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L. Gallinat zu Findeisens Buchvorstellung"Jean B. Bernadotte..."

06. Juni 2010 (HL-Red-RB) "Es war eine beachtliche Präsentation im Rahmen des Lübecker "Late night shopping", schreibt Lutz Gallinat. "Am letzten Freitag stellte Jörg-Peter Findeisen in der vollbesetzten Buchhandlung Weiland sein jüngst im Casimir Katz Verlag, Gernsbach, erschienenes Opus "Jean Baptiste Bernadotte"- "Revolutionsgeneral, Marschall Napoleons, König in Schweden und Norwegen" vor.

Vom einfachen Feldwebel in der französischen Revolutionsarmee zum König von Schweden und Norwegen: die Karriere des Jean Baptiste Bernadotte (1763-1844), als Karl XIV. Johan Begründer des heutigen schwedischen Königshauses, zählt zu den großen Geschichten der europäischen Historie. 1804 erhob Napoleon den bewährten Revolutionsgeneral und erfolgreichen Kriegsminister zum Marschall, 1810 wählte ihn der schwedische Reichstag zum Thronfolger. Als Gegenspieler Napoleons nahm er zwischen 1812 und 1815 Einfluss auf den Gang der Weltgeschichte. Zar Alexander, den Bernadotte beim Kampf gegen die fremde Armee beriet, nannte ihn den Retter Russlands". Vom schwedischen Kronprinzen stammen auch die Grundzüge des Feldzugsplans von 1813, der mit der Völkerschlacht von Leipzig das Ende der französischen Beherrschung Europas einläutete. chweden konnte damals dank Bernadotte eine Rolle spielen, die in keinem Verhältnis zu seiner tatsächlichen machtpolitischen Bedeutung stand. Vor allem durch eine überlegte Diplomatie gewann der Kronprinz für sein neues Land 1814 Norwegen hinzu, und während Napoleon stürzte und mit ihm die auf Königsthrone gebrachten Verwandten, begründete Bernadotte 1818 in Schweden eine neue Dynastie. Bei allen Erfolgen ist die Kritik an dem gebürtigen Südfranzosen nie verstummt. Schon die Zeitgenossen irritierte er mit seinem exzentrischen Verhalten, seiner Eitelkeit und Ruhmsucht. Großzügigkeit und kleinlicher Geiz, uneigennützige Hilfe für Freunde und ein negatives Menschenbild stehen bei Bernadotte unvermittelt nebeneinander. Unverständlich bleibt, dass er als Politiker mehrfach in unterschiedlichen Momenten zauderte und sich vor der Verantwortung drückte, während er auf dem Schlachtfeld seine persönliche Todesverachtung bewies. Auf der anderen Seite profilierte er sich als kluger Administrator und als erfolgreicher Organisator schneller Feldzüge. Ganz anders als der "Menschenschlächter" Napoleon suchte er als Feldherr Verluste zu begrenzen, vereinbarte er lieber einen Kompromiss, als bedenkenlos Menschen zu opfern. Schweden führte er aus der traditionellen Feindschaft mit Russland und Dänemark heraus und auf den Weg der Neutralitätspolitik, die dem Land eine zweihundertjährige Friedenszeit beschert hat.
Jörg-Peter Findeisen nähert sich in seiner aktuellen Biographie ebenso behutsam wie prägnant formulierend einem Mann der Gegensätze und Widersprüche, in dessen faszinierendem Lebenslauf sich der dramatische Aufbruch Europas spiegelt.
Prof. Dr. Jörg-Peter Findeisen, geboren 1943, lehrte bis 1993 Geschichte der Neuzeit an der Universität Jena. Danach Gastprofessuren in Schweden und Polen, seit 1995 Honorarprofessor an der Universität Sundsvall. Im Casimir Katz Verlag zuletzt erschienen: Axel Oxenstierna. Architekt der schwedischen Großmacht-Ära und Sieger des dreißigjährigen Krieges.
Der Autor wurde schließlich mit sehr viel Beifall bedacht."

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (Impressum)

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