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Die Grabungen im Lübecker Gründungsviertel live verfolgen

06. Juni 2010 (HL-Red-RB) Bereits seit April 2010 bietet der Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck regelmäßig Führungen durch die Grabungen im Gründungsviertel an. Denn dort wird seit Oktober 2009 der Boden zwischen der Braun- und der Alfstraße archäologisch untersucht. Dank der 700 Quadratmeter großen Halle konnten die Grabungen trotz des schlechten Wetters im vergangenen Winter planmäßig fortgesetzt werden. Damit alle Lübeck-Besucher sowie die Bürgerinnen und Bürger am Fortgang der Ausgrabungen teilhaben können, hat die Hallenfront an der Braunstraße Fenster.




Foto (© Reinhard Bartsch – Lübeck): Nicht nur "fensterln" kann man am Hallenzelt, auch Führungen "drinnen" informieren über den Stand der Ausgrabungen


Die regelmäßigen öffentlichen Führungen, die immer montags angeboten werden, finden bei Lübeck- und Archäologie-Interessierten einen sehr großen Zuspruch. Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung wird zu Beginn der Führungen erhoben und beträgt für Erwachsene zwei sowie für Kinder bis 16 Jahre einen Euro.
Den Besucher der Grabungen erwartet neben vielen Informationen zur Lübecker Stadtgeschichte auch ein außergewöhnlicher Einblick in das damalige Leben. Die öffentlichen Führungen beginnen montags (außer an Feiertagen) um 14 Uhr in deutscher Sprache, und an jedem ersten Montag eines Monats um 15 Uhr in englischer Sprache. Darüber hinaus ist es möglich, zu den gleichen Gebühren zusätzliche Gruppen-Führungen (etwa 10 bis 25 Personen) an anderen Terminen und in weiteren Sprachen (Dänisch oder Polnisch) zu vereinbaren!
Treffpunkt für alle Führungen ist jeweils der südöstliche Eingang zur Grabungs-Halle gegenüber dem Restaurant „Altstadt Bierhaus“ in der Braunstraße 19. Aufgrund der vorhandenen Platzkapazität in der Grabungshalle ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen pro Führung begrenzt.
Weitere Veranstaltungen auf dem Grabungsgelände sind zum Welterbetag am 6. Juni 2010 sowie zum Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 geplant. Zu den Besichtigungs-Terminen kommen weitere Events, die jährlich im Archäologischen Sommer auf dem Grabungsareal stattfinden werden. Das aktuelle Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen sind auch im Internet zu finden unter www.AusgrabungGruendungsviertel.luebeck.de.
Zum Schluss noch ein Tipp: Die ideale Ergänzung zum Besuch der archäologischen Befunde ist ein Aufenthalt im Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie (Hinter der Burg 2-6, 23552 Lübeck, www.die-luebecker-museen.de). Dort werden die Besucher Zeuge, wie außergewöhnlich facettenreich sich das Repertoire der kulturgeschichtlichen Hinterlassenschaft Lübecks als „Königin der Hanse“ präsentiert! +++
Hintergrund: Bis zum 31. Dezember 2013 erforschen die Archäologen 44 Grundstücke von insgesamt 9000 Quadratmeter Stadtgrundrissfläche. Finanziert werden die Grabungen aus dem „Investitionsprogramm für nationale Welterbestätten“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Mit neun Millionen Euro fördert der Bund die archäologischen Grabungen, die als Voraussetzung für die städtebauliche Neuordnung notwendig sind.
Mit dem mittelalterlichen Stadtkern der Hansestadt Lübeck und ihren in der Zeit der Hochgotik errichteten Gebäude-Strukturen sowie ihrem archäologischen Erbe im Untergrund wurde 1987 erstmals in Nordeuropa ein ganzes Altstadtquartier von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die gesamte Lübecker Innenstadt ist als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen. Vor einer Neubebauung müssen daher die Archäologen zunächst Grabungen durchführen. So auch im Gründungsviertel, für das nach Abriss der in den Jahren 1955 bis 1961 errichteten Gewerbeschulen eine städtebauliche Neuordnung in Anlehnung an die historische Bebauung vorgesehen ist. Aufgrund der großflächigen Ausgrabungen sind die Arbeiten in drei Abschnitte aufgeteilt. Um das Ausgrabungs-Projekt zu realisieren wurden insgesamt 32 befristete Arbeitsplätze für die Aufgabenbereiche Grabungsleitung, Archäo-Informatik, Grabungstechnik, Fotografie, Grafik, Restaurierung, Fundbergung und Inventarisierung geschaffen.
Die Ausgräber hoffen auf Siedlungsreste und Funde aus den Gründungsjahren Lübecks seit 1143 oder aus der Zeit davor zu stoßen, als der Stadthügel noch von Slawen besiedelt war. Zudem erwarten die Archäologen viele Hinweise auf das Alltags- und Arbeitsleben der mittelalterlichen Lübecker, da aufgrund der feuchten Schichten und der großen Anzahl von Kloakenanlagen organische Funde wie Holz, Leder und Textil hervorragend im Lübecker Untergrund konserviert werden. Davon kann man sich schon jetzt im Archäologischen Museum (Kulturforum Burgkloster) überzeugen. Doch werden in den nächsten vier Jahren sicherlich weitere aussagekräftige Funde ans Tageslicht gelangen, die nach der Konservierung ebenfalls den Weg ins Museum finden.

Quelle: LÜBECK Pressedienst

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