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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Int. Stars, einsame Inseln, große Bands und aktueller Diskurs

19. Juli 2010 (HL-Red-RB) Kampnagel teilt mit: "INTERNATIONALES SOMMERFESTIVAL HAMBURG
12.-28.August 2010: Drei Wochen lang im August präsentiert das Internationale Sommerfestival Hamburg die großen Stars der Tanz- und Theaterszene, eine Hörspiel-Insel auf der Alster, die größte Innenrauminstallation der Welt, besondere Konzerte und eine zehntägige Sommerakademie für Studierende. Der Künstlerische Leiter des Kampnagel Festivals, Matthias von Hartz, setzt auch in diesem Jahr einen thematischen Schwerpunkt und lädt neben internationalen Künstlern eine Reihe von Experten ein.

Eröffnet wird das Festival am 12. August mit der Installation WHITE BOUNCY CASTLE des Choreografen William Forsythe. Diese riesige Kunstinstallation für den Innenraum holt das Sommerfestival in Kooperation mit den Deichtorhallen nach Hamburg, wo die 30 Meter lange und 11 Meter hohe aufblasbare Burg das Publikum zum Hüpfen einlädt.

In Koproduktion mit dem Internationalen Sommerfestival entsteht das neue Stück des französischen Erfolgsregisseurs Philippe Quesne, BIG BANG, das nach dem Festival in Avignon im Juli, vom 19. bis zum 21. August auf Kampnagel gezeigt wird. Die New Yorker Performance Gruppe Nature Theater of Oklahoma präsentiert erstmalig die internationale Tourversion ihres Musicals LIFE AND TIMES – EPISODE ONE. Diese Arbeit ist ebenfalls in Koproduktion mit Kampnagel entstanden. Jérôme Bel ist mit der deutschen Erstaufführung seiner aktuellen Arbeit CÉDRIC ANDRIEUX am ersten Festival-Wochenende zu Gast. Mit neuen Produktionen sind auch die Tanzkompanien von Hofesh Shechter und Alain Platel eingeladen.

Als Festival-Uraufführung produziert die Hamburger Performance-Gruppe LIGNA ein Hörspiel für eine Insel, die mitten in der Alster installiert wird. Jeweils ein einziger Zuschauer wird dorthin gerudert und kann mitten im Wasser ein Stück Idylle fernab des ökonomisierten urbanen Raums genießen. EILAND heißt die im Auftrag des Festivals entstandene Produktion zum diesjährigen thematischen Schwerpunkt: Wasser.

Zum ersten Mal findet eine zehntägige Internationale Sommerakademie PERFORMING POLITICS für Studierende, Wissenschaftler und Künstler in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Körber-Stiftung statt.

Exklusive Konzerte u.a. von Ulver, Blixa Bargeld und 1000 Robota gehören inzwischen genauso zum Internationalen Sommerfestival Hamburg wie das Orchester-Karaoke mit großem Sinfonieorchester live auf der größten Kampnagel-Bühne in der letzten Festivalnacht.

Die Karten sind ab sofort erhältlich unter 040 270 949 49 und www.kampnagel.de .

INTERNATIONALES SOMMERFESTIVAL HAMBURG
12.-28.August 2010
Internationale Stars, einsame Inseln, große Bands und
aktueller Diskurs
Drei Wochen lang im August präsentiert das Internationale Sommerfestival Hamburg die
großen Stars der Tanz- und Theaterszene, eine Hörspiel-Insel auf der Alster, die größte
Innenrauminstallation der Welt, besondere Konzerte und eine zehntägige
Sommerakademie für Studierende. Der Künstlerische Leiter des Kampnagel Festivals,
Matthias von Hartz, setzt auch in diesem Jahr einen thematischen Schwerpunkt und lädt
neben internationalen Künstlern auch eine Reihe von Experten ein.
Eröffnet wird das Festival am 12. August mit der Installation WHITE BOUNCY CASTLE
des Choreografen William Forsythe. Diese riesige Kunstinstallation für den Innenraum
holt das Sommerfestival in Kooperation mit den Deichtorhallen nach Hamburg, wo die 30
Meter lange und 11 Meter hohe aufblasbare Burg das Publikum zum Hüpfen einlädt.
In Koproduktion mit dem Internationalen Sommerfestival entsteht das neue Stück des
französischen Erfolgsregisseurs Philippe Quesne, BIG BANG, das nach dem Festival in
Avignon im Juli, vom 19. bis zum 21.August auf Kampnagel gezeigt wird. Die New Yorker
Performance Gruppe Nature Theater of Oklahoma präsentiert erstmalig die New-York-
Version ihres Musicals LIFE AND TIMES – EPISODE ONE ausschließlich mit
amerikanischen Darstellern. Diese Arbeit ist ebenfalls in Koproduktion mit dem
Sommerfestival entstanden.
Mit der deutschen Erstaufführung seiner aktuellen Arbeit, CÉDRIC ANDRIEUX, ist der
Ausnahme Choreograf Jérôme Bel am ersten Festival-Wochenende zu Gast. Das Porträt
des langjährigen Merce Cunningham Tänzers ist Teil des Biografien-Zyklus, in dem Bel
seit 2004 Tänzerpersönlichkeiten verschiedener Traditionen und Stile porträtiert.
Mit neuen Produktionen sind auch die Tanzkompanien des britischen Shootingstars
Hofesh Shechter und des flämischen Star-Choreografen Alain Platel eingeladen.
Internationales Theater gibt es von der Big Art Group, Forced Entertainment und dem
japanischen Theatermacher Toshiki Okada und seiner Gruppe chelfitsch.
Kampnagel, Jarrestr. 20, 22303 Hamburg www.hamburg.de 2
Als Uraufführung produziert die Hamburger Performance-Gruppe LIGNA ein Hörspiel
für eine Insel, die inmitten der Alster installiert wird. Jeweils ein einziger Zuschauer wird
dorthin gerudert und kann auf der einsamen Insel ein Stück Idylle fernab des
ökonomisierten urbanen Raums genießen. EILAND heißt die im Auftrag des Festivals
entstandene Produktion zum diesjährigen thematischen Schwerpunkt: Wasser.
Matthias von Hartz hat neben Künstlern wie LIGNA, der südafrikanischen Choreografin
Robyn Orlin, der britischen Bildenden Künstlerin Zoe Laughlin oder dem Aktivisten-
Kollektiv Laboratory of Insurrectionary Imagination auch Wissenschaftler eingeladen, die
sich mit der lebenswichtigen und lebensbedrohlichen Ressource Wasser
auseinandersetzen.
