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Agentur für Arbeit Lübeck

Allgemein/ Pol/RettungsD Verkehr

100 Tage Seniorenbeirat: Die Schwerpunkte der Arbeit

26. September 2018 (HL-Red-RB) Parallel zur Kommunalwahl am 6. Mai 2018 konnten etwas über 63.000 Mitbürger den seit 25 Jahren bestehenden Beirat für Seniorinnen und Senioren in Briefwahl wählen. Am Freitag stellte der Beirat die Schwerpunkte seiner Arbeit vor.
Der 21-köpfige Beirat hat seine Arbeitskreise entsprechend der Verwaltungsgliederung aufgeteilt. Die einzelnen Sprecher stellten am Freitag ihre Aufgaben und Planungen vor. Wir veröffentlichen die Inhalte im Wortlaut:

Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit
Sprecher: Bruno Böhm

Schon heute (2018) leben über 63.000 SeniorInnen in der Hansestadt Lübeck. Bei der Prognose der Altersgruppenentwicklung 2016 bis 2023 zeigt sich ein Anstieg der 60-Jährigen und älter von insgesamt 18,9 Prozent, während die übrigen Altersgruppen zwischen 15 und 60 Jahren insgesamt um 2,2 Prozent abnehmen. Ein gewichtiger Grund die Gruppe der Senioren mit Nachdruck zu vertreten und weiteren Planungen im Hinblick auf die Altersentwicklung mehr Gewicht zu verleihen.

Allerdings ist festzustellen, dass in vielen Bereichen Senioren mit alt und krank in Verbindung gebracht werden. Selbst Menschen Ü60, die noch im Job stehen, oder grade die Rente antreten und sich, wenn auch mit ein paar Wehwehchen, gesund fühlen. Die sogenannten Best Ager. Doch das Thema, was ist später, beschäftigt auch diese Bevölkerungsgruppe. Um diese Vorurteile weiter abzubauen haben wir ein neutrales Logo entworfen Ü60. Ü60 steht für über 60-Jährige, egal in welcher Situation sich diese Personen befinden. Der Seniorenbeirat steht eben auch für Mensch um die 60 mit seinen Erfahrungswerten zur Verfügung. (Früher oder später sind wir für sie da).

Öffentliche Auftritte, Teilnahme, Mitwirkung in Gremien werden verstärkt stattfinden. Dazu gehört, dass wir einmal im Quartal unsere öffentliche Sitzung in Ortsteilen abhalten. Beginnend in Travemünde. Durch unsere Neustrukturierung sind wir verstärkt in der Lage und entsprechend aufgestellt, die Öffentlichkeit über unsere Aktivitäten und Themen aus den Gremien zu informieren.

Die zuständigen Arbeitskreise, die an die Fachbereiche angegliedert sind, werden noch deutlicher Forderungen und Anträge für Ü60er stellen und über deren Themen mitdiskutieren. Die Broschüre "Aktiv im Alter" wird aktualisiert, neu aufgelegt und entsprechend veröffentlicht. Sowohl digital, als auch auf Papier. Fazit: Wir sind die Schnittstelle für Ü60er (früher Senioren) zu allen Gremien und Institutionen in der Hansestadt Lübeck.

Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales (WiSo)
Sprecher: Peter Mross

Der öffentliche Diskurs zu Themen der älteren Generation ist geprägt von Schlagworten Altersarmut, Pflegenotstand, bezahlbares Wohnen und Gefahrenprävention. Diese Themen berühren die Daseinsvorsorge. Der Kommune kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Altersarmut: Wir werden uns ansehen, welche Ausgabenposten von der Stadt beeinflussbar sind, es sind zu nennen: Diverse Abgaben und das Seniorenticket, dazu mehr im Zusammenhang Regionaler Nahverkehrsplan. Darüberhinaus wollen wir beitragen, dass ein Antrag aus der letzten Sitzungsperiode der Bürgerschaft wieder aufgenommen wird: Durch Veröffentlichung der städtischen Richtlinien zum SGB wird es möglicherweise manche Senioren geben, die bisher nicht bekannte Leistungen in Anspruch nehmen können.

Pflegenotstand: Pflege ist unbestritten Teil der allgemeinen Daseinsvorsorge. Daher werden die jährlichen Diskussionen über das Defizit der städtischen SeniorInneneinrichtungen verurteilt. Als Lösungsansatz wird vorgeschlagen, die Leistungen der Einrichtungen als Service im Rahmen der Daseinsvorsorge zu definieren und mit einem ausreichenden Betrag seitens der Stadt dauerhaft zu unterstützen.

Forderungen des Seniorenbeirates:
• Erhalt der städtischen SeniorInneneinrichtungen
• Erhalt von Tarifbindungen, Qualitätsstandards
• Förderung Pflegebegleitung

In einem verabredeten Gespräch mit dem neuen Bereichsleiter für die Pflegeeinrichtungen werden die Mitwirkungsmöglichkeiten des Seniorenbeirates zu diskutieren sein.

Bezahlbares Wohnen: Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum, immer mehr Wohnungen fallen aus der Sozialbindung. Eine Forderung an die städtischen Gesellschaften (bzw. die Politik zur Schaffung der Rahmenbedingungen) ist, die Sozialbindungsfristen deutlich zu verlängern, wie es schon in anderen Kommunen erfolgt ist).

Gefahrenprävention: Es wird angeregt, eine Aktion zu planen, bei der Lübecker Bürger (vornehmlich Senioren), aufgerufen werden, Gefahrenquellen durch schlecht beleuchtete Wege oder schlechte Wegstrecken zu benennen. Die verantwortlichen städtischen Stellen werden dann um Stellungnahme bzw. Abhilfe gebeten.

