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„Polnisch besaitet": Begegnung mit Komponist K. Szymanowski

31. Juli 2010 (HL-Travemünde/Red-RB)Der polnische Komponist Karl Szymanowski (1822 – 1937) steht in seinem Heimatland in hohen Ehren. In Deutschland ist er so gut wie vergessen. Dies obwohl er zeitweilig in Berlin gelebt hat. An ihn erinnert in Warschau eine Stiftung, die einen Preis mit seinem Namen vergibt. Und seit fünfzehn Jahren ein Quartet mit seinem Namen, das in der Besetzung Andrej Bielow, Grzegorz Kotów, Vladimir Mykytka und Marcin Sieniawski jetzt in Plön in der fast ausverkauften Nicolaikirche zu Gast war –Ihrem Namensgeber war der Hauptteil ihres Kammermusikabends gewidmet.

Szymanowski war um die nationale Erneuerung der polnischen Musik bemüht. Dazu griff er auf die angestammte Kunst des – nicht-slawischen – Bergstammes der Goralen in der Hohen Tatra zurück. Er hat eine umfangreiches Werk hinterlassen. Nach den in Plön vorgestellten Beispielen zeigt Szymanowski Anklänge an die Atonalität und ist sehr um Effekte bemüht. Manches klingt süßlich und überspannt. Der Gegensatz zu Joseph Haydn – dessen Kaiserquartett an diesem Abend erklang – und Felix Mendelssohn mit seinem Streichquartett D-Dur op 44 Nr. 1 könnte kaum größer sein.
Die vier Musiker haben in den zurück liegenden fünfzehn Jahren hohes Ansehen gewonnen. Seit einem Jahrzehnt unterrichten sie als „Quartet in Residence“ an der Musikhochschule Hannover. Ihre Instrumente sind wohl klingend. Ihrem Namensgeber gleich lieben sie die Effekte. Die Zuhörer waren begeistert. Schade allerdings, dass die Unsitte unmotivierten Bravo-Geschreis bis nach Plön vorgedrungen ist. Ohne eine Zugabe sind die Herren nicht davon gekommen.
Unschön, dass von dem im Programmheft angekündigten Empfang nach dem Konzert in einem nahe gelegenen
Restaurant dort niemand etwas wusste. Der Ausfall hätte doch vor Konzertbeginn angekündigit werden können.

Horst Schinzel
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