Nachdem das Festival in den vergangenen zwei Jahren aktuelle politische Fragestellungen
künstlerisch thematisiert hat, wird es 2010 auch einen Diskurs darüber geben, was es
heißt, politisch Kunst zu machen. Das Festival lädt Studierende, Wissenschaftler und
Künstler zu ersten Internationalen Sommerakademie ein. Die Akademie PERFORMING
POLITICS, vom 18. bis zum 28.August, ist eine gemeinsame Initiative des Internationalen
Sommerfestivals Hamburg, der Universität Hamburg (Professur für
Theaterforschung/Performance Studies) und der Körber-Stiftung.
Exklusive Konzerte gehören inzwischen genauso zum Internationalen Sommerfestival
Hamburg wie das Orchesterkaraoke mit großem Sinfonie Orchester auf der größten
Kampnagel Bühne in der letzten Festivalnacht. Nach 15 Jahren live Abstinenz gibt die
norwegische Black Metal Band Ulver eins ihrer seltenen Konzerte, Blixa Bargeld und Alva
Noto liefern erstmals in Deutschland mit anbb ein hochartifizielles Gesamtkunstwerk und
die Hamburger Band 1000 Robota holt sich für die Präsentation ihres neuen Albums ein
Kammerensemble mit auf die Bühne.
Das Internationale Sommerfestival Hamburg ist seit den 80er Jahren wichtiger
Bestandteil des europäischen Kultursommers und das größte internationale Festival in
Hamburg. Seit 2008 ist Matthias von Hartz Künstlerischer Leiter des Festivals, das in den
vergangenen zwei Jahren jeweils rund 20,000 Besucher auf das Gelände rund um die
ehemalige Kranfabrik Kampnagel lockte.
Hauptförderer des Festivals 2010 sind die Behörde für Kultur, Sport und Medien
Hamburg, die Kulturstiftung des Bundes, die Körberstiftung und das Kulturprogramm der
Europäischen Union.
SOMMERFESTIVAL PROGRAMM & TICKETS
www.kampnagel.de 040 270 949 49


PROGRAMM
========
William Forsythe/Dana Caspersen/Joel Ryan (Frankfurt Dresden)
WHITE BOUNCY CASTLE
Installation
Fr-13.08. bis So-12.09., täglich außer
montags /11:00–21:00
Deichtorhallen, Deichtorstrasse 1-2
4 Euro (Erwachsene), 2 Euro (Kinder), 8 Euro (Familien) für 15 min.
Gruppen (ab 10 Personen) nur nach Voranmeldung unter T 040 270 949 347
Die größte Kunstinstallation der Welt für einen Innenraum ist schneeweiß und steht während des
Internationalen Sommerfestivals Hamburg in den Deichtorhallen. Mit dem WHITE BOUNCY
CASTLE haben William Forsythe und Dana Caspersen einen choreografischen Raum konzipiert,
indem es nur Teilnehmer, aber keine Zuschauer gibt, denn jeder Besucher ist Tänzer, Choreograf
und Beobachter zugleich. Die Komposition von Joel Ryan erkennt dabei die unterschiedlichen
Bewegungen, unterscheidet wischen schnell und langsam, schwer und leicht und beschleunigt die
Bewegungen im Raum. „Das WHITE BOUNCY CASTLE überführt die unterschiedlichsten
Zustände körperlich-räumlicher Organisation, mit der die Choreografie zu tun hat, in eine
Eigenständigkeit, die keiner dirigierenden Einflussnahme mehr bedarf“ so William Forsythe. Das
Sommerfestival und die Deichtorhallen holen die fast vierzig Meter lange Burg für vier Wochen in
die Stadt und laden alle Hamburger zum Hüpfen ein – rein ins Vergnügen. William Forsythe gilt
als einer der führenden Choreografen weltweit. Seine Werke sind dafür bekannt, die Praxis des
Balletts aus der Identifikation mit dem klassischen Repertoire gelöst und zu einer dynamischen
Kunstform des 21. Jahrhunderts geführt zu haben. Forsythes tief greifendes Interesse in
organisatorischen Grundprinzipien hat es ihm ermöglicht, ein breites Spektrum von Projekten zu
realisieren, wie Installationen, Filme und Internetbasierte Wissensentwicklung.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
Hofesh Shechter (Brighton)
POLITICAL MOTHER
Tanz
Do-12.08., Fr-13.08., Sa-14.08., So-15.08. /21:00
k6, 60 min, 36-17 Euro (12–8 Euro erm.)
Hochenergetischen Tanz und kraftvolle Live-Musik lässt der gebürtige Israeli Hofesh Shechter in
seinen Stücken aufeinander treffen. Das Ergebnis sind intensive und atmosphärisch dichte
Gesamtkunstwerke, die durch präzise Gruppenchoreografien, ins Ohr gehendem Sound und
raumgreifende Bilder bestechen. 2008 gastierte er bereits mit dem preisgekrönten Doppelabend
UPRISING/IN YOUR ROOMS beim Sommerfestival und „lud die Atmosphäre mit Hochspannung
auf.“ Nun zeigt er mit POLITICAL MOTHER seine neueste Kreation: ein abendfüllendes Stück für
elf Tänzer und acht Musiker, ein verwirrendes Puzzle aus traurigen, amüsanten und
schockierenden Szenen, eine surreale Bilder-Kette von zwischenmenschlichen Begegnungen.
Dabei treibt der Percussion-Rhythmus die Interpreten zu immer schnelleren Bewegungen an und
verwandelt die Bühne in einen virtuosen Tanz-Kessel.
Choreograf, Tänzer, Komponist, Musiker: Hofesh Shechter, ausgebildet in Tel Aviv und mehrere
Jahre Ensemblemitglied der Batsheva Dance Kompanie, zählt unbestritten zu den Shooting-Stars
der internationalen Choreografen-Landschaft. Bereits mit seiner dritten Gruppenarbeit,
UPRISING/IN YOUR ROOMS gelang dem 35jährigen der internationale Durchbruch. Seither
tourt er auf sämtlichen renommierten Tanzfestivals weltweit und zählt zu den wichtigsten
Choreografen seiner Generation.
Nature Theater of Oklahoma (New York)
LIFE AND TIMES – EPISODE ONE
Theater Koproduktion
Do-12.08. /21:00, Fr-13.08., So-15.08., Mo-16.08. /20:00
k2, 210 Minuten, 22 Euro (10 Euro ermäßigt)
in englischer Sprache mit dt. Übertiteln
Das Leben ein Musical. LIFE AND TIMES - EPISODE ONE erzählt die ersten Jahre aus dem
Leben von Kristin Worall mit Countrymusik, rhythmischer Sportgymnastik und den Stimmen von
sechs wunderbaren New Yorker Darstellern. Nature Theater of Oklahoma verbinden ihre Liebe zu
Konzeptkunst in ihrem jüngsten Genie-Streich mit eingängigen Musicalmelodien zu einem
außergewöhnlichen Epos über ein gewöhnliches Leben. Scheinbar banale Geschichten aus der
Kindheit einer amerikanischen Mittelschichts-Biografie werden mit Cello, Klavier, Querflöte,
Ukelule und Xylophon zu einem universellen Erinnerungsraum, in dem man sich mit seinen
eigenen Geschichten, Bildern, Freuden, Hoffnungen und Peinlichkeiten wieder findet.