Arbeitskreis Umwelt, Sicherheit und Ordnung (USO)
Sprecherin: Bärbel Renate Moeller

Der Arbeitskreis wird sich um die Verbesserung des Miteinanders der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern kümmern: Es geht um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Ein von den Senioren immer wieder an uns herangetragenes Problem ist die nicht immer gelungene oder akzeptierte gemeinsame Nutzung von Rad- und Gehwegen. Hierzu ist beispielsweise eine Zusammenarbeit mit dem Bereich Verkehr der Hansestadt Lübeck und dem ADFC angesagt.

Die Förderung unterschiedlicher Kurse für Senioren zur Gesunderhaltung und zur Prophylaxe: Dazu möchten wir Versicherungsträger, zum Beispiel die Krankenkassen und Rentenversicherungen motivieren, stärker auf Kursangebote wie zum Beispiel Sturzprophylaxe oder "Erste Hilfe Kurse für Ü 60" zu setzen und ihre Angebotsvielfalt für diese Altersgruppe zu erweitern.

Arbeitskreis Kunst, Kultur, Bildung und Sport (KuBiS)
Sprecher: Manfred Sänger

Alt zu sein, darf nicht bedeuten, nicht mehr „mitmischen“ zu können! Gerade nach einem langen aktiven Berufsleben sollen weiterhin Gesundheit, Freude und Spaß am Leben erhalten bleiben. Aber alles sollte auch bezahlbar sein! Die Bundesregierung will eine Rentengarantie über 48% des beruflichen Einkommens für die nächsten Jahre festschreiben. Also 52 Prozent weniger zum Leben obwohl alle Kosten weiterhin 100 Prozent fällig werden!

Deshalb unsere Forderung, wo immer wir Einfluss nehmen können – und das ist in der Kommune: Bei allen kulturellen Angeboten in Museen, Theatern, Galerien, Konzerten 48 Prozent Eintrittspreise für Rentner. Diese 48 Prozent müssen auch für Busse und die Bahn im Regionalverkehr gelten. Hierfür machen wir uns stark!

Beispiele für Senioren-Tickets: In Hamburg und Wien zahlen SeniorInnen über 63 Jahren die Hälfte des Fahrgastpreises. In London dürfen Senioren ab 60 Jahren sogar kostenfrei durch Stadt und Land fahren.

Der Arbeitskreis möchte darüber hinaus etwas gegen die „Alters-Einsamkeit“ tun: Zusätzliche kulturelle Angebote können hier Abhilfe schaffen; Zugang schaffen zu einfachen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten; Generationen übergreifende Projekte initiieren, in denen Jung und Alt gemeinsam etwas unternehmen und voneinander lernen können.

Arbeitskreis Planen und Bauen
Sprecherin: Margret Wulf-Wichmann

1. Der Arbeitskreis hat sich bereits intensiv mit der Fortschreibung des 4. Nahverkehrsplanes beschäftigt und hier Stellung bezogen. Wichtig sind dem Beirat:
– die Barrierefreiheit in Bussen, Zügen und an Haltepunkten sowie ihre barrierefreie Erreichbarkeit
– ausfahrbare elektrische Rampen zur selbständigen Betätigung per Knopfdruck
– eine bessere Taktung, (u.a. mit Shuttle in die Innenstadt) tagsüber und in den Abendstunden
– kostengünstige oder freie Tickets für Senioren.

2. Die Einhaltung des 30 Prozent Anteils an gefördertem Wohnungsbau (wie von der Bürgerschaft beschlossen) ist uns ein Anliegen. Dabei geht es aber auch um den sozial verträglichen Mix von gefördertem und frei finanziertem Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen.

3. Generationen übergreifende und Senioren- Wohngruppen mit und ohne Handicap sind gefragter denn je. Sei es für Senioren, die aus den zu groß gewordenen Familienwohnungen oder -häusern ausziehen möchten zugunsten einer Gemeinschaft oder für Senioren, die aufgrund der kleinen Rente oder ihres Gesundheitszustandes ihre Wohnung zugunsten einer Gemeinschaft verlassen möchten, um nicht zu vereinsamen.

Arbeitskreis Beratung
Sprecher: Hans-Joachim Schumann

Die Beratungen des Beirates für Seniorinnen und Senioren findet ein mal im Monat in der Hörkammer des Rathauses statt. Termine und Ort erhalten Sie über die Presse oder die Stadtseite von Lübeck im Internet.

Um aber auch in verschiedenen Stadtteilen dem Seniorenbeirat ein Gesicht zu geben, haben wir den Arbeitskreis Beratungen ins Leben gerufen, um in Kooperation mit dem Bereich Soziale Sicherung der Hansestadt Lübeck sowie mit den Wohnungsbaugesellschaften in St. Lorenz Süd am Kolberger Platz Bürgern die Möglichkeit zu geben an Beratungen teilzunehmen, die den Weg aus welchen Gründen auch immer ins Rathaus nicht (mehr) schaffen.





Zum anderen ist auch angedacht, Beratungen in den Stadtteilbüros oder Institutionen wie zum Beispiel Diakonie, Caritas, AWO, Beratungen durchzuführen. Uns ist es wichtig, an gewissen Knotenpunkten (somit nicht nur im Rathaus) Sprechstunden / Beratungen durchzuführen. Bei diesem Vorhaben arbeiten wir auch eng mit dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit zusammen.

Quelle inkl. Foto:
SB/HL-live/Red.

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