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TW-Halbzeit: Wildkatzen zeigen Krallen und Ehrenamtler feiern

25. Juli 2013 (HL-Red-RB) Halbzeit zur TW – das heißt auch: neue Klassen stürmen die zehn Regattabahnen der Travemünder Woche. Wobei stürmen, zumindest heute Morgen, der falsche Ausdruck war: Der Wind schien nach sechs Tagen Travemünder Woche eine Erholungspause zu brauchen. Startverschiebung wegen absoluter Flaute!
Einige Segler der F 16 WM, die auf der Tornado-Wiese direkt neben dem Segler-Village campen, nutzten die Zeit, um sich wieder zu ordnen – drei intensive Regattatage steckten den Segler schon in den Knochen. „Wir haben ein etwas älteres Boot, da ist immer was zu tun“, verrieten die Schweizer Andreas Lutz und Beat Käser. Dann endlich, um 14 Uhr, entspannten sich die Sorgenfalten der Wettfahrtleitung und Regattachef, Walter Mielke, machte die ersehnte Ansage: „Next possible start“ um 15 Uhr! Die Reparaturarbeiten wurden schnell beendet, die Rettungswesten übergeworfen, die letzten Schoten festgezurrt und der Kat geslippt. „Wir wollen so schnell wie möglich segeln“, so Lutz. Dann waren die Schweizer auch schon weg. In der Ergebnisliste spiegelte sich ihr Ehrgeiz im Platz fünf wieder. Auf Goldkurs bleiben die Belgier Henri Demesmaeker / Jeroen Van Leeuwen, Zweite sind die Sach-Brüder, Helge und Christian aus Lübeck, und auf Rang drei die französische Crew Gurvan Bontemps mit Vorschoter David Fanouillere. Die F 16 gehen in den Endspurt des WM-Titelkampfes. Morgen stehen die Sieger fest.

Doch der Wind blieb weiterhinein Risikofaktor – schwachwindige Verhältnisse zwischen vier und acht Knoten prägten das Bild der Regattafelder.

Daher kamen die „Wildkatzen“ der Hobie-Familie, die Wild Cat, auch erst mal auf sanften Pfoten daher. Doch im Kampf um das beste Team der Welt, fuhren sie trotzdem ihre Krallen aus: Stärkstes Duo, heute auf der TV-Bahn, sind nach derzeit neun Wettfahrten die Franzosen Emeric Dary / Maxime Blondeau, Zweite sind die Dänen Daniel / Nicolaij Bjornholt und auf Bronzekurs Daniel Paysen / Nico Heinrich aus Hamburg.

Die zweite „Raubkatze“ der Hobie-Familie, die gestern einen Ausflug auf die TV-Bahn und auf die Trave machte, war heute wieder auf ihrer angestammten Regattabahn „Delta“ zu finden. Die 16 Teams der Hobie Tiger kämpften in der heutigen Wettfahrt ebenfalls mit viel Biss. Durchsetzen konnte sich im Flautenpoker das australische Team Robbie Lovig / Andy Dinsdale, vor dem südafrikanischen Doppelpack Blaine / Peter Dodds und Allan / Daniel Lawrence. Beste Deutsche sind Hauke Bockelmann / Michel Walther vom Segel-Club Kellenhusen auf Rang vier.

Bei den Hobie 14 und den Dragoon auf Bahn Hotel bahnt sich eine lange Abendschicht an. Mit derzeit einer, heutigen Wettfahrt liegt bei den Hobie 14 der Franzose Arnaud Thieme vor dem deutschen Oliver Stoltenberg und der Australierin Georgia Warren-Myers. In der Bootsklasse der Hobie Dragoon sind Tom Heinrich / Lea Selin Zisler weiterhin die besten, vor Brandon Wijtenburg / Todd Fisher aus Südafrika und Lukas Vermeulen / Alexander Van Grotenhuis aus Belgien. Beide Klassen wollen noch weitere Wettfahrten starten.


