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Agentur für Arbeit Lübeck

Allgemein/ Pol/RettungsD Verkehr

25 Jahre Polizeiseelsorge in Schleswig-Holstein

15. Januar 2012 (HL-Red-RB) Zwar gibt es eine kasernierte Polizei in Schleswig-Holstein – wie in anderen Bundesländern – bereits seit 1951. Aber es bedurfte erst der blutigen Krawalle um das Kernkraftwerk Brokdorf, um die Nordelbische Kirche dazu zu bringen, sich der Polizeiseelsorge besonders anzunehmen. Seit 1987 gibt es einen besonderen Polizeiseelsorge, der - unter finanzieller Beteiligung der Landesp9zei in der Unterkunft Hubertushöhe in Eutin seinen Dienstsitz hat Die ersten zehn Jahre bekleidete Heinrich Wälholz dieses Amt. Seither ist Susanne Hansen für alle rund 7.000 Angehörigen der Landespolizei verantwortlich. Seit rund zwei Jahren gibt es mit Marc Meiritz auch einen katholischen Polizeiseelsorger. –

Die evangelische Polizeiseelsorge hat sich nach Auffassung von Innenminister Klaus Schlie als Institution bewährt. "Wenn Kirche will, dass christliche Werte auch in der Arbeitswelt präsent sind, muss sie dorthin", sagte Schlie am Mittwoch (11. Januar) in Eutin (Kreis Ostholstein) auf einer Veranstaltung aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der evangelischen Polizeiseelsorge. Die Landespolizei habe mit der Polizeiseelsorge nur gute Erfahrungen gemacht. Polizeiseelsorge sei Ausdruck unmittelbarer tätiger Fürsorge gegenüber den Menschen in den Dienststellen der Polizei. "Die Landespolizei möchte auf diese feste Zusammenarbeit nicht verzichten", sagte Schlie.

Das gemeinsame Ziel sei die humane Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, ausgerichtet an den christlichen Wertorientierungen der Verfassung. Die enge Verzahnung von Polizei und Kirche, die im Wirken der Polizeiseelsorge Ausdruck findet,  sei ein Beleg für das Interesse der Kirche an der Polizei als Organisation und Hüter des hohen Gutes der Inneren Sicherheit. Schlie sagte, er sei zuversichtlich, dass die Polizeiseelsorge auch künftig wichtige Impulse in die Landespolizei geben werde.

Hintergrund:

Die evangelische Polizeiseelsorge Schleswig-Holstein ist ein Angebot für alle Beschäftigten der Polizei, unabhängig von ihrer konfessionellen Bindung. Sie bietet Gespräche, Beratung, Seminare und Fortbildungen an, gestaltet Gottesdienste und begleitet die Arbeit der Polizei in kritischer Solidarität.

Die Polizeiseelsorge wurde zunächst im Jahr 1978 in einer Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Nordelbischen Kirche ins Leben gerufen und durch einen Gemeindepastor übernommen. Im Jahr 1987 wurde in Schleswig-Holstein die erste eigene Pfarrstelle für diesen Arbeitsbereich geschaffen. Diese übernahm zunächst für zehn Jahre Pastor Heinrich Wälzholz. Seit 1997 versieht Pastorin Susanne Hansen diesen
Dienst. Ihr Dienstsitz ist in Eutin. Ein Beirat aus Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten berät die Polizeipastorin.

Die evangelische Polizeiseelsorge gehört zu den sozialen Einrichtungen, mit denen die Landespolizei ihre Beschäftigten unterstützt. Gleichzeitig hat sie als Pfarrstelle der Nordelbischen Kirche einen Gaststatus. Diese institutionelle Unabhängigkeit von der Polizei und die damit verbundene besondere Rolle sind beabsichtigt. Die Polizeipastorin ist frei von
dienstlichen Weisungen, nicht in die Behördenhierarchie eingebunden, unterliegt nicht dem Legalitätsprinzip und hat als Geistliche ein Schweigerecht vor Gericht. Aus diesem Grund kann sie für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte oft da noch Ansprechpartnerin sein,
wo das Gespräch im Kollegenkreis, mit Vorgesetzten und mit Einrichtungen der eigenen Behörde nicht gewollt oder nicht mehr möglich ist. Ihr Angebot wird insbesondere dann nachgefragt, wenn Polizeibeamte selbst von strafrechtlichen oder disziplinarrechtlichen Ermittlungen betroffen sind, wenn es um schwierige interne Entscheidungen geht oder um
persönliche Hintergründe.

Die Nordelbische Kirche übernimmt durch die Polizeiseelsorge Mitverantwortung in einem zentralen gesellschaftlichen Feld und unterstützt Menschen mit einer hoher beruflichen Verantwortung. Die evangelische Polizeiseelsorge kann ethische Themen, Sinn- und
Glaubensfragen aufgreifen, die sich daraus ergeben. Sie leistet damit innerhalb der Kirche einen Beitrag zu deren Auftrag, Orientierung und Werte in der Gesellschaft zu vermitteln und fördert die gegenseitigen Kontakte sowie das Verständnis für die Sichtweisen und inhaltlichen
Belange zwischen der Kirche und der Polizei.


Horst Schinzel
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