Vor zwei Jahren produzierte das Sommerfestival die Uraufführung von Nature Theater of
Oklahomas ROMEO AND JULIET. Das Stück gewann nicht nur den begehrten Montblanc-Preis
der Salzburger Festspiele, sondern sorgte auch für eine weltweite Tour und Titelgeschichten im
internationalen Feuilleton. Das Regie-Duo Kelly Copper und Pavol Liska gehört inzwischen zu
den international gefragtesten Theaterkünstlern. Die erste Version ihres Musicals LIFE AND
TIMES, die sie zusammen mit dem Burgtheater produziert haben, wurde zum Berliner
Theatertreffen 2010 eingeladen. In Hamburg ist nun erstmals die Fassung mit den New Yorker
Darstellern zu sehen.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
Jérôme Bel (Paris)
Cédric Andrieux
Tanz, Deutsche Erstaufführung
Fr-13.08. /21:00, Sa-14.08., So-15.08. /20:00
k1, 75 min, 20 Euro (10 Euro ermäßigt)
in englischer Sprache
Eine Tänzer-Persönlichkeit und seinen beruflichen Werdegang inszeniert Ausnahme-Choreograf
Jérôme Bel in CÉDRIC ANDRIEUX als faszinierendes Künstler-Porträt. Cédric Andrieux,
virtuoser Solist und langjähriger Protagonist der Merce Cunningham Dance Company, wechselt
von der anekdotischen Erzählung zum zeitgenössischen Ballettvokabular, streift seine
Ausbildungsjahre und gibt Momentaufnahmen aus der Künstler-Garderobe zum Besten. Ganz
unprätentiös lässt er vor den Augen des Publikums seine beeindruckende Karriere Revue
passieren und gewährt dem Zuschauer darüber hinaus persönliche Einblicke in sein
professionelles Leben. Seit 2004 arbeitet Bel an einem Biografien-Zyklus, der herausragende
Tanzvirtuosen, die in verschiedenen Traditionen und Stilen beheimatet sind, auf die Bühne stellt.
Nach den umjubelten Stücken für die Primaballerina Véronique Doisneau, dem Thai-Tänzer
Pichet Klunchun und Lutz Förster, dem Weggefährten von Pina Bausch, bringt er mit CÉDRIC
ANDRIEUX nun eine Studie des im Postmodern Dance sozialisierten Künstlers auf die Bühne.
Der Franzose Jérôme Bel hat Tanzgeschichte geschrieben. Nach der Ausbildung in Angers und
mehrjähriger Tätigkeit als Ensemblemitglied bei verschiedenen Kompanien, verantwortete er 1992
an der Seite von Philippe Découflé die Eröffnung der Olympischen Winterspiele. Mitte der 90er
Jahre schuf er mit SHIRTOLOGY und THE LAST PERFORMANCE Schlüsselwerke der
zeitgenössischen Choreografie. 2001 feierte THE SHOW MUST GO ON am Schauspielhaus
Hamburg Premiere, ein Stück, das längst zu den Klassikern des Tanzes zählt.
Big Art Group (New York)
The Sleep
Theater
Mi-18.08. /20.00, Do-19.08. /21:00, Fr-20.08. /20:00
k2, 55 min, 22 Euro (10 Euro ermäßigt)
in englischer Sprache
Die Zerstörung der Natur durch den Menschen inszeniert Caden Manson’s New Yorker Big Art
Group als faszinierend-verstörenden Theaterabend. Basierend auf M.P.Shiels prophetischem
Endzeitklassiker „The Purple Cloud“ von 1901, begibt sich ein Entdecker auf Expedition zum
Nordpol. Während seiner Abwesenheit wird die Welt von einer Giftwolke bedroht und somit zum
unwirtlichen Ort, der ihn nach seiner Rückkehr in eine Daseinskrise wirft. THE SLEEP zeichnet
das Bild einer gleichgültigen Gesellschaft, die trotz der Möglichkeiten des Informationszeitalters
einem merkwürdigen Automatismus des Weitermachens gehorcht. Manson, häufig als Enkel der
legendären Wooster Group bezeichnet, bedient sich dazu bei frühen Kinotechniken und dem
viktorianischen Objekttheater zu der düsteren Komposition von Jemma Nelson. BIG ART GROUP
ist eine New Yorker Performance-Kompanie, welche die Produktion der Bilder thematisiert und
den Zuschauer zum Kritiker seiner eigenen Wahrnehmung macht. Die collageartigen
Inszenierungen vermischen Theater, Film und Video zu ästhetischen Gesamtkunstwerken und
untersuchen häufig das Selbstbild der USA.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
Philippe Quesne | Vivarium Studio (Paris)
Big Bang
Theater, Koproduktion
Do-19.08., Fr-20.08., Sa-21.08. /21:00
k6, 60 min, 29-17 Euro (12–8 Euro erm.)
in dt., engl. und franz. Sprache
BIG BANG, das neue Stück des Erfolgsregisseurs Philippe Quesne, beginnt mit einer gigantischen
Explosion. Die Folgen: Sechs Personen stranden auf einer Insel und denken sich in vergnüglichen
Episoden die Geschichte der Welt neu aus. In beredten Bildern, aussagekräftigen Gesten und mit
wenigen Worten erschaffen die Protagonisten anatomische Studien eines menschlichen
Mikrokosmos, der in eine unerwartete Landschaft verpflanzt wurde. Der Franzose inszeniert die
Evolutionstheorie – oder vielmehr ihre Brüche, Erfindungen und Zersetzungen - in kurzen
musikalischen Szenen als absurde Geschichten der unzähligen Möglichkeiten. „Vermutlich
werden Mensch und Tier nebeneinander existieren, sowie Stille und Sprachen, das Nichts und das
Gesamte zugleich: das Treiben des Lebens, angefangen vom Plankton bis zur Postmoderne“,
beschreibt Quesne diese Theater-Reise.
Beim vergangenen Sommerfestival begeisterte Vivarium Studio mit LA MÉLANCOLIE DES
DRAGONS. Quesnes Arbeiten, die Theater, Bildende Kunst und Musik gleichberechtigt einsetzen,
zeichnen sich durch eine eigenwillige Ästhetik, subtile Bildersprache und feine Poesie aus. Seine
Stücke finden sich mittlerweile auf den Spielplänen der namhaftesten Häuser und renommiertesten
Festivals weltweit.
