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L.Gallinat beim "Litterärisches Gespräch" mit Dr.Jürgen Schwalm

01. Juni 2010 (HL-Red-RB) "Es war ein faszinierendes "Litterärisches Gespräch", schreibt Lutz Gallinat dazu. "Am letzten Donnerstag sprach Dr.Jürgen Schwalm nach einführenden Worten Anne Kohfeldts im vollbesetzten Bildersaal der Lübecker "Gemeinnützigen" über "Ludwig Ewers (1870-1946) und seinen Lübeck-Roman "Die Großvaterstadt". Lübeck im Roman: Das ist ein faszinierendes Kapitel Literaturgeschichte. Thomas Mann bleibt da natürlich unerreicht. Sein Roman "Buddenbrooks" ist das Ergebnis umfangreicher genealogischer und historischer Untersuchungen und vermittelt auf feingeknüpftem Sprachgewebe ein überaus lebendiges Bild der Lebensverhältnisse des 19.Jahrhunderts, freilich aus der Sicht der Hautevolle, der Sahnehäubchen des Bürgertums.
Ida Boy-Ed schrieb den Roman "Ein königlicher Kaufmann", der nicht unbedeutend ist, aber rein fiktiv.
Das umfangreiche Werk "Die Großvaterstadt" von Ludwig Ewers kann wenigstens in seinen Dimensionen mit "Buddenbrooks" konkurrieren. Auch Ewers recherchierte sehr genau. Er behandelte ähnliche Themen und Zeiträume: Lübeck um 1850. Alle geschichtlichen Angaben sind bei Ewers überprüfbar. Und sein Roman ist volksnah. Er klammert das Leben der sogenannten "kleinen Leute" nicht aus. Da wird noch viel Platt gesprochen. Bei ihm entsteht kein preziöser Gobelin, sondern ein Ölgemälde in kräftigen Farben. Alle Akteure des Romans haben historische Vorbilder, aber Ewers lag nichts daran, dem Leser diese Bezüge zu vermitteln. Deshalb ging der Referent nicht nur den Lebensspuren des Autors nach. Er sah vielmehr seine Hauptaufgabe darin, unter Verwendung aller zur Verfügung stehender Quellen eine "Entschlüsselungsliste" der in der "Großvaterstadt" geschilderten Personen zu erstellen. Denn die Schicksale Lübecker, die einst das Leben in unserer Stadt mitbestimmt und bereichert haben, sollten über er lohnenswerten Lektüre dieses großen und gelungenen Romans unter keinen Umständen vergessen werden.
Ludwig Ewers wurde in allen seinen qualitativ so unterschiedlichen Arbeiten niemals müde, Licht und Schatten vergangener Tage zu beschwören.
Jürgen Schwalm hatte akribisch recherchiert und verband in seinem auch aufgrund der vielen Lichtbilder anschaulichen Vortrag virtuos und brillant Wissenschaftlichkeit und Literarizität.
Er wurde schließlich mit sehr viel Beifall bedacht."

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