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Travemünder Woche: Wind und Welle für manche Starter zu viel

24. Juli 2010 (HL-Travemünde/Red-RB) Die "TW" teilt mit: "Rechtzeitig zum Start in die 121. Travemünder Woche hat die Sommerflaute eine Pause eingelegt. Bei besten Wetter- und Windbedingungen, wolkig, aber trocken mit einer frischen Brise um fünf Beaufort – in Böen auch darüber hinaus, sowie einer kappeligen Welle schickte der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke am Sonnabend (24. Juli) Athleten in 18 Disziplinen aufs Wasser. Es wurde ein arbeitsreicher Tag für die Seglerinnen und Segler, denn bis zu drei Wettfahrten standen auf den acht Regatta-Bahnen auf dem Plan. Herausragender Akteur aus deutscher Sicht war der Wismarer Jan Kurfeld im olympischen Finn-Dinghy mit zwei Siegen und einem zweiten Rang.

Bei den Multi Europeans der Hobie Cats wurden von zehn Wettbewerben bereits sieben Disziplinen ins Rennen geschickt, wobei gleich mehrere Einheimische vorne mitmischten. Und am Abend starteten dann auch noch erstmals in der Geschichte der Travemünder Woche die Tornados zu Showrennen direkt vor den Augen des zahlreichen Publikums in der Segel Arena Trave – mit einem würdigen Sieger. Denn bei dieser Premiere triumphierte der dreimalige Weltmeister Roland Gäbler mit seiner Ehefrau Nahid.




Foto (© Reinhard Bartsch – Luebeck ): Gestern sprachen sie den "sportlichen Eid" für die TW-Aktiven - nun der Sieg beim ersten Race in der Segel Arena Trave: Roland Gäbler und Ehefrau Nahid


Einen fast perfekten Tag erlebte Jan Kurfeld: „Das war super heute: Nach Wochen mit Flaute endlich mal wieder Wind. Es war zwar anstrengend, hat aber richtig Spaß gemacht.“ Und schnell unterwegs war der Wismarer zudem. „Etwas ärgerlich war nur, dass ich im ersten Lauf den Sieg kurz vor der letzten Tonne, als der Pole Piotr Kula an mir vorbei gezogen ist, noch aus der Hand gegeben habe“, sagte Kurfeld, der bei gleichbleibenden Windbedingungen bis Dienstag einen Zweikampf mit Kula um den TW-Sieg erwartet. In der zweiten olympischen Disziplin, den 470ern, müssen sich die deutschen Nachwuchs-Akteure Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Duisburg/Düsseldorf) trotz einer starken Serie mit zwei zweiten Rängen und einem Tagessieg hinter den zweimal siegreichen Weißrussen Daniil Adzintsov/Kiryl Meyer einreihen.

Im Kampf um europäische Titelehren bei den Hobies haben mehrere deutsche Crews ihre Anwartschaft auf eine Medaille angemeldet. Bei den Hobie Wildcats liegen Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) mit drei zweiten Plätzen in Lauerposition hinter den Italienern Vottorio Bissario/Lamberto Cesari, die vom Gardasee her Starkwind-Bedingungen gewohnt sind. Auf Rang drei hat der europäische Klassenboss Fritz-Rüdiger Klocke (Flensburg) mit Maren Odefey eine starke Ausgangsposition. „Die Bedingungen waren heute sicherlich an der Grenze des Machbaren. Einige Crews hatten Bruch. Daher hat sich das Feld etwas reduziert. Wir selbst sind sehr zufrieden, hatten auf eine gute Platzierung gehofft, aber Rang drei übertrifft die Erwartungen“, berichtete Klocke.

Im Feld der Hobie Tiger sind die Hohwachter Kai Wippersteg/René Bertheau auf Rang drei als beste Deutsche geführt. Gar auf Titelkurs liegen bei den Hobie Masters Knud Jansen/Anke Delius (Kiel) sowie FX-One-Akteur Michael Pallowitz (Dersau), während in den anderen Hobie-Disziplinen die ausländischen Gäste das Geschehen bestimmen. So auch bei den Hobie-Youth, wo die Franzosen Benjamin Deguine/Benjamin Roulant vorne weg segeln. Diese Überlegenheit musste auch der Lübecker Lokalmatador Malte Ebbecke anerkennen, der mit Felicitas Franke auf Platz 14 liegt. „Die Konkurrenz ist wirklich super stark, wir haben leider ein paar Dreher falsch erwischt, daher ist das Ergebnis noch ausbaufähig. Nach drei Rennen sind wir jetzt aber erst einmal ziemlich kaputt“, sagte Ebbecke.