Toshiki Okada / chelfitsch (Tokio)
Hot Pepper, Air Conditioner, and theFarewell Speech
Theater
Mi-25.08., Do-26.08., Fr-27.08. /21:00
k2, 70 min, 22 Euro (10 Euro ermäßigt)
in japanischer Sprache mit dt. Übertiteln
Soziale Kälte, prekäre Arbeitsverhältnisse, Zitate aus Restaurantführern und eine hochgedrehte
Klimaanlage bilden die zentralen Themen des Abends. Die Szenen changieren zwischen
verstörender Kälte und absurder Komik, verhandeln Banalitäten des Alltags und sozialpolitische
Verfehlungen gleichermaßen. Was sich wie ein roter Faden durch alle Ereignisse zieht, ist das Die-
Form-Bewahren in einer Gesellschaft, welche trotz ständiger Kommunikation keine Nähe zulässt.
Brillant analysiert das Stück in scharfen Bildern und strengen Bewegungen die
Leistungsgesellschaft des heutigen Japan, gebrochen durch groteske Situationskomik.
Toshiki Okada, gefeierter 37-jährige Regisseur und Autor aus Tokio, verschaltet Text und
Bewegung auf kunstvolle Weise und zwingt seine Protagonisten in einen formalen Gesten- und
Sprachparcours. Er gehört zu den international renommierten Vertretern einer neuen Generation
japanischer Theatermacher. 1997 gründete er seine Kompanie chelfitsch und 2005 machte mit dem
fein verwobenen Episoden-Stück FIVE DAYS IN MARCH erstmals in Europa auf sich
aufmerksam und gastierte damit bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
Alain Platel / Les Ballets C De La B (Brüssel)
OUT OF CONTEXT - FOR PINA
Tanz
Do-26.08., Fr-27.08. /21:00
k6, 85 min, 36-17 Euro (12–8 Euro erm.)
„Wann immer auch Worte nicht mehr in der Lage sind, unsere tiefsten Gefühle auszudrücken,
übernimmt unser Körper. Denn das ist der Tanz wohl schon seit Anbeginn: eine physische Übersetzung
extremer Gefühle.“ So beschreibt der flämische Star-Choreograf Alain Platel das Thema
seines jüngsten Stückes, bei dem er emotionale Ausnahmezustände allein mittels Bewegung
inszeniert. Die neun Tänzer tauchen, ausgehend vom Motiv der Ekstase, in eine fragile Welt ein
und kreieren berührende Bilder, die von der Überforderung des Lebens erzählen, das soziale Mitund
Gegeneinander thematisieren und das menschliche Dasein in all seinen physischen und
psychischen Ausformungen zeigen. Dem virtuosen Ensemble gelingt ein einfühlsames Porträt
unserer Zeit, das ständig zwischen kollektiver Ausgelassenheit und individueller Einsamkeit
oszilliert. Seit zwanzig Jahren prägt Platel, Jahrgang 1956, den europäischen Tanz und zählt zu
den stilbildenden Choreografen seiner Generation. Nach einer Ausbildung zum Heilpraktiker
arbeitete er mit behinderten Kindern, bevor er 1984 mit anderen Kollegen das Kollektiv les ballets
C de la B gründete. Mit den Stücken BONJOUR MADAME, BERNADETJE und ALLEMAAL
INDIAAN erregte er Mitte der 90er Jahre große Aufmerksamkeit. Diese präzisen Milieustudien,
angesiedelt an den sozialen Rändern unserer Gesellschaft, setzen instinktsicher Sprache, Musik,
Tanz und Bildende Kunst gleichwertig ein. In seinen letzten Arbeiten - opulenten Bühnenwerken
wie VSPR oder PIETIÉ - dominiert die Einbeziehung von klassischen Musikstoffen sowie Live-
Musikern und Sängern.
Forced Entertainment (Sheffield)
AND ON THE THOUSANDTH NIGHT
Theater
Sa-28.08. /19:00
k2, 6 Stunden, 22 Euro (10 Euro ermäßigt)
in englischer Sprache
„Once upon a time there was a king...Stop.“ Mit diesen Worten beginnen die sieben Performer von
Forced Entertainment ihren sechsstündigen Geschichten-Marathon. Am Bühnenrand sitzend,
eingehüllt in rote Samtumhänge, erzählen sie Geschichten: von Liebe und Verlassenwerden, von
Angst und Freude, von fernen Ländern und nahen Städten, von Jung sein und Alt werden. Sie
bedienen sich bei Filmhandlungen, religiösen Motiven, traditionellen Stoffen, schlechten Witzen
und modernen Mythen. Sie erzählen von allgegenwärtigen Problemen und alltäglichen Freuden,
von großer Liebe und unendlichem Schmerz, von trivialen Sex-Abenteuern und unvergessenen
Kindheitserinnerungen. Nach einfachen aber strengen Regeln, spielen sich die Darsteller die
Stories wie Pingpong-Bälle zu, übertrumpfen sich gegenseitig, oszillieren zwischen Verführung
und Übertreibung. Sechs Stunden Geschichten aus dem Leben: persönlich, emotional, berührend,
spannend, witzig, absurd.
Vor 25 Jahren sind Forced Entertainment aus dem britischen Sheffield angetreten, das zeitgenössische
Theater neu zu definieren. Das Ensemble von Tim Etchells hat immer wieder neue
Maßstäbe gesetzt und zählt zu den innovativsten und bedeutendsten Gruppen der europäischen
Theaterlandschaft.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
KUNST UND THEORIE ZU WASSER
Whose water is it anyway?
Respekt. Hamburg hat ein spezielles Verhältnis zum Wasser. Wasser war seit jeher für
Attraktivität und Reichtum der Stadt mitverantwortlich, im Hafen genauso wie im Tourismus.
Gleichzeitig hat Wasser für die Hansestadt immer wieder auch eine Gefahr dargestellt. Beides
führt dazu, dass hier Respekt vor einem Element herrscht, das uns zugleich nährt und bedroht.
Wasser war in vielen Kulturen ein poetisches und sogar transzendentales Medium. Heute ist an
vielen Orten das Verhältnis zu Wasser von anderen Dingen geprägt. Wissenschaftler sind sich
einig, dass Wasser das Schlüsselelement des 21. Jahrhunderts ist. Uneinigkeit herrscht lediglich
darüber, ob Wasser das Gold oder das Öl der Zukunft ist. Der Zugang zu Trinkwasser gehört zu
den Milleniumszielen der Vereinten Nationen. Bis 2015 soll alles besser werden. Doch für die
meisten Vorhaben gilt bisher das Gegenteil - so auch für Wasser.