Bei der Weltmeisterschaft der ehemaligen olympischen Bootsklasse Tempest hatten sich die bisher Führenden Frank Weigelt / Arne Lanatowitz aus Bayern mit dem 12. Rang zwar einen Ausreißer geleistet, konnten den aber mit einem Streicher gut machen und bleiben in Führung, dahinter die Schweizer Cornelia / Ruedi Christen und Stefan Erlacher / Christian Wöhrer aus Waging am See.

Zur zweiten Halbzeit der TW stiegen heute die Segler der Kielzugvögel, der Folkeboote und der J 22 ins Sportgeschehen ein. Die 18 Crews der J 22 ermitteln bis Sonnabend das beste deutsche Team. Die Bugspitze voraus hat momentan Martin Menzner vom Kieler Yacht Club mit seiner Crew, gefolgt von Frank Lammerskitten aus Flensburg und Thomas Kaitschick mit ihren Teams. Im 26-Teams-starken Feld der Folkeboote steht Ulf Kipcke vom Kieler Yacht Club auf Rang eins der Ergebnisliste, dahinter Siegfried Busse aus Kiel und Jürgen Breitenbach aus Schwentinemünde. Jörg Friedlein / Annette Diehl aus Hattingen konnten sich an die Spitze der Kielzugvögel setzen, gefolgt von Manfred Brändle / Joachim Heinz aus Duisburg und Oliver Babik / Marco Hill aus Hattingen.

Zum sportlichen Final-Wochenende treten ab morgen noch die A-Cats, die Tornados, die Contender, die 505er, die Int. 14 und die Musto Skiff an.

Zur Halbzeit der TW gestern gab`s an Land das traditionelle Helferfest: Ein kleiner Brunnen mit drei Etagen – oben drüber eine Kugel. Aber Wasser kam da nicht heraus, sondern warme, duftende Currysoße! Drumherum standen einige ehrenamtliche Helfer der Travemünder Woche und spießten kleine Stückchen Wurst auf ein Holzstäbchen auf. „Dann nur noch darunter halten und fertig ist die 1A Currywurst – wie im Schlaraffenland!“, freute sich Dierk Faust, Vorsitzender des Lübecker Yacht-Club, über den Currywurst-Brunnen, gesponsert vom Gewürzwerk Hela. Beim Helferfest auf der Viermastbark Passat gestern Abend begrüßte auch Lübecks Bürgermeister, Bernd Saxe, die Helfer: „Ohne euch wäre die wichtigste Veranstaltung des Jahres für Travemünde nicht möglich“, bedankte er sich bei den etwa 300 Ehrenamtlern.

Unter ihnen: Gerd Gurgel. In diesem Jahr als Assistenz der Wettfahrtleitung ist Gerd zum 45. Mal dabei. Von Schüler bis Renter, von THWler bis Wettfahrtleiter – die Bandbreite der Aufgaben für die Ehrenamtlichen ist riesig: „Wir können in allen Bereichen auf Unterstützung bauen: Sei es Wasserwacht, THW, die Wettfahrtleitung, die Schlauchbootfahrer, das Landorganisationsteam, die Pantry-Crew oder das Technik Team“, erzählt Sebastian Amend, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH. Zum Abschluss bewunderten alle Helfer gemeinsam das Höhenfeuerwerk, das den zweiten Teil der TW einläutet.

Heute Abend ab 21 Uhr rocken Torfrock rockstarmäßig die Festivalbühne am Brügmanngarten. Dann steht schon das Final-Wochenende der TW vor der Tür: Morgen um 20 Uhr 30 spielen Afterburner im Brügmanngarten, auf der Lotsenbühne stehen Roxam ab 19 Uhr. Jailrock liefern am Nachmittag eine High Energy Acoustic Show auf der kleineren Trave Bühne. Im Sailors Beach Club gibt es wieder House, Dance Classics und Charts vom Feinsten. Bratwurst, Crêpe, Fischbrötchen und vieles mehr liefern Energie für einen langen Partyabend, die vielen Holsten Bier- und Sommerbowlestände lassen keine Kehle trocken.


Quelle:
Travemünder Woche
a.stadtfeld

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