Als Erste am TW-Starttag waren die kippeligen Gleitjollen der Int. Canoe-Klassen auf Bahn Beach mit ihrem Tagesprogramm durch. Bei mäßigen bis frischen Nordwestwinden in den Böen bis Stärke sechs hatten sich eh nur die Mutigsten aufs Wasser getraut. Mehrere hundert Zuschauer beobachteten auf der Nordermole deren spektakuläre Ab- und Anlegemanöver. Der Schwede Johann Elfström übernahm nach zwei Euro-Cup-Rennen die Führung im One Design, Martin Droll (Berlin) und Niklas Steimann (Klein Rönnau) teilen sich die Spitze im Taifun. „Nach zwei harten Rennen habe ich Schluss gemacht, damit die Fehlenden nicht gleich zu viel an Boden verlieren“, erklärte Wettfahrtleiter Hans-Herbert Hoffmann vom Norddeutschen Regatta Verein, der für Thorsten Rocksien eingesprungen war.

Zu hart waren die Bedingungen auch für viele Akteure in den Jollen, so dass hier nur wenige Crews auf die Bahn gingen und sich schon einmal ein Punktepolster für die kommenden Wettfahrttage anlegten. Herausragend aus deutscher Sicht waren die Klassen Contender, 505er und Korsar. Während der Potsdamer Andreas Voigt mit drei Siegen in drei Rennen eine makellose Serie bei den Contendern hinlegte, führen Helen Fischer/Lars Dehne (Berlin) ebenso souverän die 505er-Klasse an – vor dem deutschen Klassenboss Jürgen Waldheim (Berlin) mit Thomas Jung an der Vorschot. Und auch die Korsare Axel Oberemm/Gerd Linnemann (Berlin) durften sich als Dreifachsieger feiern lassen.

Auch die Dickschiffsegler auf der Seebahn absolvierten zum TW-Start drei Rennen auf Up-and-Down-Kursen (Am-Wind/Vorwind). Bei den großen Yachten der Klasse ORC I liegt die „ADAMAS“ von Jan Peters (Heiligenhafen) in Führung. In der ORC II bewies Lokalmatador Jürgen Klinghardt mit seiner Crew auf der „patent3“ beste Revierkenntnisse und führt das Feld an.




Foto (© MK/Travemünder Woche): Hobie Multi Europeans, Hobie Wildcat u Hobie Tiger Start


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom ersten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Sonnabend, 24. Juli)

Olympische Klassen

470er

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Daniil Adzintsov/Kiryl Meyer (Russland) 4 Punkte; 2. Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Langenfeld) 5; 3. Martin und Simon Fruergaard (Dänemark) 11; 4. Johanna Claus/Anna Bach (Wittenförden) 17; 5. Viktoriya Shuvalova/Liliya Zakhryamina (Russland) 18; 6. Patrik Drees/Max Schümann (Berlin) 21.

Finn Dinghy

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 4 Punkte; 2. Piotr Kula (Polen) 7; 3. Christoph Froh (Schwerin) 11; 4. Julian Massler (Kiel) 14; 5. Ulli Kurfeld (Rostock) 15; 6. Lennart Luttkus (Tönisvorst) 15.


Internationale und nationale Klassen


Hobie Multi Europeans

Hobie 16 Open Spi

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Adrian Orain/Olivier Kersuzan (Frankreich) 4 Punkte; 2. Joep Wijnand/Mathijs Pauli (Niederlande) 7; 3. Klemens Kitzmüller/Gundi Wech (Österreich) 7; 4. David Krief /Magali Hughes (Frankreich) 8; 5. Daniel Tippelt/Valerie Sindelar (Österreich) 11; 6. Christian Mørk/Mark Landry (Dänemark) 12.

Hobie 16 Spi Women

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Anneloek Rauwerdink/Ingrid Bakker (Niederlande) 3 Punkte; 2. Kerstin Wichardt/Sarah Schütte (Hohwacht) 6; 3. Marielle Zonneveld/Celine van Dooren (Niederlande) 6; 4. Yvonne Winspear/Josephine Moss (Großbritannien) 9; 5. Annouck Philippron/Julie Wijnand (Belgien) 12; 6. Silvia und Lara Sicouri (Italien) 16.

Hobie 16 Spi Youth

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Bellet Romain/Bellet Valentin (Frankreich) 2 Punkte; 2. Benjamin Deguine/Roulant Benjamin (Frankreich) 4; 3. Vincent Domand/Titouan Fafournoux (Frankreich) 7; 4. Francesco Porro/Luca Marsaglia (Italien) 9; 5. Huet de Froberville Barthélémy/Salomon Matthieu (Frankreich) 9; 6. Antoine Tiffon-Terrade/Aliot Guillame (Frankreich) 14.


Hobie FX-One

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Michael Pallowitz (Hamburg) 5 Punkte; 2. Harald Busch (Lüdenscheid) 5; 3. Marc Verdacver (Spanien) 11; 4. David van Aart (Niederlande) 11; 5. Jörn Knop (Wunstorf) 24; 6. Jean Lue Bochatow (Frankreich) 29.


Hobie Wildcat/Tiger

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari (Italien) 3 Punkte; 2. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 6; 3. Fritz-Rüdiger Klocke/Maren Odefey (Flensburg) 12; 4. Horst Fock/Nathan Wolf (Hamburg) 14; 5. Daniel Paysen/Nico Heinrich (Hamburg) 15; 6. Robert Schütz/Sebastian Klaerner (Krefeld) 15.