Im Wasser treffen sich brennende globale und geopolitische Fragen. Der Klimawandel
verschärft viele Themen, die damit zusammenhängen: Dürren nehmen zu, ganze Regionen
werden durch den ansteigenden Meeresspiegel unbewohnbar. Diese und andere extreme
Naturereignisse vergrößern die Ressourcenkonflikte, um Zugang zu sauberem
Trinkwasser in den klimatisch bewohnbaren, hochwassersicheren Regionen. Neue
Migration ist entstanden: Flucht zum und Flucht vom Wasser. Die nahezu universelle
Tendenz alle Bereiche zu ökonomisieren, hat auch vor dem öffentlichen Gut Wasser nicht
halt gemacht und internationale Konzerne als starke Akteure ins Spiel gebracht. Lokale
Wasserversorgung wird mancherorts indirekt durch Flaschenwasser ersetzt, da beides
von der gleichen Firma geliefert wird. Wasser ist gleichzeitig vielfältige
Lebensgrundlage, zunehmende Bedrohung und viel versprechende Handelsware.
Künstler und Wissenschaftler werden sich dem lebenswichtigen Element aus
verschiedenen Perspektiven und mit ihren jeweils eigenen Methoden annähern.
KUNST& THEORIE
An vielen Abenden des Festivals ist das Programm so terminiert, dass das Publikum vor oder nach
den Vorstellungen bei freiem Eintritt Gespräche mit hochkarätigen Experten oder andere Projekte
zu unserem Schwerpunkt WASSER besuchen kann und selbst eine Kunst-Theorie-Mischung
zubereiten kann.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
VORTRÄGE
TONY ALLAN
Virtual Water - Warum in dieser Tasse Kaffee 140 Liter Wasser sind
Fr-13.08. /19:00
Tony Allan (School of Oriental and African Studies, University of London) hat vor vielen Jahren
die Theorie des Virtuellen Wassers entwickelt. Sie erklärt, welche große Mengen Wasser wir
indirekt durch die Dinge verbrauchen, die wir konsumieren. Das ist nicht nur
naturwissenschaftlich interessant, sondern vor allem geopolitisch brisant. Tony Allen hilft mit
„Virtual Water“ auch zu verstehen, warum es ganzen wasserarmen Regionen gelingt, nicht in
kriegerischen Auseinandersetzungen zu versinken: indem sie Wasser indirekt importieren.
MICHAEL OTTO & ERNST ULRICH VON WEIZSÄCKER
Wasser - Ressource und/oder Lebensgrundlage
Do-19.08. /19:00
Der Soziologe Ernst Ulrich von Weizsäcker (Co-Chair, International Panel for Sustainable
Resource Management) hatte in seinem Bestseller „Faktor Vier“ gefordert, dass wir unsere
Ressourcen viermal besser nutzen. Der Hamburger Unternehmer Dr. Michael Otto ist einer der
Pionier-Unternehmer Deutschlands, der schon in 90er Jahren versucht hat, den nachhaltigen
Umgang mit unserer Umwelt in seiner Firma als ein zentrales Unternehmensziel zu verankern.
Der Druck für beide Vorhaben wird durch den Klimawandel immer stärker. Vor wenigen Wochen
hat Weizsäcker sein neues Buch mit dem Titel „Faktor Fünf“ veröffentlicht.
STEFAN RAHMSTORF
Land Unter?
Do-26.08. /19:00
Als die letzte Eiszeit zu Ende ging, stieg die globale Temperatur um 4 bis 7ºC Grad an und zwei
Drittel der damaligen Eismassen gingen verloren. In der Folge stieg der Meeresspiegel um 120
Meter. In den letzten zwölf Monaten lagen die globalen Temperaturen höher als je zuvor seit mehr
als einem Jahrhundert. Auch der Meeresspiegel steigt immer weiter an - seit Beginn der
Sattelitenmessungen um mehr als drei Zentimeter pro Jahrzehnt. Prof. Stefan Rahmstorf (Potsdam
Institut für Klimafolgenforschung PIK), einer der international führenden Experten zu
Klimawandel und Meeresspiegel, wird die zentrale Frage erörtern: Wie kann es weiter gehen? Mit
Gletschern und Meeresströmungen, Malediven und Hamburg?
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
KUNST
Zoe Laughlin (London)
The performativity of matter
Lecture Performance
Do-19.08., Fr-20.08., Sa-21.08. /20:00
k1, 40 min, 6 Euro
in englischer Sprache
Ein langer Tisch, auf dem Dinge und Stoffe liegen, die uns täglich umgeben. Verformbare
Flüssigkeiten, der Klang von Objekten, die Haptik von Gegenständen, die Beziehung zwischen
Objekt und Material erforscht Zoe Laughlin nicht nur unter einem wissenschaftlichen, sondern
auch unter einem künstlerischen Gesichtspunkt. Klug und anschaulich demonstriert sie dabei die
Transformation von scheinbar toter Materie zu eigenem Leben oder die Wandlungsfähigkeit der
Stoffe. Ihre Präsentation beim Sommerfestival ist eine Reise in die Welt des Wassers und das
Phänomen der flüssigen Stoffe, die sie auf ihre physikalischen Gesetzmäßigkeiten untersucht. Mit
einfachen Mitteln erschafft sie in ihrer Lecture ein Universum, das dem Publikum erstaunliche
Einsichten in die wunderbarsten Materialien der Welt gibt.
Materials Library nennt sich die interdisziplinäre Gruppe, welche die Britin Zoe Laughlin leitet.
Zu ihren Forschungsgegenständen gehören so wunderbare Dinge wie shape-memory
Büroklammern, magnetische Flüssigkeiten, Nicht-Newtonsche Liquids oder radioaktive Obstschalen.
Gemeinsam erarbeitet die Gruppe Events an der Schnittstelle zwischen Bildender und
Darstellender Kunst und hat in den letzten Jahren viel beachtete Ausstellungen, Performances
und Installationen in der Tate Modern (WHAT CAN BE THE MATTER), dem Victoria & Albert
Museum oder der Hayward Gallery (THE ESSENCE OF FLOURESCENCE) realisiert.
ROBYN ORLIN (Johannesburg)
...although I live inside...my hair will always reach towards
the sun...
