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SHFV und Spitzenvereine beraten über Regionalliga-Reform

19. Oktober 2010 (HL-Red-RB) In drei Tagen wird auf dem DFB-Bundestag eine mögliche Reform der Regionalliga im Mittelpunkt stehen. Noch steht nicht fest, ob sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf eine Alternative zu den drei für den 22. Oktober gestellten Anträgen einigen können. Der Antrag der Liga (Status Quo beibehalten) sowie die aus dem Amateurbereich von Westfalen (Ausgliederung der II. Mannschaften in eine eigene Staffel) und Bayern (Ausweitung der Regionalliga auf acht Staffeln) scheinen keine Chance auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit zu haben.

Um die von der Reform betroffenen Vereine aus Schleswig-Holstein über den
aktuellen Sachstand zu informieren und ein entsprechendes Meinungsbild für den
Bundestag einzuholen, hatte der SHFV am gestrigen Montagabend die Vereine der
Regionalliga und der Schleswig-Holstein-Liga zu einem Erörterungsgespräch
eingeladen. „In der DFB-Vorstandssitzung am 15. Oktober 2010 haben sich zwei
weitere Alternativen herauskristallisiert, sodass wir unsere Vereine auch über diese
in Kenntnis setzen wollten“, so SHFV-Präsident und DFB-Vorstandsmitglied Hans-
Ludwig Meyer. Nach der ersten Alternative könnte die Zuständigkeit der
Regionalligen wieder an die Regional- und Landesverbände zurückgehen (fünf
Staffeln); die zweite Option sieht einen Auftrag des DFB-Bundestages an die
Spielklassenkommission zur Ausarbeitung eines Kompromiss-Modells vor mit einer
anschließenden Beschlussfassung durch einen außerordentlichen DFB-Bundestag
im April 2011.
Unabhängig von den alternativen Kompromisslösungen wurde in der gestrigen
Sitzung das Meinungsbild der schleswig-holsteinischen Spitzenvereine abgefragt und
in einem Punkt waren sich die Vertreter der Regionalliga und der Schleswig-HolsteinPressemitteilung
Liga (neben den Regionalligisten VfB Lübeck und Holstein Kiel waren auch Vertreter
der SH-Ligisten SV Eichede, VfR Neumünster, Heikendorfer SV, FC Sylt, Flensburg
08 und des TSV Kropp anwesend) vollkommen einig: Die Auflagen für die Zulassung
zur Regionalliga müssten in organisatorischer und technischer Hinsicht den
Strukturen des Amateurfußballs angepasst und dementsprechend deutlich
abgesenkt werden. Hier wurden vor allem die Vorgaben bei der Infrastruktur des
Stadions genannt. „Ein Aufsteiger aus der Schleswig-Holstein-Liga muss in der
Regionalliga ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Zuschauern
vorhalten können - dies ist für die meisten Vereine nicht realisierbar. Diese Kriterien
müssen auf jeden Fall zugunsten des Amateurfußballs abgesenkt werden, damit ein
Verein nach einem etwaigen Abstieg aus der Regionalliga keinen dauerhaften
finanziellen Schaden davonträgt“, so Meyer.
Keine Akzeptanz fand bei den Vereinen der Antrag aus Westfalen, der die
Ausgliederung der II. Mannschaften in eine eigene Staffel vorsieht. „Dies wäre auch
kontraproduktiv für die Talentförderung in den U23-Teams der Profivereine und damit
in Deutschland“, so SHFV-Geschäftsführer Jörn Felchner.
Bei der Aufteilung der Spielklassen und der Anzahl der Staffeln herrschte - wenig
überraschend - keine Einigkeit unter den anwesenden Vereinen. Die Regionalligisten
Holstein Kiel und VfB Lübeck plädierten für eine Beibehaltung des jetzigen Drei-
Staffel-Systems, um das sportliche Niveau nicht zu verringern und eine transparente
Aufstiegsrunde zur eingleisigen 3. Liga zu gewährleisten. Die Schleswig-Holstein-
Ligisten hingegen sehen bei einer Regionalliga mit fünf oder mehr Staffeln größere
Aufstiegschancen in den überregionalen Fußball. Voraussetzung wäre allerdings
auch hier die Anpassung der Auflagen für die Zulassung zur Regionalliga.
Pressemitteilung
SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer zeigte sich nach den Gesprächen erfreut über
die Ergebnisse: „Unsere Vereine haben in vielen Themenbereichen mit einer
Sprache gesprochen. Dass es bei der Anzahl der Staffeln unterschiedliche
Interessen bei den Regional- und Schleswig-Holstein-Ligisten geben würde, war
abzusehen. Es bleibt nun abzuwarten, welche Alternativen DFL und DFB bis zum
Bundestag erarbeiten. Wir werden aber definitiv für die Absenkung der
Zulassungsauflagen zur Regionalliga plädieren. Auch ein Auftrag des Bundestages
an die Spielklassenkommission des DFB zur Erarbeitung eines ausgefeilten
Kompromisses wäre denkbar.“ Mit Letzterem hatten sich alle anwesenden Vereine
am gestrigen Abend ebenfalls einverstanden erklärt - auch dann würden die
Änderungen zur Spielserie 2012/13 (Qualifikation in 2011/12) greifen.


Quelle:
SHFV

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