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Endgültiges Aus für „Hein Schüttelborg“

13. Januar 2011 (HL-Red-RB) Dass es so kommen würde, war eigentlich schon seit eineinhalb Jahren abzusehen: Die urige Schmalspurbahn „Hein Schüttelborg“ wird nie mehr auf der Strecke Malente –Gremsmühlen – Lütjenburg dampfen. Und dass sich die großspurigen Pläne eines westfälischen Eisenbahnunternehmers, hier wieder Traditionszüge rollen mit Hilfe von viel EU-Knete rollen zu lassen, umsetzen lassen, erscheint ,höchst ungewiss.
Gescheitert sind die mit viel Idealismus umgesetzten Kleinbahnpläne nicht zuletzt an einem geradezu unglaublichen Zuständigkeitswirrwarr. Hinzu kamen verletzte Eitelkeiten und Ungereimtheiten in die Besitzverhältnisse. Im Juni 2009 hatte Malente Bürgermeister Michael Koch noch an der Einweihungsfahrt nach Brunskoppel teilgenommen und dort dem Bähnle das Abfahrtsignal gegeben. Wenige Tage später schickte dem Unternehmen eine Stilllegungsverfügung ins Haus. Eine eisenbahnrechtliche Abnahme und Zulassung hatte es nicht gegeben.

Der Widerspruch gegen diese Verfügung war erst einmal beim Verwaltungsgericht Schleswig erfolgreich. Aber im letzten Juni hakte der Landesbetrieb Straßenbau als –
ob tatsächlich oder vermeintlich – für den Schienenbetrieb zuständig nach. Eine erneute Stilllegungsverfügung legte den Betrieb lahm. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen dem im westfälischen Münster ansässigen Eigentümer der Strecke und dem gemeinnützigen Beterhiebsunternehmen In Münster glaubte man nämlich einen rollenden Dukatenesel auf die Strecke setzen zu können. Mit Millionenaufwand sollte die Strecke zwischen Bad Malente und Lütjenburg als EU-Leuchtturmprojekt ertüchtigt werden. Hier sollten irgendwann wieder Dampf- oder Traditionszüge rollen. In der Aktivregion war man begeistert und wollte das Projekt anmelden.
Erst einmal kündigten die Münsteraner den bis 2018 geltenden Pachtvertrag wegen angeblicher Betriebsunsicherheit außerordentlich. Zugleich ließ der Eigentümer die Schmalspurstrecke von Brunskoppel nach Malente auf Normalspur zurückbauen. Eigentümer und Betriebsgesellschaft trafen sich vor dem Landgericht Lübeck wieder. Angesichts der Unwägbarkeiten eines langen Rechtsstreites haben sich nun beide verglichen: Die Betrriebsgesellschaft stimmt der Auflösung des Pachtvertrages zu. Womit nun noch längst keine Traditionszüge nach Lütjenburg .rollen. –Denn dass die dafür erforderlichen 45.000 Fahrgäste im Jahr zu erreichen wäre, glaubt in Ostholstein niemand so recht. Die Lokalzeitung unkt schon, die Schienen würden demnächst aufgenommen und als Alteisen verkauft. Bei den derzeitigen Preisen würde sich das durchaus lohnen…

Autor / Foto über
Horst Schinzel
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