Tanz
Do-19.08., Fr-20.08., Sa-21.08. /21:00
k1, 40 min, 9 Euro (12 Euro inkl. THE PERFORMATIVITY ON MATTERS
von Zoe Laughlin, 20:00, siehe S. 16)
in englischer und französischer Sprache
Frech, mitreißend, provokativ. Das Problem akuter Wasserknappheit in Afrika inszeniert
Choreografin Robyn Orlin als schillernde One-Woman-Show. Wenige Requisiten, ins Ohr gehende
Songs und laszive Tanzeinlagen reichen der genialen Interpretin Sophiatou Kossoko aus dem
Benin aus, um einen interkulturellen Dialog in Gang zu setzen. Auf humor- und lustvolle Weise
verhandelt sie das sensible Thema Postkolonialismus, sie scherzt und plappert, versprüht Energie
und Charme. Sie konfrontiert das Publikum charmant mit ihren Fragen zu Politik, Ökonomie und
Kunst und sucht Verbündete für ihr finales Vorhaben: einem kollektiven Wasser-Happening mit
anschließendem Tanz. „Nicht sich festfahren lassen, Bewegung und daher auch Widersprüche
schaffen.“ So formuliert Robyn Orlin, die Tochter litauischer Emigranten, und in Johannesburg
aufgewachsen, ihr künstlerisches Credo. Die Absolventin des Art Institute of Chicago produziert
Kunst zwischen Interventions-, Bilder- und Tanztheater. Damit provozierte sie nicht nur in ihrer
südafrikanischen Heimat sowohl mit den gewählten Themen wie Apartheid und Post-
Kolonialismus, als auch durch die expressive und drastische Darstellung der hochpolitischen
Inhalte. Orlin zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Choreografinnen Afrikas und setzt in
ihren Stücken neue Maßstäbe in Sachen politischer Kunst.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
LIGNA (Hamburg)
Eiland
Hörspiel
Fr-13.08. bis Mo-16.08., Fr-20.08. bis Mo-23.08., Fr-27.08., Sa-28.08. /15:00 bis 21:00
Alster, Kanuclub, 60 min
10 Euro, Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter T. 040 270 949 49 möglich
Eine einsame Insel, mitten auf der Alster. Welches Geheimnis verbirgt sich auf ihr? Um dies in
Erfahrung zu bringen, muss der Zuschauer sich auf eine Reise begeben. Vom Ufer wird jeweils
eine einzelne Person dorthin gefahren und für eine halbe Stunde ausgesetzt. Allein blickt der
Teilnehmer
auf das Panorama der fernen, geschäftigen Stadt, von nichts als Wind und Wellen umgeben. Eine
Situation, die sich allmählich ändert: Das Rauschen des Wassers verwandelt sich in eine Stimme
und das Eiland mutiert zu einer Bühne. Ringsherum erscheint Hamburg wie auf eine touristische
Postkarte gebannt. Eine Idylle fernab von aller Ökonomie mitten im urbanen Raum. Aber die
glitzernde Oberfläche täuscht: Das Wasser ist längst zur Ware geworden. Das Stadtmarketing
Hamburg wirbt mit seiner Schönheit, an vielen Orten werden die Zugänge zu den Gewässern
privatisiert. Doch wem gehört das Wasser? Wie sieht die Utopie einer Insel aus?
Die Performancegruppe LIGNA (Ole Frahm, Michael Hueners und Torsten Michaelsen) besteht
seit 1997. In Shows, performativen Interventionen und Installationen erforschen sie die
Handlungsmöglichkeiten sich zerstreut und temporär assoziierender Kollektive.
PROGRAMM
KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
The Laboratory of Insurrectionary Imagination – LABOFII (London)
Flow, Swarm, Flood
FLOW – pedal powered cinema
So 15.08., Mo-16.08. /19:00, 120min
SWARM – Interventions-Training
eigenes Fahrrad mitbringen
Fr-20.08., Sa-21.08. /19:00, 180min
FLOOD - Partizipative Fahrradintervention
eigenes Fahrrad mitnehmen
So-22.08. /20:00, 180min
alle Termine Treffpunkt Festivalzentrum, Eintritt frei, in engl. Sprache
Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Apokalyptische Vorhersagen
von Klimakatastrophen, Wirtschaftszusammenbrüchen und Kriegen um Rohstoffe
machen es einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als eine Wende zum Besseren.
Das Laboratory glaubt an die Krise als Katalysator für radikale neue Ideen und wird
zehn Tage in Hamburg experimentieren. Dabei wird ein pedalbetriebenes Kino eröffnet
(FLOW), Fahrräder werden für die Zukunft ausgestattet und Radfahrer in
Schwarmintelligenz ausgebildet (SWARM). Zum Abschluss lädt Labofii zur Teilnahme
an einer Performance (FLOOD), bei der die Räder Instrumente für eine stadtweite
Soundinstallation werden. Ihre Projekte reichen von subtilen Experimenten in
Kulturinstitutionen bis zu Aktivitäten für soziale Massenbewegungen. Zu ihren
Projekten zählen BIKE BLOC, bei dem sie Fahrräder während des Klimagipfels in
Kopenhagen in Tools für zivilen Ungehorsam verwandelten, die kunstvolle Schneeballschlacht
THE PEOPLE AGAINST THE BANKSTERS in der Londoner City oder die
REBEL RAFT REGATTA mit 100 Flößern auf der Themse. Letztes Jahr hat das Kollektiv
eine Reise in die Zukunft unternommen. Der Film PATHS THROUGH UTOPIAS zeigt
zwölf utopische Communities in Europa und wird erstmals in Hamburg gezeigt.
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KAMPNAGEL PRESSE
Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
MUSIK PROGRAMM
Bedroom Community – The Whale Watching Tour (Reykjavik/New
York/Sydney)
Do-12.08. /21:00
kmh, VVK 15 Euro, AK 17 Euro
feat. Valgeir Sigurøsson (Björk, Bonnie Prince Billy, CocoRosie), Nico Muhly (Antony and the
Johnsons, Grizzly Bear, Phillip Glass), Ben Frost (Tim Hecker, Björk), Sam Amidon (Doveman,
Stars Like Fleas)
Wale gucken? In der Tat: Einen Abend mit den Musikern der isländisch-internationalen
„Bedroom Community“ zu verbringen ist wie ein langer meditativer Blick in ein riesiges
Aquarium. Die Wale, die hier schwimmen, sind angriffslustig, hungrig,
experimentierfreudig. Virtuos verdauen sie das Plankton der Musikgeschichte und
scheiden apokalyptische Kunstlieder und Toccaten aus.
Der isländische Produzent Valgeir Sigurøsson gründete das Musik-Kollektiv 2006. Von
Anfang an war es nicht nur Plattenlabel, sondern auch Hauptquartier einer neuen
Musikauffassung. Da ist der an der Minimal Music geschulte, Neoklassik-Sound des
Pianisten, Komponisten und Arrangeurs Nico Muhly aus New York. Da sind die zwischen
zart gewebt und brachial hin und her schwellenden Instrumentalstücke des Australiers
Ben Frost, der experimentelle American Folk von Sam Amidon –und nicht zuletzt
Sigurøssons eigene Musik, elekroakustische Songskulpturen voller zartem Pathos. Eine
einfache und berückende Idee, diese vier jungen Männer ihr Werke auf einen Haufen
werfen zu lassen, auf das sie diese gemeinsam mit ihrem Ensemble live interpretieren.
Und was für ein Ensemble! Ein Kammerorchester aus acht Musikerinnen und Musikern,
die spielen wie die Götter, und doch mit einer Attitüde, die mehr an Punkkommune
erinnert als an Konservatorium. Der musikalische Geheimtipp des Festivals!
