0 4.0 5.0 23.0
4. Wolfgang Emrich (Wörthsee) 5.0 3.0 (12.0) 3.0 7.0 3.0 2.0 3.0 26.0
5. Anton Kölbl (Staffelsee)(11.0) 5.0 11.0 5.0 5.0 7.0 9.0 1.0 43.0

Musto Performance Skiff nach drei Rennen:
1. Frithjof Schwerdt (Kiel) 1.0 2.0 2.0 5.0
2. Nicolas Duchoud (SUI) 2.0 1.0 6.0 9.0
3. Andi Lachenschmid (Augsburg) 6.0 3.0 1.0 10.0
4. Bernd Jahn (Augsburg) 3.0 6.0 7.0 16.0
5. Marius Knippscheer (Essen) 5.0 9.0 3.0 17.0

Int. 14 nach zwei Rennen:
1. Bjoern Frasch / Martin Holste (Wakenitz) 1.0 3.0 4.0
2. Dirk Rother / Kai Möller (Lübeck) 2.0 2.0 4.0
3. Georg Borkenstein / Jens Holscher (Krummwisch) 4.0 1.0 5.0
4. Jan Witte / Eike Ehrig (Kiel) 3.0 4.0 7.0
5. Michel Elle / Frithjof Mikoleit (Flensburg) 6.0 5.0 11.0

Quelle:
Travemünder Woche

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