Hobie 16 Masters

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Knud Jansen/Anke Delius (Kiel) 4 Punkte; 2. Tom Schreyack/Stephan Schubert (Hoisdorf) 5; 3. Ingo Delius/Sabine Wenig (Bielefeld) 7; 4. Michael Kuhles/Doreen Schütt (Eldena) 8; 5. Ute Espelmann/Christoph Diebels (Mülheim) 13; 6. Frens und Jente Hoving (Niederlande) 14.


Euro Cup Int. Canoe One Design

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Johan Elfström (Schweden) 3 Punkte; 2. Christopher Hampe (Großbritannien) 3; 3. Axel Bierwagen (Minden) 6; 4. Arne Stahl (Braunschweig) 19; 5. Marei Junge (Schellhorn) 30; 5. Jan Gillen (Lintig) 30.


Euro Cup Int. Canoe Taifun

Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Martin Droll (Berlin) 3 Punkte; 2. Niklas Steimann (Klein Rönnau) 3; 3. Andreas Steimann (Klein Rönnau) 6; 4. Hendrik Kohrs (Wilhelmshaven) 10; 5. Niklas Junge/Anton Grigull (Schellhorn) 11; 6. Benedikt Plaumann (Hamburg) 14.


420er

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Julia Rokosz/Joanna Szopinska (Polen) 6 Punkte; 2. Ewa Szczesna/Irmina Gliszczynska (Polen) 10; 3. Olga Jedrzejewska/Jagoda Reszka (Polen) 10; 4. Oscar Berndt/Mathias Dachs (Volksdorf) 10; 5. Tanguy Lamay/Hannes Marten (Kiel) 15; 6. Filip Florek/Jedrzej Klepin (Polen) 18.


Int. 14

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Frauendamm) 3 Punkte; 2. Peter Roocks/Jens Holscher (Lübeck) 9; 3. Bettina Möller/Jens Kulenkampff (Kiel) 18; 4. Eike Ehrig/Jan-Martin Lührs (Schwarzenbek) 24; 5. Dirk Rother/Kai Lassen (Lübeck) 25; 6. Gregor Ruschemeier/Jan Müggenburg (Kiel) 33.


Contender

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Andreas Voigt (Potsdam) 3 Punkte; 2. Jörg Dannemann (Schenefeld) 6; 3. Christian Krupp (Hamburg) 11; 4. Klaus Jünemann (Hamburg) 12; 5. Ralf Strzelecki (Berlin) 17; 6. Michael Sprink (Geseke) 22.


Korsar

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Axel Oberemm/Gerd Linnemann (Berlin) 3 Punkte; 2. Stephan Arlt/Thorsten Hedfeld (Berlin) 6; 3. Oliver Schaber/Christine Escher (Krefeld) 13; 4. Ralf Mahnke/Gabriele Geyer (Verden) 15; 5. Markus Gluch/Hans Lawitzke (Köln) 18; 6. Egon und Thorsten Guse (Hoisdorf) 21.


Seebahn

OSC I

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 3 Punkte; 2. Noodles (Ulrich Martens/Grevesmühlen) 6; 3. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 9; 4. GUMBOOTs (Martin Sulanke/Bad Schwartau) 12; 5. Cassiopeia (Walther Suhr/Wentorf) 16; 6 Mascalzone (Dieter Schorling/Timmendorfer Strand) 17.


OSC II

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. SISQUA (Armin Balser/Frankfurt am Main) 4 Punkte; 2. boomerang (Carsten Schultz/Norderstedt) 5; 3. na und (Stefan Meining/Lübeck) 9; 4. Idefix (André Zander/Haan) 15; 5. NiC3 (Clemens Reichert/Neustadt) 15; 6 per4mens (Dirk Meiburg/Lübeck) 19.


OSC III

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Scylla (Harald Schöppener/Triwalk) 3 Punkte; 2. MAKATEA (Gerd Schneider/Lübeck) 7; 3. Celestine (Andreas Peschlow/Berlin) 10; 4. Seebrise (Hardy Maaß/Techau) 12.


OSC IV

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. NOMIS (Helmut Simon/Berlin) 3 Punkte; 2. Snabelskoen (Björn Carstensen/Pönitz am See) 6; 3 JoJo (Fritz Schuett/Bad Schwartau) 9.


ORC I

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. ADAMAS (Jan Peters/Bad Malente) 6 Punkte; 2. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen) 7; 3. Conte Louhi (Falko Knabe/Hamburg) 8; 4. Silva Hispaniola (Dennis Gehrlein/Rheinhausen) 11; 5. nightfever (Jan Gröpper/Lübeck) 13; 6. Zephyr (Steffen Müller/Wrist) 18.


ORC II

1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 3 Punkte; 2. KÜHNEZUG Goldkatze (Manfred Böttcher/Weddelbrook) 14; 3. Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen) 15; 4. Havoc (Peter Thyen/Lübeck) 17; 5. Blue Note (Andreas Raben/Flintbek) 18; 6. Varuna Xpress (Kai Haupthoff/Fahrdorf) 19.

www.travemuender-woche.de
Quelle: TW


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