ULVER (Oslo)
Mo-16.08. /21:00
k6, VVK 20 Euro, AK 24 Euro
Ulver (norwegisch für „Wölfe“) machen alles. Außer Hoffnung. Ganz egal, ob die
ehemaligen Black-Metal-Krieger um den Sänger Kristoffer „Garm“ Rygg die Welt mit
guturallen Schreien und Doppel-Bassdrum-Gewittern oder in streichergesättigen Arien
besingen, ob sie tonnenschwere Dope-Beats voller brummender Elektronik oder verhallte
Piano-Grabgesänge spielen: Immer gilt, was Rygg anlässlich der Veröffentlichung des
letzten Albums „Shadows Of The Sun“ erklärte: „Nature is pretty fucking depressing, we
are all here to die.“ Doch fucking hin, depressing her: In den dunklen musikalischen
Visionen Ryggs liegt nicht zuletzt die Sehnsucht nach Schönheit in dieser hoffnungslosen
Welt. Selbst das rohe Geballer, mit dem sich die Band in den Neunzigern in die Herzen
der Headbanger spielte, hatte schon diesen unbedingten Willen zum Symphonischen,
Erhabenen.
Ulver sind wohl die einzige Band der Welt, die man als Portishead-Fan genau so verehren
kann wie als Slayer-Kutte. Weil die Einsiedelei zum Ulver-Universum einfach
dazugehört, scheute die Band bis vor wenigen Jahren die Bühne wie der Teufel das
Weihwasser. Umso schöner, dass sie sich eines Besseren besonnen hat. Die ausgesuchten
Shows, die die Band seit letztem Jahr nach fünfzehn Jahren Live-Abstinenz spielt,
wurden in ihrer Heimat als „historische Ereignisse“ begrüßt. Zugaben gibt’s natürlich
nicht. Ulver sind einfach keine normale Band.
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1000 ROBOTA (Hamburg)
Sa-21.08. /22:00
k2, VVK 12 Euro, AK 14 Euro
Teenage-Status hin, Presse-Hype her: Was Jonas Hinnerkort (Schlagzeug & Gesang),
Sebastian Muxfeldt (Bass) und Anton Spielmann (Gitarre & Gesang) alles drauf haben,
konnten wir schon im letzten Herbst ermessen, als sie vor einem aus dem Boden
gestampften Metropolen-Bühnenbild frei improvisierten. Dreißig Minuten herunter
gestrippter Instrumentalrock, überraschend und mitreißend. Was Hamburgs dringlichste
Band sich für ihren Auftritt beim Sommerfestival überlegt hat? So viel ist sicher: 1000
Robota, vor zwei Jahren als neues Teenage-Rock-Phänomen gefeiert und missverstanden,
werden ihr neues, zweites Album „UFO“ präsentieren. Und das ist auf jeden Fall die
Reise wert. Zehn wütende, fragende, bestechend einfache Songs, die mehr erzählen über
das, was man so „jung sein“ nennt als jede doofe Shell-Studie. Kostprobe? „Es ist schade,
dass vieles nicht mehr einfach ist / dass man sich oft so schämt / Dass du nichts mehr
sagen kannst / weil du schreiben kannst / Es ist nicht mehr aktuell / Einer von den
Großen zu sein.“ 1000 Robota haben keine Lust darauf, im Rockzirkus einfach
abzuliefern. Lieber schlagen sie auf die eigene Haltung drauf, arrangieren sie um,
erfinden sie neu, um sie freudig wieder zu begrüßen. Für den heutigen Abend haben sie
deshalb den Arrangeur Benjamin Scheuer gebeten, das neue Album „erstmalig und
einmalig“ zu präsentieren – mit einem Kammerensemble. Streicher, Fagott, Kesselpauken?
Triangel, Feedbacks, Geballer? Verletzlichkeit, Aggressivität? All das. Und noch
viel mehr. Aber vielleicht auch ganz anders.
ANBB FEAT. ALVA NOTO & BLIXA BARGELD
Mo-23.08. /21:00
k6, VVK 20 Euro, AK 24 Euro
Da haben sich zwei gefunden! Video- und überhaupt Gesamtkünstler Alva Noto und
Blixa Bargeld, Sänger der Einstürzenden Neubauten. Der eine, Alva Noto (alias Carsten
Nicolai, Jg. 1965) – arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Ein Thema
seiner audiovisuellen Arbeiten sind selbst generierende Prozesse – „als Reaktion auf den
Anspruch, dass alles planbar sei.“ Die Musik, die in seinem kybernetischen Laboratorium
entsteht, ist ein rizomatisches Geflecht aus dräuenden Subbässen, minimalen Beat-
Gerüsten, synthetischen Glockenklängen, Klangflächen und Atmosphären. Auf diesen
maschinengeborenenen Ablagerungen gießt der andere seine Stimme, seine Sprachkraft
aus: Blixa Bargeld, Jg. 1959, Sänger, Poet und lebendes Monument der deutschen
musikalischen Avantgarde, ist der zungenredende Dschinn in diesem Spiel. Unruhig
raunend und knarzend wie zu besten „Haus der Lüge“-Zeiten. „Ich schreibe nicht, ich
schreie!“ heißt es in dem anbb-Song „Ret Marut Handshake“, eine Hommage an den
geheimnisumwitterten Schriftsteller B. Traven, der während der Münchner Räterepublik
unter dem Pseudonym „Ret Marut“ eine anarchistische Zeitschrift herausgab. Eine
„Kombination aus Abstraktion und Improvisation“ nennen anbb ihr Amalgam. Oder wie
Blixa Bargeld es sagt: Zurück zur Unmittelbarkeit des Punk und vorwärts in ein
hochartifizielles Gesamtkunstwerk: anbb katapultieren den verschwenderischen Zorn
der frühen Neubauten in ein kristallines elektronisches Zeitalter. Aufregend.
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CLUB KONZERTE
GREY FILASTINE (LONDON)
Fr-13.08. /22:00#
kmh, gratis
Es kann ein Zimmer in einer billigen indischen Pension sein oder eine südamerikanische
Plaza, eine Höhlenbehausung in Granada oder ein Earthship-Haus in New Mexiko: Grey
Filastine bringt sein portables Aufnahmestudio überall zum Laufen, wo er es braucht.
Nachdem sich sein legendäres Aktivisten-Kollektiv Infernal Noise Brigade in Seattle
aufgelöst hatte, zog es den freundlichen Bartträger nach Barcelona. „Wahrscheinlich der
lärmigste Ort, an dem ich je gewohnt habe“, sagt Filastine. „Aber ich bin auch eine
lärmige Person.“ Und was für ein wunderbarer Lärm! Harsche Beats, eckige Bässe,
arabische Gesänge, lateinamerikanische Raps, Störbrummen und Glockenspiel, Tablas
und Carioca Funk: Grey Filastine macht Musik, die auf Geographie und Genres pfeift.
