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Rezension: Eisenbahnen in Ostholstein

31. Mai 2010 (HL-Red-RB) Zu diesem Thema ist in den letzten Jahrzehnten umfassend veröffentlicht und auch ausgestellt werden. Ein Thema, das um so reizvoller ist, als zu den in den letzten 150 Jahren in unserer Region umgesetzten Eisenbahnplänen mindestens noch dreimal so viele kommen, die am Ende in den Schubladen verschwunden sind. Und etliche frühere bestehende Eisenbahnlinien existieren schon geraume Zeit nicht mehr.
Olaf Hamelau – selbst vom Fach – hat es nun unternommen, die Eisenbahnen im Ostholsteinischen umfassend im Bild zu dokumentieren. Reizzoll für den Fachmann, aber auch für jeden Heimatfreund. Leider ist Hamelaus Dokumentation schwer zu lesen. Er wirft dem Leser – der ja keineswegs immer fachkundig ist – die Kurz- imd Typbezeichnungen der Fahrzeuge und sosntigen Einrichtungen in einer Weise vor, dass das Lesen immer wieder stockt.. Und Hamelau setzt in den kurz gefassten Chronik-Abschnitten ein Wissen voraus, dass wohl durchweg nicht vorhanden ist. Immerhin muss sein Leser um die komplizierte staatliche Geschichte Ostholsteins wissen - ein Wissen, von dem vor 150 Jahren ein britischer Ministerpräsident gesagt haben soll, das hätten nur drei Personen gehabt: Der Prinzgemahl Albert, aber der sei tot, ein Professor, der sei im Irrenhaus gelandet, und er. Und er habe alles vergessen.
Hamelau hat wohl auch einiges vergessen. So berichtet er, dass die Strecke Neustadt – Eutin mehrfach für Umleitungen genutzt worden sei,. Dabei vergisst er , dass während Bauarbeiten auf der Strecke Bad Schwartau – Neustatt um 1953 oder 1954 sechs Wochen lang die internationalen Züge nach Rom und anderen Weltstädten über Eutin geleitet worden sind und hier auch zum Einsteigen hielten. Man denke: Eine Direktverbindung von
Eutin in die italienische Hauptstadt.
An anderer Stelle spricht Hamelau von einem Bahnübergang in der Wilhelmstraße in Eutin. Den gibt es nicht.
Er meint die Weidestraße. Die Bundesbahn soll in den Siebzger Jahren die Einstellung der Verbindung Lübeck – Kiel geplant haben? Davon ist dem Rezensenten nichts bekannt. Immerhin gab es damals durchgehende Verbindungen von Flensburg bis Goslar. Und die Strecke hatte strategische Bedeutung…
Olaf Hamelau, Die Eisenbahn in Ostholstein, Sutton-Verlag, 2010, Erfurt.

Horst Schinzel
HS-Kulturkorrespondenz

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