Genau der richtige Mann also für die stadtweite Soundinstallation des Laboratory of
Insurrectionary Imagination (siehe Seite 26) – und heute Abend kann man seine Musik in
ihrer ganzen Schönheit erleben.
THE TALLEST MAN ON EARTH (LEKSAND/SCHWEDEN)
So-15.08. /21:00
kmh, VVK 10 Euro, AK 12 Euro
Bäume, Bäume, Bäume: Wer auf Google Earth „Leksand, Schweden“ eingibt, den fährt
die Satellitenkamera in ein tiefgrünes Waldgebiet. Dies also ist die Heimat von Kristian
Matsson, 27 Jahre, alias „The Tallest Man on Earth“. Knäckebrot, ein erstklassiges
Eishockeyteam und Schwedens sechstgrößter See. Vielleicht muss man in so einer
Gegend groß werden, um diese Folk-Sehnsucht zu entwickeln, diesen Drang, sich alleine
mit einer Gitarre der Natur und den Menschen entgegen stellen zu wollen. „Ich möchte
der König von Spanien sein!“ singt Matsson, aber was heißt hier singen: Knödeln,
greinen, herausschreien – kein Ton verlässt ohne Hingabe seine Kehle. Klingt wie der
frühe Bob Dylan. Schreibt Songs, die man nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Und spielt
sich auf der Bühne die Seele aus dem Leib. Kurzum: Der Mann ist ein Phänomen.
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THE ETTES (LOS ANGELES)
Do-19.08. /21:00
kmh, VVK 10 Euro, AK 12 Euro
Es ist bestimmt kein Zufall, dass sich Sängerin Lindsay "Coco" Hames und
Schlagzeugerin Maria "Poni" Silver, beide aus New York, in L.A. kennenlernten, als sie
für eine Modeboutique jobbten.
Denn diese Art von lässigem, trockenem Garage-Punk – dafür muss man wohl aus New
York kommen. Aber es macht auch Sinn, dass die Band in Nashville / Tennessee seine
Zelte aufgeschlagen hat. Denn da steckt eine Menge Swamp Rock und Country-
Melancholie in den Songs des Quartetts. Irgendwas zwischen Nancy Sinatra und den
Ramones, mit einer Menge Riot-Grrrl-Energie. Verdammt unkompliziert, ausgesprochen
gutaussehend und die meisten Songs bleiben unter drei Minuten: Wie schön, dass es
solche Bands noch gibt!
VIVA CON AGUA (Hamburg)
Fr-20.08. /22:00
kmh, 7 Euro (Eintrittserlöse gehen an Viva Con Agua)
Eine Sommerliebe findet einen neuen Höhepunkt: die Hamburger Party-Veranstalter
Nachtsport und die Trinkwasserinitiative Viva con Agua laden zu einer Party für den
guten Zweck. Als Wasserträger erster Güte gibt es Wareika, die ihre einmalige
Kombination aus Jazz, Afro und House live zum Besten geben. Anschließend folgt ein
DJ-Line up mit Le Renard Rythmique, Andi Andersson, JohnBoy Jones, Laloc & der
Renner. Alles feine House/Deephouse Dj’s sind für diesen Abend garantiert nahe am
Wasser gebaut und treten gagenfrei auf. Die gesamten Einnahmen der Party kommen
einem Quellen-Projekt in Ruanda zugute.
COW (HAMBURG)
Do-26.08. /21:00
kmh, 6 Euro
„Eine Band mit so unglaublich viel Soul, Drive und Charme kann (fast) spielen, was sie
will – eine Band mit Peta Devlin als Sängerin im Mittelpunkt kann nur gewinnen“
schrieb der Schriftsteller Franz Dobler über die Band Cow. Und in der Tat: Das Quartett
um die charismatische britische Wahlhamburgerin schafft das Unmögliche. Es bringt
Country-Hasser zum Jubeln und treibt den Connaisseuren ein seeliges Lächeln ins
Gesicht. Denn Cow machen „the real thing“, wie Dobler es ausdrückt, weder Western-
Kitsch noch Western-Trash, sondern einfach beseelte Folk Music in der Tradition von
Patsy Cline oder der Carter Family, mit der Ernsthaftigkeit der großen Country- oder
Western-Swing-Epigonen wie der Nitty Gritty Dirt Band oder Dan Hicks & His Hot
Licks. Lasst die Cowboyhüte zu Hause, bringt eure blutenden Herzen mit!
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Mareike Holfeld / 040 270 949 17 / mareike.holfeld@kampnagel.de
DANCING PIGEONS (CANNES/ HAMBURG)
Fr-27.08. /22:00
kmh, VVK 12 Euro, AK 14 Euro
Es heißt, sie stammen aus Hamburg. Es heißt, sie seien an die sonnige Côte d’Azur
verzogen, nach Cannes. Der eine oder die andere behauptet, sie schon mal in freier
Wildbahn gesehen zu haben. Um drei Uhr morgens vor einem Haufen zappelnder
Elektrokids in einem Berliner oder Pariser Club. Oder auf der Seitenbühne eines Indie-
Festivals. Man sagt, wo immer sie auftreten, hinterlassen sie eine Horde erschöpfter,
glücklicher Tänzer. Ein paar übersteuerte Demos und verschwitzte Live-Tracks deuten
darauf hin, dass hier Großes im Anmarsch ist. Eine Art Neo-Rave-Version von The Fall
oder Anne Clark. Oder vielleicht einfach Justice für Brillenträger? Hot Chip auf Acid?
Auf jeden Fall: The next big thing.
BLOCKPARTY! MEETS SILLY WALKS DISCOTHEQUE
(HAMBURG)
Sa-28.08. /23:00
k1, 5 Euro
Pump das Volumen auf! Die beiden großen Hamburger Soundsystems Blockparty und
Silly Walks Discotheque haben sich zusammen getan – im Zeichen des „Ghetto Bass“, der
derzeit weltweit die Favelas, Barrios und Townships rockt. Blockparty spielen ihr Set in
bester Bronx-Tradition, ein bisschen oldschool, mit viel Kraftwerk-Beats und früher
Rapmusik, mit Baile Funk und Miami Bass bis sich die Boxen biegen. Silly Walks
Discotheque sind und bleiben Hamburgs führendes Reggae-Soundsystem, aber wenn
Selektor Olli der Sinn danach steht, bringt er die Menge auch gerne mit Kuduro, Kwaito
und anderen Afro-Beats zum Durchdrehen. Bass-lastiges Material bis in den frühen
Morgen – schon im letzten Jahr das Party-Highlight des Festivals.
http://www.myspace.com/sillywalksdisco
http://www.myspace.com/blockpartyhamburg


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